| Literature DB >> 34739549 |
Wolfram Birmili1, Hans-Christoph Selinka2, Heinz-Jörn Moriske3, Anja Daniels2, Wolfgang Straff2.
Abstract
Exhaled aerosol particles play an important role in the transmission of SARS-CoV‑2, particularly when many people gather indoors. This article summarises the knowledge on virus transmission in schools and practical measures to reduce aerosol-driven infections. A central preventive measure is to enhance room and building ventilation, i.e. the exchange of possibly contaminated indoor air with ambient air. Besides the concentrations of possibly infectious particles, ventilation reduces carbon dioxide concentrations, humidity and other chemical substances in indoor air as well. Irrespective of ventilation, face masks (surgical or FFP2) represent a vital part of hygiene measures. Fixed or mobile air purifiers can support these measures particularly when rooms providing only poor ventilation must be utilized. The article reflects the state of knowledge in October 2021 of the various techniques that have been shown as useful for the prevention of indirect infections. New variants of SARS-CoV‑2, the progress of the vaccination campaign in children and adolescents, and the increase in general immunity might require a re-evaluation of the prevention strategies described. The COVID-19 pandemic has revealed common deficits in room and building ventilation, not least in schools. Apart from short-term measures for the prevention of airborne infectious diseases, a long-term strategy seems advisable to alleviate the deficits encountered in schools with respect to room and building ventilation. In view of a permanent improvement of indoor air and prevention against airborne infections the fitting of schools with fixed ventilation systems - preferably including heat and moisture recovery - appears to be a sustainable social investment.Entities:
Keywords: Aerosol; Air purification schools indoor; Infection; SARS-CoV‑2; Ventilation
Mesh:
Substances:
Year: 2021 PMID: 34739549 PMCID: PMC8569287 DOI: 10.1007/s00103-021-03452-4
Source DB: PubMed Journal: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz ISSN: 1436-9990 Impact factor: 1.513
| Maßnahme | Wirkung | Zu beachten | Quellen |
|---|---|---|---|
| Abstand halten ( | Vermindert die direkte Infektion durch virushaltige Partikel (innerhalb 1,5 m Abstand) | Aktivitäten wie lautes Sprechen, Singen und Schreien können größere Sicherheitsabstände als 1,5 m erfordern | [ |
| Händedesinfektion (A | Vermindert Kontakt- und Schmierinfektionen | Geringer Bezug zur Raumluft | [ |
| Tragen von Schutzmasken (AH | Medizinische Masken (OP-Masken) behindern den direkten Ausstoß von Partikeln in den Raum | Medizinische Masken (OP-Masken) wirken primär im Nahfeld als Fremdschutz | [ |
| Eng anliegende Halbmasken wie FFP2 haben auch eine Filterwirkung gegen Aerosole im Raum | Eng anliegende Halbmasken wie FFP2 wirken als Fremd- und Selbstschutz | ||
| Corona-Warn-App (AHA + | Digitale Nachverfolgung von Infektionsketten | In Innenräumen wie öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll, da hier der Abstand von 1,5 m häufig nicht eingehalten werden kann Smartphone mit aktiviertem Bluetooth erforderlich | [ |
| Lüften (AHA + A + | Verringert die Anreicherung virushaltiger Partikel in der Raumluft | Reduzierung des Risikos einer indirekten Infektion durch Aerosole in Innenräumen. Besonders wichtig in Räumen mit dichter Personenbelegung | [ |
| Generelle Zielwerte für Frischluftzufuhr: ≥ 30 m3 pro Person/Stunde | |||
|---|---|---|---|
| Maßnahme | Wirkung | Zu beachten | Quellen |
| Raumlufttechnische (RLT-)Anlage | Stellt kontinuierlichen Luftwechsel im Raum sicher | Zentrale Anlagen versorgen Gebäude (Luftzuführung meist vom Dach) | [ |
| Flächenhafte Zu- und Abführung vermeidet Zugerscheinungen | Dezentrale Anlagen versorgen Einzelräume (Luftzuführung durch Fassade) | ||
| Quelllüftunga ist tendenziell wirksamer als Mischlüftungb | Nachrüstung von dezentralen Anlagen ist einfacher | ||
| Wärme- und Feuchterückgewinnung gewährleisten hohen Komfort | RLT-Anlagen in Verbindung mit Fensterlüftung werden auch als Hybridlüftung bezeichnet | ||
| Fensterlüftung mit weit zu öffnenden, großen Fenstern | Tauscht Raumluft gegen virenarme Außenluft aus | Temperatur und relative Luftfeuchte sinken; bei Stoßlüftung, aufgrund der Wärmespeicherung des Gebäudes allerdings nur geringfügig | [ |
| Das Lüftungskonzept des Umweltbundesamtes (20 min Unterricht, 5 min Stoßlüftung [ | Erfolgen Stoßlüftungen sehr häufig, können Räume auskühlen | ||
| Lüftung beseitigt unerwünschte Gase (Kohlendioxid, Wasserdampf, flüchtige organische Verbindungen) | Platzbedarf durch weit zu öffnende Fenster | ||
| Integration der Stoßlüftungen in den Unterricht notwendig | |||
| Mögliches Behaglichkeitsproblem im Winter | |||
| Mögliche Belastung durch Lärmquellen im Außenbereich | |||
| Kipplüftung durch Fenster oder Oberlichter | Variante der Fensterlüftung mit reduzierter Öffnungsfläche nach außen | Bei Dauerlüftung geht im Winter viel Wärmeenergie verloren | [ |
| Luftwechsel reicht möglicherweise nicht aus | Mögliche Belastung durch Lärmquellen im Außenbereich | ||
| Ventilatorgestütztes Abluftsystem | Einfaches System auf Grundlage von Quelllüftung | Kann baulich meist schneller realisiert werden als eine RLT-Anlage | [ |
| Wirksamer als einseitige Fensterlüftung | Technische Sicherheit bzw. Lärmbelastung beachten | ||
aBei Quelllüftung wird kühlere Luft in Bodennähe eingeleitet, durch die im Raum befindliche Wärmequellen (darunter die anwesenden Personen) erwärmt und in Deckennähe ausgeleitet. Quelllüftung ermöglicht eine klar ausgerichtete Luftströmung mit tendenziell geringen Verwirbelungen. Die Lüftungseffizienz ist hierbei potenziell größer als bei der Mischlüftung
bBei der Mischlüftung liegen Lufteinlass und -auslass meist auf einer Seite des Raumes (Wand bzw. Decke). Der Luftaustausch findet somit unter stärkeren Gegenströmungen statt
| Maßnahme | Wirkung | Zu beachten | Quellen |
|---|---|---|---|
| Filtration in raumlufttechnischen (RLT-)Anlagen | Filtration durch Gewebefilter bei Anlagen im Umluftbetrieb | Sachgerechter Betrieb und Wartungsintervalle müssen beachtet werden | [ |
| Inaktivierung von Viren durch UV-C-Lampen in Umluftkanälen | |||
| Mobile Luftreinigungsgeräte auf Basis von Partikelfiltern (Filtergeräte) | Entfernen Partikel aus der Mischluft im Raum | Geräuschentwicklung beachten | [ |
| Senken die mittlere Konzentration aller Partikel | Kein Ersatz für Lüften Sachgerechte Positionierung erforderlich Wartungsintervalle inkl. Filterwechsel beachten | ||
| Ausreichende Förderleistung an gereinigter Luft notwendig: ≥ 4-faches Raumvolumen pro Stunde [ | |||
| Mobile Luftreinigungsgeräte auf Basis von Inaktivierung der Viren (UV‑C, Ionisation, Plasma etc.) | Inaktivierung von Viren in der Mischluft im Raum | Funktionsnachweis für mikrobielle Organismen und unter Realraumbedingungen notwendig | [ |
| Senken die mittlere Konzentration infektionsfähiger Partikel | Im Einzelfall Emission unerwünschter Nebenprodukte beachten | ||
| Kein Ersatz für Lüften |