| Literature DB >> 35392066 |
Sebastian Griewing1,2, Uwe Wagner1, Michael Lingenfelder2, Sylvia Heinis1, Bernhard Schieffer1, Birgit Markus1,2.
Abstract
Einleitung Die COVID-19-Pandemie bedeutet einschneidende Maßnahmen für das nationale Gesundheitssystem. Dies bot den Anlass, die klinischen und ökonomischen Leistungsindikatoren der gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung des Universitätsklinikums Marburg als regionaler universitärer Maximalversorger zu analysieren. Hierzu wurden die Auswirkungen auf die monatlichen stationären und ambulanten Fallzahlvolumina sowie die entsprechenden ICD- und DRG-Kodierungen ausgewertet, um etwaige Versorgungsdefizite aufzudecken. Material und Methoden Die Studie basiert auf einer retrospektiven Datenanalyse therapierter stationären und ambulanten Fälle der Jahre 2016 bis 2020. Hierzu wurden über das klinikinterne Leistungscontrolling-Programm QlikView die Daten von 9487 Fällen der Klinik für Gynäkologie und 19597 Fällen der Klinik für Geburtshilfe ausgewertet. Ergebnisse Es bildet sich eine der nationalen Pandemiedynamik folgende Abnahme der gynäkologischen stationären Fallzahlen um -6% ab, während das geburtshilfliche Fallzahlvolumen um +11% im Jahr 2020 steigt. Insgesamt fallen die Effekte für die ambulante Versorgung geringer aus. Zudem lässt sich eine standortbezogene Abnahme der C50 "Bösartige Neubildungen der Brustdrüse" und C56 "Bösartige Ovarialtumoren" Diagnosen um -7,4% bzw. -14% feststellen. Eine Rückkehr zu dem Leistungsniveau des Vorjahres konnte im ambulanten in 3 und im stationären Sektor in 5 Monaten erreicht werden. Schlussfolgerung Die negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie treffen vorwiegend die Klinik für Gynäkologie. Durch das Vertrauen in die Sicherheit der universitären Versorgung und das Serviceangebot, werdende Väter nach Schnelltestung am Geburtsprozess teilhaben zu lassen, konnte eine Fallzunahme in der Geburtshilfe erreicht werden. Die Rückkehr zu präpandemischen Leistungsniveaus gestaltet sich weiterhin schleppend, während sich der ohnehin weniger betroffene ambulante Sektor zügiger erholt. Der standortbezogene Rückgang der Diagnosen C50 und C56 ist besorgniserregend und bedarf epidemiologischer Aufarbeitung. Die fallzahlbezogenen Auswirkungen der Pandemie bilden sich gleichsam in den ökonomischen Leistungskennzahlen ab. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution-NonDerivative-NonCommercial-License, permitting copying and reproduction so long as the original work is given appropriate credit. Contents may not be used for commercial purposes, or adapted, remixed, transformed or built upon. (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/).Entities:
Keywords: COVID-19; healthcare research; maximum care provider; pandemic; university hospital
Year: 2022 PMID: 35392066 PMCID: PMC8983110 DOI: 10.1055/a-1687-9674
Source DB: PubMed Journal: Geburtshilfe Frauenheilkd ISSN: 0016-5751 Impact factor: 2.915
Fig. 1Relative monthly change in inpatient and outpatient case numbers for gynecology and obstetrics (2020 compared with 2019).
Fig. 2Detailed analysis of top 5 ICD primary diagnoses in the gynecology and obstetrics clinic (2016–2020).
Fig. 3Proportional comparison of the range of ICD cases occurring in the gynecology and obstetrics clinic (from 2016 to 2020).
Fig. 4Presentation of the chronological development in national COVID-19 infections and relative monthly changes to inpatient case numbers.
Fig. 5Presentation of the chronological development of relative monthly changes to total costs and total revenues of the gynecology clinic (2020 compared with 2019).
Abb. 1Relative monatliche Veränderung der stationären und ambulanten Fälle der Gynäkologie und Geburtshilfe (2020 zu 2019).
Abb. 2Detailanalyse der Top 5 ICD-Hauptdiagnosen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (2016–2020).
Abb. 3Vergleich der anteiligen ICD-Fallspektren der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (2016 bis 2020).
Abb. 4Darstellung der chronologischen Entwicklung der nationalen COVID-19-Infektionen und relativen monatlichen Veränderungen der stationären Fallzahlvolumina.
Abb. 5Darstellung der chronologischen Entwicklung der relativen monatlichen Veränderungen der Gesamterlöse und -kosten der Klinik für Gynäkologie (2020 zu 2019).