| Literature DB >> 26286487 |
Hartwig Riediger1, Antje Schulz1, Ulrich Adam1, Colin M Krüger1.
Abstract
HINTERGRUND: Die pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion (PPPD) ist als onkologisches Standardverfahren etabliert. Lokal fortgeschrittene Tumoren können eine erweiterte Resektion erforderlich machen. Ebenso soll früheren Arbeiten zufolge bei Tumornachweis in den parapylorischen Lymphknoten (PLK) eine distale Magenresektion im Sinne einer klassischen Whipple-Operation indiziert sein. Entsprechend diesen Empfehlungen haben wir intraoperative Schnellschnittuntersuchungen der PLK in unseren Routineablauf integriert. Im Rahmen dieser Studie haben wir die klinische Relevanz dieses Vorgehens hinterfragt. METHODEN: Bei 105 onkologischen Patienten im Zeitraum von 2006-2012 bestand die Indikation zur PPPD. In allen Fällen erfolgte eine intraoperative Schnellschnittuntersuchung der PLK. Die Patienten wurden bezüglich Primärtumor, Anzahl der untersuchten Lymphknoten (LK) (gesamt und parapylorisch) sowie Auswirkungen auf das operative Konzept untersucht. Es handelt sich um eine retrospektive Studie, die auf prospektiv erhobenen Daten unserer Pankreasdatenbank basiert. ERGEBNISSE: Die Primärtumoren waren 72 Pankreaskopfkarzinome und 33 extrapankreatische Karzinome (Gallengangskarzinom, Ampullenkarzinom, Duodenalkarzinom). 73 Patienten waren nodalpositiv. Insgesamt wurden 2391 LK untersucht, von denen 325 parapylorisch lokalisiert waren. Die intraoperative Schnellschnittuntersuchung erbrachte lediglich bei 4 Patienten mit Pankreaskopfkarzinom jeweils einen positiven PLK; daraufhin erfolgte eine distale Magenresektion. In keinem der distalen Magenresektate waren Tumorresiduen nachweisbar. Lokale chirurgisch-technische Probleme im Sinne von Durchblutungsstörungen des Magens ergaben sich durch die regionale Lymphadenektomie nicht. PLK waren nur beim Pankreaskarzinom positiv. In der Subgruppe der nodalpositiven Patienten mit Pankreaskopfkarzinom hatten 8% der Patienten einen positiven PLK. SCHLUSSFOLGERUNG: Die regionale parapylorische Lymphadenektomie ist beim Pankreaskarzinom in einigen (5%) Fällen onkologisch sinnvoll. Der Nutzen einer intraoperativen Schnellschnittuntersuchung mit nachfolgender Konsequenz für eine etwaige distale Magenresektion ist anhand unserer Daten nicht belegbar.Entities:
Keywords: PPPD; Pankreaskarzinom; Pankreaskopfresektion; Parapylorische Lymphknoten
Year: 2014 PMID: 26286487 PMCID: PMC4513812 DOI: 10.1159/000358773
Source DB: PubMed Journal: Viszeralmedizin ISSN: 1662-6664
Von 105 Patienten waren 73 nodalpositiv, allerdings hatten nur 4 Patienten mit Pankreaskopfkarzinom jeweils einen positiven parapylorischen Lymphknoten (PLK)
| Alle Patienten | Nodalpositive | Davon positive | |
|---|---|---|---|
| Patienten | PLK | ||
| Pankreaskarzinom | 72 | 54 | 4 |
| Distales Gallengangskarzinom | 20 | 13 | 0 |
| Ampullenkarzinom | 8 | 3 | 0 |
| Duodenalkarzinom | 5 | 3 | 0 |
Bei 105 Patienten wurden insgesamt 2391 Lymphknoten (LK) unter-sucht; hiervon waren 325 parapylorische Lymphknoten (PLK)
| Anzahl aller LK (inkl. parapylorisch) | PLK | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| gesamt | N + | Anteil, % | gesamt | N + | Anteil, % | |
| Pankreaskarzinom | 1699 | 269 | 16 | 207 | 4 | 2 |
| Distales Gallengangskarzinom | 448 | 65 | 15 | 65 | 0 | 0 |
| Ampullenkarzinom | 142 | 18 | 13 | 25 | 0 | 0 |
| Duodenalkarzinom | 102 | 5 | 5 | 28 | 0 | 0 |