| Literature DB >> 35925073 |
Natascha Sommer1, Bernd Schmeck2,3.
Abstract
BACKGROUND: Pulmonary manifestations are very common sequelae after severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2 (SARS-CoV-2) infections, which are summarized under the term long COVID (coronavirus disease) syndrome. AIM/Entities:
Keywords: Cough; Dyspnea; Long COVID/physiopathology; Lung diseases, interstitial; Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2 (SARS-CoV-2)
Mesh:
Year: 2022 PMID: 35925073 PMCID: PMC9261889 DOI: 10.1007/s00108-022-01371-3
Source DB: PubMed Journal: Inn Med (Heidelb) ISSN: 2731-7080


| Differenzialdiagnosen | Anamnese | Diagnostika | Spiroergometrische Veränderungenb | |
|---|---|---|---|---|
| Pulmonal | Restriktive Lungenerkrankung (interstitielle Lungenerkrankung) | Risikofaktoren: hohes Alter, schwere COVID-19-Erkrankung (z. B. mit Beatmung, Infiltrationen, erniedrigter T‑Zell-Zahl, Erhöhung von LDH, IL‑6 und D‑Dimeren), Zustand nach ARDS [ | TLC, VC, DLCO; ggf. Röntgenuntersuchung des Thorax; HR-CT bzw. Low-dose-CT | Restriktives Atemmuster (hohe Atemfrequenz bei niedrigem Tidalvolumen); eingeschränkter Gasaustausch mit Abnahme des arteriellen Sauerstoffpartialdrucks unter Belastungc |
| Obstruktive Lungenerkrankung (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, Asthma, Bronchiolitis obliterans) | Pneumologische Anamnese | FEV1/VC, RV, PEF; ggf. Provokation (medikamentös oder Belastung); bei Verdacht auf eine postinfektiöse Bronchiolitis obliterans: CT in Exspiration („air trapping“) | Obstruktives Atemmuster, dynamische Überblähung; ggf. eingeschränkter Gasaustausch bei Emphysem | |
| Diffusionsstörung (interstitielle Lungenerkrankung, pulmonalvaskuläre Erkrankung) | Risikofaktoren: Zustand nach Lungenembolie/VTE, erhöhtes Risiko für VTE (z. B. gemäß IMPROVE-Score, D‑Dimer-Erhöhung) | DLCO; DLCO/VA oder DLNO (spezifischer für Veränderungen des Gasaustauschs entlang der alveolokapillären Membran, siehe „Lungenfunktionelle Befunde“); ggf. Ventilations‑/Perfusionsszintigraphie und/oder Angio-CT | Eingeschränkter Gasaustausch mit Abnahme des arteriellen Sauerstoffpartialdrucks unter Belastungc; bei pulmonalvaskulärer Erkrankung: Abnahme des Partialdrucks des endtidalen Kohlendioxids unter Belastung; bei Rechtsherzinsuffizienz: vorzeitige Abflachung des Sauerstoffpulses | |
| Atemmechanische Einschränkung (inspiratorische Atemmuskelschwäche, dysfunktionale Atmung) | Ggf. Nijmegen-Fragebogen für dysfunktionale Atmung | Ggf. Atemmuskelfunktionsmessung, ggf. Hyperventilationstest | Restriktives Atemmuster ohne Gasaustauschstörung, bei Hyperventilation: erhöhtes Atemäquivalent für Kohlendioxid | |
| Kardial | Myokarditis, Kardiomyopathie | Kardiologische Anamnese | Elektrokardiogramm, Echokardiographie, ggf. Kardio-MRT (nur bei therapeutischer Relevanzd), ggf. weitere kardiologische Diagnostik | Bei Linksherzinsuffizienz: vorzeitige Abflachung des Sauerstoffpulses |
| Peripher | Myopathie, Perfusionsdysregulation | Muskelschmerzen | Normalbefunde, angiologische Diagnostik | Eingeschränkte periphere Sauerstoffaufnahme (invasiv mit Messung der gemischtvenösen Sättigung) |
| Dekonditionierung | – | Trainingsstatus vor und nach COVID-19-Erkrankung | Normalbefunde | Niedrige anaerobe Schwelle und überschießende Herzfrequenzsteigerung bei niedriger Belastung; im Übrigen unauffällige Befunde |
| Nichtsomatisch | – | Psychosoziale Belastung, ggf. entsprechende Scores | Normalbefunde | Normalbefund |
ARDS „acute respiratory distress syndrome“, COVID „coronavirus disease“, CT Computertomographie, DLCO Kohlenmonoxiddiffusionskapazität, DLCO/VA Transferkoeffizient, FEV forcierte exspiratorische Einsekundenkapazität, HR-CT hochauflösende Computertomographie, IL‑6 Interleukin‑6, IMPROVE International Medical Prevention Registry on Venous Thromboembolism, LDH Laktatdehydrogenase, MRT Magnetresonanztomographie, PEF „peak expiratory flow“, RV Residualvolumen, TLC totale Lungenkapazität, VA ventiliertes Alveolarvolumen, VC Vitalkapazität, VTE venöse Thrombembolien
aLaborparameter: Aktuell sind keine spezifischen Laborparameter zur Diagnose oder Verlaufskontrolle einer Long-COVID-Erkrankung etabliert. Organspezifische Blutparameter sollten gemäß der entsprechenden Verdachtsdiagnose bestimmt werden
bAndere Belastungstests: Als Screeningtest auf eine Belastungshypoxämie kann bei Patienten mit einer Sauerstoffsättigung von über 96 % in Ruhe, bei denen eine Spiroergometrie nicht durchgeführt werden kann, gegebenenfalls auch eine Belastung mittels Geh- oder Aufstehtest durchgeführt werden. Ein Abfall der arteriellen Sauerstoffsättigung > 3 % bedarf einer weiteren Abklärung
cEine Normalisierung des Gasaustauschs unter Belastung deutet auf eine Verbesserung des Perfusions-Ventilations-Verhältnisses hin, beispielsweise durch Rekrutierung von in Ruhe minderbelüfteten Lungenbereichen (etwa bei Adipositas)
dDie Prävalenz kardiologischer Folgeerscheinungen im Sinne einer Myokarditis und Kardiomyopathie ist sehr variabel und die Relevanz unklar. Eine Kardio-MRT wird nur in Ausnahmefällen empfohlen [27]