Literature DB >> 34152445

[Sepsis in German intensive care units-Last position worldwide?… Not so fast].

Michael Bauer1, Heinrich Volker Groesdonk2, Franziska Preissing3, Petra Dickmann4, Tobias Vogelmann5, Herwig Gerlach6.   

Abstract

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Year:  2021        PMID: 34152445      PMCID: PMC8346455          DOI: 10.1007/s00101-021-00986-9

Source DB:  PubMed          Journal:  Anaesthesist        ISSN: 0003-2417            Impact factor:   1.041


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Editorial. Briegel J, Brenner Th (2021) Sterblichkeit bei Sepsis in Deutschland – Eine Frage der Repräsentativität! Anaesthesist. 10.1007/s00101-021-00984-x [gedruckt in Ausgabe 08/2021] Originalartikel. Bauer M. Groesdonk HV, Preissing F et al (2021) Sterblichkeit bei Sepsis und septischem Schock in Deutschland. Ergebnisse eines systematischen Reviews mit Metaanalyse. Anaesthesist. 10.1007/s00101-021-00917-8 [gedruckt in Ausgabe 08/2021] Leserbriefe. Gründling M, Kuhn S‑O, Scheer C (2021) Sepsisletalität in Deutschland – gute vergleichbare Daten sind aktuell nicht verfügbar. Anaesthesist. 10.1007/s00101-021-00987-8 [gedruckt in Ausgabe 08/2021] Reinhart K (2021) Methodische Schwächen und Fehler bei der Datenextraktion führen zu einer erheblichen Unterschätzung der Sterblichkeit bei Sepsis und septischem Schock in Deutschland. Anaesthesist.. 10.1007/s00101-021-00988-7 [gedruckt in Ausgabe 08/2021] Erratum. Bauer M, Groesdonk HV, Preissing F et al (2021) Erratum zu: Sterblichkeit bei Sepsis und septischem Schock in Deutschland. Ergebnisse eines systematischen Reviews mit Metaanalyse. Anaesthesist (2021). 10.1007/s00101-021-00985-w [online auf www.springermedizin.de] Die Autoren danken Herrn Reinhart und der Arbeitsgruppe um Matthias Gründling für die intensive und kritische Beschäftigung mit unserer Arbeit. Beide Autoren adressieren grundsätzlich zwei Themenkomplexe, nämlich methodische Aspekte und die Frage eines potenziellen Interessenkonflikts, sodass im Folgenden eine gemeinsame Diskussion beider Zuschriften in der geschilderten Reihenfolge der Themen erfolgen soll: Beide Leserbriefe weisen zutreffend darauf hin, dass es sich bei den in unsere Metaanalyse [1] eingeschlossenen Studien um 6 randomisiert kontrollierte Studien (RCT) zur Untersuchung von pharmakologischen und medizintechnischen Interventionen handelte, 8 Studien waren prospektive Beobachtungsstudien (davon untersuchten 2 den Einfluss von Qualitätsinitiativen), und eine Studie war eine retrospektive Beobachtungsstudie. Die 28-Tages-/30-Tages-Sterblichkeit von Sepsis in Metaanalysen anhand derartiger Studien zu untersuchen, ist internationaler Standard, wie die zuletzt auf RCT basierenden Metaanalysen zu genau dieser Frage von Stevenson et al. [2] und Luhr et al. [3] zeigen. Wir stimmen den Leserbriefschreibern zu, dass mehr Daten zu 28-Tages- und 90-Tages-Letalität aus der Versorgungsrealität verschiedener Länder wünschenswert wären. Diese liegen in dieser Form allerdings nicht vor, wie unsere Metaanalyse auch gezeigt hat. Ein internationaler Vergleich muss sich daher auf die verfügbare Evidenz stützen. Herr Reinhart weist darauf hin, dass Studien, die die Krankenhaussterblichkeit untersuchten, in der Metaanalyse unberücksichtigt blieben. Das Outcome der 28-Tages- resp. 90-Tages-Sterblichkeit wurde – wie in der Diskussion ausführlich erläutert – verwendet, da es für die internationale Vergleichbarkeit geeigneter ist als Daten zu Krankenhaus- oder Intensivsterblichkeit. Es ist auch das Standard-Outcome in internationalen Metaanalysen (z. B. Luhr et al. [3]). Umgekehrt sind Studien, die auf international nicht vergleichbaren Outcomes basieren, für einen wie von uns vorgenommenen internationalen Vergleich ungeeignet. Insbesondere ein Vergleich der Krankenhaussterblichkeit entzieht sich u. E. schon aufgrund der unterschiedlichen Gesundheitssysteme einem internationalen Vergleich; dies zeigt sich auch in den erheblichen Unterschieden bezüglich der Krankenhausverweildauer, die ihrerseits oft ein Auslagern von moribunden Patienten aufgrund von Ressourcenknappheit in „long term facilities“ widerspiegelt. Somit ist ein Vergleich der Zeit bis zum Versterben (28 Tage) obligat und geeigneter als ein Vergleich in Bezug auf den Ort des Versterbens (Krankenhaus). Nichtsdestotrotz verstehen wir, dass man für die Bewertung innerhalb Deutschlands oder zur Abbildung anderer Ziele auch andere Kennzahlen heranziehen kann. Die der Metaanalyse zugrunde liegenden Forschungsfrage untersuchte die Krankenhausletalität nicht. Daher wird hierüber auch keine Aussage getroffen. Dies stellt aber keine Schwäche unserer Arbeit dar, sondern spiegelt folgerichtig wider, dass nur Antworten auf die gestellten Forschungsfragen gegeben werden – dies war in unserem Fall der Vergleich der 28-Tages-/90-Tages-Letalität über Systemgrenzen und eben nicht ein Vergleich der (hierfür ungeeigneten) Krankenhaussterblichkeit. Unsere Arbeit betrachtet damit etablierte und internationale gebräuchliche Outcomes zur Messung der Sepsissterblichkeit im internationalen Vergleich. Die Leserbriefe adressieren, dass 4 Quellen (Bloos [4], Bloos [5], Schädler [6], Brunkhorst [7]), in denen nicht zwischen septischem Schock und Sepsis differenziert wird, als septischer Schock ausgewertet werden. Richtig ist, dass diese 4 Studien Patienten mit schwerer Sepsis und septischem Schock untersuchen und der Großteil der Patienten in den Studien an einem septischen Schock erkrankt war (Anteile der Patienten mit septischem Schock: Bloos [4]: 76 %, Bloos [5]: 87 %, Schädler [6]: 94 %, Brunkhorst [7]: 71 %). Die Datenextraktion erfolgte daher in der Form, wie im Protokoll beschrieben. Dass Patientengruppen ausgewertet werden, in denen Teilpopulationen, beispielsweise mit einem anderen Schweregrad, nicht exakt auseinandergehalten werden können, ist unstreitig ein in Metaanalysen etabliertes und weitverbreitetes Vorgehen (beispielsweise [8-13]). Wir stimmen den Leserbriefschreibern aber ausdrücklich zu, dass der Einfluss dieser Unschärfe im Rahmen von Sensitivitätsanalysen untersucht werden sollte. Aus diesem Grund haben wir diese Sensitivitätsanalyse nachgeholt. Die Ergebnisse ändern sich demnach wie folgt: Sensitivitätsanalyse von Studien, die zu 100 % Patienten mit septischem Schock beinhalten: 30-Tages-Mortalität für Deutschland 34,6 % (95 %-KI: 32,90–36,42 %; vgl. mit Hauptanalyse 30,5 % (95 %-KI: 29,30–31,67 %)). Auch unter dieser Sensitivitätsanalyse zeigt sich jedoch erneut, verglichen mit internationalen Zahlen zur 30-Tages-Mortalität der Metanalysen von Shankar-Hari et al. [14]: 46,5 % (95 %-KI, 42,7–50,3 %) und Vincent et al. [15]: 36,7 % (95 %-KI 32,8–40,8 %), kein Anhaltspunkt, dass die 30-Tages-Sterblichkeit bei septischem Schock im internationalen Vergleich in deutschen Studien erhöht wäre. Wir danken für den konstruktiven Hinweis, dass bei den Daten von Behnes [16], Bloos [17], Scheer [18] und Simon [19] die Daten für Sepsis nicht separat analysiert wurden. Diese differenzierte Beschreibung des septischen Schocks war in den betreffenden Studien nur in den Supplements enthalten und ergab sich nicht direkt aus den Studien. Es ist daher natürlich wichtig und richtig, diese Daten in unserer Studie zu berücksichtigen, weshalb wir die Metaanalyse wie folgt korrigiert haben: Inkl. der 30-Tages-Sterblichkeiten von 51,0 % (Behnes [16]), 30,7 % (Bloos [17]), 35,0 % (Scheer [18]) und 14,7 % (Simon [19]) ergeben sich folgende Daten: 30-Tages-Sterblichkeit Sepsis in deutschen Studien 26,5 % (95 %-KI 19,86–33,15 %; alt: 22,67 % (95 %-KI: 15,30–30,04 %)) (resp. in oben genannter Sensitivitätsanalyse unter Einschluss der Studien, die auch Patienten mit septischem Schock beinhalten: 26,8 % (95 %-KI: 22,02–31,63 %)). Wenn man dieses Ergebnis mit der in der Metaanalyse von Stevenson et al. [2] angegebenen 30-Tages-Mortalität von 33,2 % vergleicht, zeigt sich ebenfalls kein Anzeichen für eine erhöhte Sepsisletalität in deutschen Studien. Wir haben daher dazu ein Erratum der Studie veranlasst; die Kernaussage bleibt jedoch unverändert. Damit möchten wir zum zweiten Themenkomplex, einem Interessenkonflikt, der aus der Vergabe der Analyse an eine Firma (LinkCare Stuttgart) resultiert, Stellung beziehen. Die Affiliationen aller Autoren weisen adäquat die Zugehörigkeit zu akademischen oder kommerziellen Institutionen aus; die Arbeit ist adäquat als Auskopplung der Subgruppe der deutschen Daten aus einer früheren Metaanalyse der Autoren (Bauer [20]), die mit finanzieller Unterstützung von CytoSorbents erstellt wurde, ausgewiesen. Laut AWMF-Regelwerk Leitlinien sind Interessenkonflikte definiert als „Gegebenheiten, die ein Risiko dafür schaffen, dass professionelles Urteilsvermögen oder Handeln, welches sich auf ein primäres Interesse bezieht, durch ein sekundäres Interesse unangemessen beeinflusst wird“. Hierunter werden berechtigterweise seit geraumer Zeit weit mehr Faktoren als die finanzielle Unterstützung durch eine Firma gesehen. Zu sekundären Interessen zählen daher auch akademische, klinische, persönliche Interessen, deren Ausprägungsgrade und Bedeutungen variieren können. Alle Autoren:innen der Arbeit haben darüber hinaus keinerlei persönliche Interessenkonflikte anzugeben. Im Gegensatz dazu ist in Bezug auf das zitierte Regelwerk der AWMF zu potenziellen Interessenskonflikten festzustellen, dass die angeblich in Deutschland bestehende Übersterblichkeit septischer Patienten:innen, wie von Reinhart angeführt, zur Forderung nach externen Qualitätssicherungsmaßnahmen herangezogen wird. Begründet wird diese Forderung mit einer, aus Sicht der Autoren, unzureichenden Datenbasis, die ausschließlich auf der Krankenhaussterblichkeit dieser Patienten:innen fußt. Aus diesem Grund schließen wir uns hier ausdrücklich der Forderung von Gründling an, dass Daten zu diesem Thema auch für die Versorgungssituation in Deutschland und Europa, basierend auf 28-Tage- und 90-Tage-Sterblichkeit, generiert werden sollten. In Abwesenheit solcher validen Daten sollten Forderungen nach externen Qualitätssicherungsmaßnahmen bei Sepsis, die zu Recht nicht unumstritten sind [21], ausbleiben und bestehende Systeme unter Beachtung der aktuellen Literatur kritisch bewertet werden.
  21 in total

Review 1.  Developing a New Definition and Assessing New Clinical Criteria for Septic Shock: For the Third International Consensus Definitions for Sepsis and Septic Shock (Sepsis-3).

Authors:  Manu Shankar-Hari; Gary S Phillips; Mitchell L Levy; Christopher W Seymour; Vincent X Liu; Clifford S Deutschman; Derek C Angus; Gordon D Rubenfeld; Mervyn Singer
Journal:  JAMA       Date:  2016-02-23       Impact factor: 56.272

2.  Effect of empirical treatment with moxifloxacin and meropenem vs meropenem on sepsis-related organ dysfunction in patients with severe sepsis: a randomized trial.

Authors:  Frank M Brunkhorst; Michael Oppert; Gernot Marx; Frank Bloos; Katrin Ludewig; Christian Putensen; Axel Nierhaus; Ulrich Jaschinski; Andreas Meier-Hellmann; Andreas Weyland; Matthias Gründling; Onnen Moerer; Reimer Riessen; Armin Seibel; Maximilian Ragaller; Markus W Büchler; Stefan John; Friedhelm Bach; Claudia Spies; Lorenz Reill; Harald Fritz; Michael Kiehntopf; Evelyn Kuhnt; Holger Bogatsch; Christoph Engel; Markus Loeffler; Marin H Kollef; Konrad Reinhart; Tobias Welte
Journal:  JAMA       Date:  2012-06-13       Impact factor: 56.272

3.  Conventional compared to network meta-analysis to evaluate antibiotic prophylaxis in patients with cancer and haematopoietic stem cell transplantation recipients.

Authors:  Juan Pablo Diaz Martinez; Paula D Robinson; Bob Phillips; Thomas Lehrnbecher; Christa Koenig; Brian Fisher; Grace Egan; L Lee Dupuis; Roland A Ammann; Sarah Alexander; Sandra Cabral; George Tomlinson; Lillian Sung
Journal:  BMJ Evid Based Med       Date:  2020-08-31

4.  The effect of a novel extracorporeal cytokine hemoadsorption device on IL-6 elimination in septic patients: A randomized controlled trial.

Authors:  Dirk Schädler; Christine Pausch; Daniel Heise; Andreas Meier-Hellmann; Jörg Brederlau; Norbert Weiler; Gernot Marx; Christian Putensen; Claudia Spies; Achim Jörres; Michael Quintel; Christoph Engel; John A Kellum; Martin K Kuhlmann
Journal:  PLoS One       Date:  2017-10-30       Impact factor: 3.240

5.  Mortality in sepsis and septic shock in Europe, North America and Australia between 2009 and 2019- results from a systematic review and meta-analysis.

Authors:  Michael Bauer; Herwig Gerlach; Tobias Vogelmann; Franziska Preissing; Julia Stiefel; Daniel Adam
Journal:  Crit Care       Date:  2020-05-19       Impact factor: 9.097

6.  Efficacy of antibiotic prophylaxis in patients with cancer and hematopoietic stem cell transplantation recipients: A systematic review of randomized trials.

Authors:  Grace Egan; Paula D Robinson; Juan P D Martinez; Sarah Alexander; Roland A Ammann; L Lee Dupuis; Brian T Fisher; Thomas Lehrnbecher; Bob Phillips; Sandra Cabral; George Tomlinson; Lillian Sung
Journal:  Cancer Med       Date:  2019-07-05       Impact factor: 4.452

7.  [Mortality in sepsis and septic shock in Germany. Results of a systematic review and meta-analysis].

Authors:  Michael Bauer; Heinrich Volker Groesdonk; Franziska Preissing; Petra Dickmann; Tobias Vogelmann; Herwig Gerlach
Journal:  Anaesthesist       Date:  2021-02-09       Impact factor: 1.041

8.  Diagnostic and prognostic utility of soluble CD 14 subtype (presepsin) for severe sepsis and septic shock during the first week of intensive care treatment.

Authors:  Michael Behnes; Thomas Bertsch; Dominic Lepiorz; Siegfried Lang; Frederik Trinkmann; Martina Brueckmann; Martin Borggrefe; Ursula Hoffmann
Journal:  Crit Care       Date:  2014-09-05       Impact factor: 9.097

9.  Impact of compliance with infection management guidelines on outcome in patients with severe sepsis: a prospective observational multi-center study.

Authors:  Frank Bloos; Daniel Thomas-Rüddel; Hendrik Rüddel; Christoph Engel; Daniel Schwarzkopf; John C Marshall; Stephan Harbarth; Philipp Simon; Reimer Riessen; Didier Keh; Karin Dey; Manfred Weiß; Susanne Toussaint; Dirk Schädler; Andreas Weyland; Maximillian Ragaller; Konrad Schwarzkopf; Jürgen Eiche; Gerhard Kuhnle; Heike Hoyer; Christiane Hartog; Udo Kaisers; Konrad Reinhart
Journal:  Crit Care       Date:  2014-03-03       Impact factor: 9.097

10.  Pulmonary Embolism Does Not Have an Unusually High Incidence Among Hospitalized COVID19 Patients.

Authors:  Nicolas Gallastegui; Jenny Y Zhou; Annette von Drygalski; Richard F W Barnes; Timothy M Fernandes; Timothy A Morris
Journal:  Clin Appl Thromb Hemost       Date:  2021 Jan-Dec       Impact factor: 2.389

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