| Literature DB >> 33851230 |
Sophie Neuhaus1, Christopher Neuhaus2, Markus A Weigand2, Dorothee Bremerich3.
Abstract
As the incidence of diseases during pregnancy that necessitate intensive medical care is very low, intensive care physicians are faced with a multitude of unfamiliar challenges in the treatment of these patients. The physiological and pathophysiological alterations during pregnancy induce some specific features with respect to the intensive medical treatment of pregnant or postpartum patients. After the most important principles and current recommendations on the care of pregnant or postpartum patients who need intensive medical treatment were dealt with in the first article in this CME series, the second article focuses on the diagnostics and treatment of special selected pathologies.Entities:
Keywords: Amniotic fluid embolism; Cardiomyopathy; Peripartum; Preeclampsia; Sepsis
Mesh:
Year: 2021 PMID: 33851230 PMCID: PMC8043427 DOI: 10.1007/s00101-021-00946-3
Source DB: PubMed Journal: Anaesthesist ISSN: 0003-2417 Impact factor: 1.041

| Wirkstoff | Wirkmechanismus | Indikation | Dosierung | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Urapidil | β1-Blocker, periphere Vasodilatation | Initial 6,25 mg i.v. über 2 min, danach 3–24 mg/h via Perfusor | – | |
| Dihydralazin | Arterioläre Vasodilatation | Alternative zu Urapidil | Initial 5 mg i.v., über 2 min., danach 2–20 mg/h via Perfusor oder 5 mg alle 20 min | Bei Volumenmangel ausgeprägte, überschießende Hypotonie, fetale Beeinträchtigung, verzögerter Wirkeintritt (10–20 min nach i.v.-Applikation) |
| Nifedipin oder Nicardipin | Kalziumantagonist | Kurzzeitgabe bei schwerer Eklampsie möglich | Nifedipin: 5 mg p.o., ggf. nach 20 min wiederholen | |
| α‑Methyldopa | Hemmung der zentralen Sympathikusaktivität | p.o.; 2‑ bis 4‑mal 250–500 mg/Tag, max. 2 g/Tag | Nur oral verfügbar, langsame Anschlagzeit, daher zur akuten Intervention nicht geeignet | |
| Glyceroltrinitrat („Nitroglyzerin“) | Wirkeintritt: 2–5 min, HWZ: 1–4 min | Kompensation des hypertensiven Effekts bei Intubation/Extubation, pulmonaler Hypertonie oder myokardialer Ischämie. Bei Versagen der Medikamente der 1. Wahl | 0,4–0,8 mg sublingual, dann 2–10 ml/h via Perfusor (50 mg/50 ml) | – |
| Furosemid | Diuretikum | Bei Lungenödem/Herzinsuffizienz | 10–20 mg i.v., ggf. Wiederholung mit erhöhter Dosis | |
| Magnesiumsulfat | Antikonvulsivum | Mittel der 1. Wahl zur Prophylaxe und Therapie einer Eklampsie | Initial 4–6 g i.v. (in 50 ml) über 15–20 min (als KI oder via Perfusor) Erhaltungsdosis: 1–2 g/h | Antidot: Kalziumgluconat 1 g i.v. |
HWZ Halbwertszeit, KI Kurzinfusion

| Infektionen des Genitaltrakts | Z. B. Endometritis, retinierte Plazentareste, infizierte perineale Wunden Können mit konstanten starken abdominellen Schmerzen und Druckschmerzhaftigkeit in Erscheinung treten |
| Harnwegsinfektionen | Eine akute Pyelonephritis sollte aggressiv behandelt werden Schwere Infektionen mit der Gefahr der Hydronephrose können die chirurgische Drainage (Nephrostomie) notwendig machen, um eine chronische Funktionseinschränkung der Nieren zu verhindern |
| Mastitis | Eine unbehandelte Mastitis kann durch eine Abszedierung, eine nekrotisierende Fasziitis und ein „toxic shock syndrome“ kompliziert werden Panton-Valentine-Leukozidin(PVL)-produzierender |
| Atemwegsinfektionen | β‑Lactam-Antibiotika in Kombination mit einem Makrolid kommen zur Therapie von Atemwegsinfektionen mit typischen und atypischen Erregern in der Schwangerschaft zum Einsatz Eine Hämoptyse kann ein Zeichen für eine Pneumokokkeninfektion sein. Zusätzlich zur Diagnostik im Trachealsekret kann Pneumokokkenantigen gegen Eine schwere Hämoptyse in Kombination mit reduzierter Leukozytenzahl wurde bei PVL-assoziierter nekrotisierender Pneumonie beobachtet, die selbst bei jungen Patienten eine Mortalität > 70 % besitzt |
| Gastrointestinale Infektionen | Bei den meisten Patientinnen können Salmonellen- oder Diarrhö und Erbrechen können klinische Zeichen eines Toxic shock syndrome sein |
| Haut- und Weichteilinfektionen | Haut- und Weichteilinfektionen können mit einem Toxic shock syndrome assoziiert sein. I.v.-Zugänge, Injektionsstellen, Sectio-Wunden und Episiotomien sind häufig Ausgangspunkte von Infektionen. Zugänge, Drainagen und andere Devices sollten daher immer so früh wie möglich entfernt werden Das Frühstadium der nekrotisierenden Fasziitis kann ohne sichtbare Hautveränderungen auftreten, da eine Entstehung im tiefer gelegenen Gewebe möglich ist. Das Spätstadium der nekrotisierenden Fasziitis geht mit Hautveränderungen und Nekrosen einher Spinale Abszesse sind eine seltene, aber typische Komplikation der geburtshilflichen Regionalanästhesie. Der fortwährende Druck auf nervale Strukturen aufgrund der Raumforderung (Abszess) kann ein permanentes neurologisches Defizit bis hin zur Querschnittslähmung verursachen. Der häufigste Erreger spinaler Abszesse ist |
ESBL Extended-Spectrum-β-Lactamasen, bakterielle Enzyme (β-Lactamasen), die ein erweitertes Spektrum β-Lactam-haltiger Antibiotika spalten können; MRSA Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus