Literature DB >> 33850335

[Training together safely for our small and smallest patients].

Lukas Mileder1,2, Philipp Jung1,3,4, Florian Hoffmann1,3,5, Ellen Heimberg1,3,6.   

Abstract

Entities:  

Year:  2021        PMID: 33850335      PMCID: PMC8029605          DOI: 10.1007/s00112-021-01171-3

Source DB:  PubMed          Journal:  Monatsschr Kinderheilkd        ISSN: 0026-9298            Impact factor:   0.323


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Replik zum Leserbrief

Schwindt J (2021) Dringender Appell zu gesetzlich geregelten Sicherheits- und Trainingsstandards. Monatsschr Kinderheilkd. 10.1007/s00112-021-01170-4

Originalbeitrag

Jung P, Mileder L, Hoffmann F, Heimberg E (2020) Simulationsbasierte pädiatrische Notfallteamtrainings in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie. Monatsschr Kinderheilkd 168:1130–1131. 10.1007/s00112-020-01055-y Wir möchten uns für die Erwiderung [1] von unseren geschätzten Kollegen und „Brüdern im Geiste“, Jens-Christian Schwindt und Hans Härting, herzlich bedanken. PAEDSIM e. V. und Netzwerk Kindersimulation e. V. haben es sich zum obersten Ziel gesetzt, die Behandlungsqualität von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Hierzu sollen die simulationsbasierte Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen gefördert, ihre flächendeckende Nutzung, insbesondere im deutschsprachigen Raum, unterstützt sowie diese ungemein effektive didaktische Modalität forschungsgeleitet weiterentwickelt und verfeinert werden. Insofern stimmen wir mit unseren Kollegen vollends überein, dass Simulationstraining im Team 1) ein unverzichtbarer Bestandteil der Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen ist und 2) aufgrund seines Potenzials zur Verbesserung von Handlungskompetenz und Patient*innen-Outcome [2, 3] den gleichen Stellenwert wie das direkte klinische Arbeiten haben muss. Mit großer Sorge haben wir in unseren eigenen medizinischen Tätigkeitsbereichen, aber auch als Vertreter*innen von PAEDSIM e. V. und Netzwerk Kindersimulation e. V. beobachtet, dass seit Beginn der durch die „coronavirus disease 2019“ (COVID-19) verursachten Pandemie zahlreiche simulationsbasierte Teamtrainings mit essenziellen medizinischen Inhalten aus unterschiedlichen Gründen verschoben oder gar gänzlich abgesagt wurden. Obgleich die aus dem Trainingsdefizit erwachsenden negativen Konsequenzen unsererseits nicht eindeutig abschätzbar sind, muss doch begründeterweise befürchtet werden, dass damit Qualitätseinbußen in der Behandlung von kritisch kranken Kindern und Jugendlichen einhergehen werden. Dies wollen wir als Ärzt*innen, aber auch als Simulationstrainer*innen und Expert*innen für Patient*innensicherheit keinesfalls begünstigen oder auch nur zulassen! Während wir den kritischen Blick auf unsere Stellungnahme schätzen, stellen wir jedoch fest, dass in dem Leserbrief zwei unterschiedliche Aspekte miteinander vermengt werden, namentlich die Forderung nach gesetzlich verpflichtenden Simulationstrainings im Team und die Kritik an unserer Zurückhaltung in der Forderung nach simulationsbasierten Trainings während der COVID-19-Pandemie [4]. Im Folgenden möchten wir zu beiden Aspekten Stellung beziehen. Wir als Vertreter*innen von PAEDSIM e. V. und Netzwerk Kindersimulation e. V. teilen seit Langem den Wunsch nach gesetzlich vorgeschriebenen, regelmäßigen neonatologisch-pädiatrischen Simulationstrainings für Personal im Gesundheitswesen. In diesem Kontext empfiehlt daher auch die Arbeitsgruppe für Pädiatrische Simulation und Patient*innensicherheit der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde in einem demnächst veröffentlichten Positionspapier „gesetzlich vorgeschriebene, verpflichtende Trainings von neonatologischen bzw. pädiatrischen Basisreanimationsmaßnahmen, mindestens alle sechs Monate für medizinisches und pflegerisches Personal in notfallmedizinischen Bereichen (z. B. Notaufnahme) und auf intensivmedizinischen oder intermediate-care-Stationen sowie zumindest jährliche Trainings für ärztliches und pflegerisches Personal in anderen Bereichen …“. Diese Arbeitsgruppenempfehlung soll unseren Fachbereich der Kinder- und Jugendmedizin näher an den Standard der „high reliability organizations“ [5] heranbringen und kann hierbei wegbereitend sein. Seit der Erstellung unserer Stellungnahme [4] vor 6 Monaten hat nicht nur das medizinische Wissen über COVID-19 deutlich zugenommen, sondern wir als Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen haben in der Zwischenzeit auch sicheres Verhalten sowie Anwendung und Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung optimiert. Zudem gehören regelmäßige Testungen von Gesundheitspersonal auf eine Infektion mit dem „severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2“ (SARS-CoV-2) mittlerweile zum Standard, sodass wir nunmehr auf geänderte Rahmenbedingungen blicken. Aus heutiger Sicht erscheint es schwer zu argumentieren, warum rezent SARS-CoV-2-negativ getestete Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen, die unter Wahrung der erforderlichen Schutzmaßnahmen regelmäßig miteinander reale Patient*innen betreuen, nicht auch gemeinsam an essenziellen Notfallsimulationstrainings teilnehmen sollen. Die von Jens-Christian Schwindt und Hans Härting vorgeschlagenen Maßnahmen werden helfen, das Infektionsrisiko im Rahmen von Teamtrainings weiter zu reduzieren. Aus unserer Sicht erscheinen hierzu v. a. die Vermittlung von theoretischen Inhalten mithilfe von Online-Fortbildungen zur Reduktion der direkten Kontaktzeit der Trainingsteilnehmer*innen, die Trainingsabhaltung in kleinstmöglichen, jedoch realistischen Gruppen, sowie die stringente Einhaltung erforderlicher hygienischer Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich Hände- und Materialhygiene, Tragen von Masken der „Filtering-face-piece“(FFP)-Kategorie 2 und (wo möglich) Sicherheitsabstand wesentlich. Nachdem wir jedoch nicht unseren alleinigen Fokus auf die Behandlungsqualität unserer Patient*innen, sondern auch auf die Sicherheit des mit deren Versorgung betrauten Personals legen wollen, möchten wir betonen, dass trotz aller Schutzmaßnahmen Trainingsaktivitäten engmaschig im Hinblick auf mögliche Ansteckungsfälle observiert werden sollten, um im Bedarfsfall frühestmöglich adäquate sicherheitsoptimierende Maßnahmen einleiten zu können. Jedoch müssen wir auch die traurige Realität anerkennen, dass Gesundheitspersonal in diesen Tagen – nicht zuletzt aufgrund von temporären De-facto-Klinikschließungen durch regionale COVID-19-Ausbrüche [6] – mit der Aufrechterhaltung der Patient*innenversorgung besonders ge- und mitunter auch überfordert ist [7, 8]. Dies gilt nicht zuletzt aufgrund von temporären De-facto-Klinikschließungen durch regionale COVID-19-Ausbrüche [6]. Daher kann und darf die wünschenswerte Wiederaufnahme bzw. Weiterführung von Notfallsimulationstrainings im Team nicht auf Kosten des ohnehin bereits geforderten Personals gehen. Sie soll auch nicht von enthusiastischen Einzelpersonen abhängig sein, sondern ist vielmehr ein Auftrag an Krankenanstaltenträger, Betriebsverantwortliche und politische Entscheidungsträger*innen.
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1.  Significant Reduction of Catheter-associated Blood Stream Infections in Preterm Neonates After Implementation of a Care Bundle Focusing on Simulation Training of Central Line Insertion.

Authors:  Manuel Steiner; Michaela Langgartner; Francesco Cardona; Thomas Waldhör; Jens Schwindt; Nadja Haiden; Angelika Berger
Journal:  Pediatr Infect Dis J       Date:  2015-11       Impact factor: 2.129

2.  High-Reliability Organizations: The Next Frontier in Healthcare Quality and Safety.

Authors:  Marisa S Polonsky
Journal:  J Healthc Manag       Date:  2019 Jul-Aug

3.  Regular in-situ simulation training of paediatric Medical Emergency Team leads to sustained improvements in hospital response to deteriorating patients, improved outcomes in intensive care and financial savings.

Authors:  Ulf Theilen; Laura Fraser; Patricia Jones; Paul Leonard; Dave Simpson
Journal:  Resuscitation       Date:  2017-03-28       Impact factor: 5.262

4.  [Simulation-based pediatric emergency team training in times of the SARS-CoV-2 pandemic].

Authors:  Philipp Jung; Lukas Mileder; Florian Hoffmann; Ellen Heimberg
Journal:  Monatsschr Kinderheilkd       Date:  2020-11-17       Impact factor: 0.323

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