| Literature DB >> 32990815 |
Frank Breuckmann1, Darius G Nabavi2, Felix Post3, Armin J Grau4, Evangelos Giannitsis5, Matthias Hochadel6, Jochen Senges6, Otto Busse7, Thomas Münzel8.
Abstract
BACKGROUND: Chest pain units (CPU) and stroke units (SU) have both become established as essential components of clinical emergency care. For both instances dedicated certification processes are installed. Up to summer 2020, 290 CPUs and 335 SUs have been successfully certified.Entities:
Keywords: Benchmarking; Cardiovascular emergencies; Clinic; Quality control; Tiered emergency care
Mesh:
Year: 2020 PMID: 32990815 PMCID: PMC7523490 DOI: 10.1007/s00059-020-04984-2
Source DB: PubMed Journal: Herz ISSN: 0340-9937 Impact factor: 1.443

| CPU | SU | |
|---|---|---|
| Organisation und Leitung | Fachliche Leitung durch die Kardiologie; Bestandteil der kardiologischen Klinik | Überregionale SU: Abteilung für Neurologie am Standort |
| Regionale SU: sofern Leitung durch Innere Klinik, 24/7-Verfügbarkeit eines Facharztes für Neurologie | ||
| Konzeption | Separate Struktur, eingebunden in die Notaufnahmeeinheit oder angegliedert an eine Überwachungseinheit | Räumliche Überwachungseinheit mit ausgewiesenen Monitorplätzen |
| Anzahl Monitorplätze | ≥4 Überwachungsplätze, zusätzlich 1 Überwachungsplatz pro 50.000 Einwohner | Überregionale SU: ≥6 |
| Regionale SU: ≥4 | ||
| Apparative Voraussetzung | Vorhalten von EKG, TTE, TEE, CT, ggf. MRT, Device-Abfrage, Sonographie, Notfallequipment und kardialer Laborchemie | Zentrale Monitorüberwachung, Notfallequipment, komplette (neuro-)radiologische, kardiale und laborchemische Ausstattung |
| Personelle Voraussetzung | Spezielle Schulung und Einarbeitungskonzepte | Spezielle Schulung und Einarbeitungskonzepte |
| Ärzte: Präsenzplicht für CPU-Assistenzärzte mit definierter Mindesterfahrung, Kardiologen in ständiger Anwesenheit oder Rufbereitschaft | Ärzte: Präsenzpflicht wochentags 12 h, darüber hinaus rasche ärztliche Verfügbarkeit | |
| Pflege: spezielle CPU-Schulung | Pflege: konkrete Mindestvorgaben für die SU (Anzahl mit DSG-SU-Pflegezertifikat) sowie für angrenzende Bereiche (z. B. Allgemeinstation, IMC, ITS) | |
| – | Therapeuten: Präsenzpflicht in der Regelarbeitszeit, Verfügbarkeit auch an Wochenenden/Feiertagen obligat | |
| Obligate Kooperationspartner | Notaufnahme, Rettungsdienst, Intensivstation, Herzkatheterlabor, Radiologie, Herz- und Gefäßchirurgie, Labormedizin, niedergelassene Kardiologen | Notaufnahme, Radiologie/Neuroradiologie, Neurochirurgie, Kardiologie, Gefäßchirurgie, Intensivmedizin, Laborchemie, Rehabilitation |
| Überregionale SU: zusätzliche Anforderungen für Neuroradiologie, Innere Medizin mit Kardiologie | ||
| Weitere obligate Mindestanforderungen | Präklinisches STEMI-Konzept mit Direktanfahrt des Herzkatheterlabors | Schlaganfallmanual für Ärzte und Pflege mit inhaltlichen Mindestvorgaben und regelmäßiger Revision; konsentiertes, schriftliches Rettungsdienstkonzept mit verbindlichen Vorgaben zur prähospitalen Akutversorgung und Zuweisung |
| Allgemeine Anforderungen | Vorgehen nach festen, an den Leitlinien orientierten Standards und CPU-spezifischen SOP | Vorgehen nach festen, an den Leitlinien orientierten Standards; SU-Manual für Ärzte und Pflege mit inhaltlichen Mindestvorgaben |
| Allgemeine Mindeststandards | Definiertes Triage-System, definierte Obergrenzen für Transferzeiten, ständige Verfügbarkeit (mit Ausfallkonzept), Vorhalten von mindestens 4 interventionell tätigen Kardiologen | – überregionale SU: ≥500 Patienten und ≥50 Thrombolysetherapien – regionale SU: ≥250 Patienten und ≥25 Thrombolysetherapien |
| Obergrenze für TIA und Mitbehandlung nichtvaskulärer Patienten inkl. „stroke mimics“ | ||
| Akuttherapie | – Wire-Crossing-Zeit bei STEMI: <90–120 min – ACS mit Hochrisikokonstellation: <120 min – Eingriff bei NSTEMI und GRACE >140: <24 h – Eingriff beim troponinnegativen ACS mit RF: <72 h | – Tür-Lyse-Zeit: <60 min – Tür-Katheter-Zeit: <90 min |
| Diagnostik | Definition qualitativer Mindeststandards für die Krankheitsentitäten: STEMI, NSTE-ACS, chronisches Koronarsyndrom, hypertensive Entgleisung, akute Lungenembolie, akutes Aortensyndrom, Vorhofflimmern, kardiogener Schock, Reanimation, ICD-Entladung, SM-Fehlfunktion, Synkope; frühe Risikostratifizierung aller Patienten, TTE bei allen Patienten | – CCT, MRT – Gefäßdiagnostik: akute CTA/MRA >20 %, Ultraschall – Echokardiographie: TEE-Rate ≥15 %, TTE, LZ-EKG – erweiterte Rhythmusdiagnostik für kryptogene Insulte |
| Rehabilitation | Bisher nicht vorgesehen | – tägliche Behandlung in der SU obligat – strukturierte poststationäre Zuweisung zur Rehabilitation |
| Obligate Maßnahmen zusätzlich zu den gesetzlichen Auflagen | Regelmäßige interne Fallkonferenzen und Feedback-Mmechanismen, regelmäßige Reanimationstrainings | Teilnahme an ADSR-Schlaganfallregister mit halbjährlicher und jährlicher Auswertung definierter Qualitätsindikatoren mit Mindesteingabequote von ≥90 %, Teilnahme an BQS-Karotischirurgie, regelmäßige interne Audits nach dem vollständigen Kriterienkatalog |
EKG Elektrokardiogramm, TTE transthorakale Echokardiographie, TEE transösophageale Echokardiographie, CT Computertomographie, MRT Magnetresonanztomographie, DSG Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, IMC „intermediate care“, ITS Intensivstation, STEMI ST-Strecken-Hebungs-Infarkt, SOP „standard operating procedure“, TIA transitorische ischämische Attacke, ACS akutes Koronarsyndrom, NSTEMI Nicht-ST-Strecken-Hebungs-Infarkt, NSTE-ACS Nicht-ST-Strecken-Hebungs-ACS, ICD implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, SM Schrittmacher, CCT kraniale Computertomographie, CTA CT-Angiographie, MRA MR-Angiographie, LZ-EKG Langzeit-EKG, ADSR Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfallregister, BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

| CPU | SU | |
|---|---|---|
| Zertifizierungskonzept | Fachgesellschaftsbasierte Kriterien | Fachgesellschaftsbasierte Kriterien |
| Einheitliche Standards mit einer Versorgungsstufe | Mehrstufiges System mit Einheiten unterschiedlicher Ordnung | |
| Fachgesellschaftsbasiertes Zertifizierungsverfahren | Fachgesellschaftsbasiertes Zertifizierungsverfahren mit zusätzlicher Beteiligung einer externen Zertifizierungsfirma | |
| Keine festen Update-Intervalle der Kriterien | Revision der Kriterien alle 3 Jahre | |
| Gültigkeit 3 Jahre (Erstzertifizierung) bzw. 5 Jahre (Rezertifizierung) | Gültigkeit 3 Jahre | |
| Qualitäts-Benchmarking | Interne Feedback-Mechanismen für Qualität der Diagnostik und Therapie | Interne Qualitätskontrollen |
| Übergeordnetes Benchmarking nicht vorgesehen | Obligates externes Qualitätsmanagement mit Erfassung und übergeordneter Überwachung von Qualitätsparametern | |
| Zertifizierungsstand | 290 zertifizierte Einheiten (07/2020) | 335 zertifizierte Einheiten (07/2020) |
| Programme in Europa | Schaffung von einheitlichen Kriterien durch die europäische Fachgesellschaft | Schaffung von einheitlichen Zertifizierungskriterien im Subsidiaritätsprinzip |
| Kein geplantes Zertifizierungsverfahren | Aktionsplan zur Zertifizierung von gestuften Einheiten europaweit bis 2030 über eine europäische Instanz | |
| Vergütung | Mischkalkulation über freie stationäre Bettenkapazitäten und erhöhten Interventionsanteil | Eigene OPS mit Erhöhung des Relativgewichts |
| Modul in der gestuften Notfallversorgung | Modul in der gestuften Notfallversorgung |
OPS Operationen- und Prozedurenschlüssel