| Literature DB >> 30386191 |
L Thomas1.
Abstract
Entities:
Year: 2002 PMID: 30386191 PMCID: PMC6208057
Source DB: PubMed Journal: EJIFCC ISSN: 1650-3414
Häufige Probennahme-bedingte Hämolysen /4/
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Zu starke Aspiration, insbesondere, wenn oberflächliche Venen punktiert werden. Dabei soll die Aspiration vermittels dünner Nadeln weniger Hämolyse verursachen als durch weitlumige, da dann die Flußrate gering und somit die Fließgeschwindigkeit, Turbulenz und Hämolyse klein sein sollen / |
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Partielle Obstruktion eines venösen oder arteriellen Katheters. Das hat eine verstärkte Aspiration zur Folge, wenn die Probennahme mit einer Spritze erfolgt. |
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Probennahme mit einer Spritze und anschließender Aufteilung der Probe auf mehrere Probenröhrchen. |
Häufige Ursachen für Hämolyse nach Probennahme
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Kräftiges Schütteln des Blutes |
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Zentrifugation des Blutes vor kompletter Gerinnung |
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Zentrifugation teilgeronnener Proben von antikoagulierten Patienten |
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Erzeugung von Unter- oder Überdruck im Probenröhrchen |
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Verdünnung des Blutes mit hypotoner Lösung |
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Einfrieren und Auftauen von Vollblut |
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Lagerung oder Transport von Vollblut über mehrere Tage bei Raumtemperatur / |
Indikatoren für Hämolyse
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Rotfärbung von Plasma oder Serum |
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Unerwartete Erhöhung von Kalium, LDH, AST, saurer Phosphatase, Neuron-spezifischer |
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Enolase |
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Erniedrigung von Haptoglobin |
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Anstieg des indirekten Bilirubins |
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Erhöhung des Retikulozytenindex Hämolysen / |
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Zu starke Aspiration, insbesondere, wenn oberflächliche Venen |
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punktiert werden. Dabei soll die Aspiration vermittels dünner Nadeln weniger Hämolyse verursachen als durch weitlumige, da dann die Flußrate gering und somit die Fließgeschwindigkeit, Turbulenz und Hämolyse klein sein sollen / |
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Partielle Obstruktion eines venösen oder arteriellen Katheters. Das hat eine verstärkte Aspiration zur Folge, wenn die Probennahme mit einer Spritze erfolgt. |
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Probennahme mit einer Spritze und anschließender Aufteilung der Probe auf mehrere Probenröhrchen. |
Störungen von Meßgrößen bzw. Methoden durch Hämolyse
| Die Aktivität der AST im Erythrozyten ist 40mal höher als im Plasma. Bei Serumaktivitäten im Entscheidungsbereich verursacht eine in vitro-Hämolyse von 1,5 g/l falsch hohe Werte durch AST-Addition/ |
| Zu niedrige Konzentrationen werden mit der Jendrassik-Gróf-Methode gemessen, da die Pseudoperoxidaseaktivität von Hämoglobin die Diazofarbstoffbildung hemmt. Die Hemmung tritt auf, wenn die freie Hämoglobinkonzentration im Serum höher als 0,8 g/l ist / |
| Aus Erythrozyten freigesetzte Adenylatkinase erhöht die enzymatisch gemessene CK- und CK-MBAktivität. Die zum Reaktionsgemisch addierte Adenylatkinase kann nicht mehr durch vorhandenesAMP und Diadenosinpentaphosphat gehemmt werden. Es resultiert eine Erhöhung des Meßsignals. |
| Potentiell ist Hämoglobin eine große Quelle für Eisen. Da aber die Eisen-Porphyrinbindung stärker als die Eisen-Transferrinbindung ist und die Eisenbestimmungsmethoden das Transferrin-gebundene Eisen messen, ist der additive Eiseneffekt bei Hämolyse gering / |
| Der additive Effekt von Hämoglobin zum Gesamteiweiß ist zwar gering, aber signifikant. |
| Erst hohe Hämoglobinkonzentrationen bewirken erniedrigte Serumwerte. Die Uricase-Katalase-Methode (Kageyama-Reaktion) ist störanfälliger als die Uricase-Peroxidase-Methode (Trinder- Reaktion). |
| Die Kaliumkonzentration im Erythrozyten ist etwa 25mal höher als im Plasma. Auch bei durch Rotfärbung nicht sichtbarer in vitro-Hämolyse (< 0,3 g freies Hämoglobin/l) steigt die Kaliumkonzentration an. Das ist z. B. der Fall bei mehrstündigem Stehen von Vollblut mit niedrigen Glucosewerten bei Raumtemperatur. |
| Blutzellen haben einen hohen Phosphorgehalt, der aber organisch als Ester gebunden ist. Die Addition organischer Phosphatester zum Serum kann dort zu einer Freisetzung von anorganischem Phosphat führen, woraus falsch hohe Phosphatkonzentrationen resultieren können. Serum sollte deshalb innerhalb von 2 h von den Erythrozyten getrennt werden. |
| Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe wandern zwischen der á2- und â-Globulinfraktion, freies Hämoglobin als diffuse rötliche Bande in der â-Globulinfraktion. |
| Wie die Meßgrößen der klinischen Chemie sind auch Immunoassays von den Diagnostikaherstellernauf Störungen durch Hämolyse geprüft und enthalten entsprechende Angaben. Nicht selten erfolgt die Prüfung auf den Störfaktor Hämolyse nur durch die Zugabe von Hämoglobin; meist wird humanes Methämoglobin verwendet. Bei vermuteter Störung eines Immunoassays durch Hämolyse darf jedoch nicht Hämoglobin mit Hämolyse gleichgesetzt werden; da außer Hämoglobin auch andere Inhaltsstoffe von Blutzellen den Immunoassay stören können. Es ist deshalb wichtig; beim Diagnostikahersteller nachzufragen wie die Prüfung auf Hämolyse erfolgte |
Differenzierung der Hämolyseformen /1/
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Parallele Erhöhung von Hämoglobin (Rotfärbung von Plasma/Serum), Kalium, LDH, AST, aber Haptoglobin und Retikulozytenindex normal. |
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Unerwartete Erhöhung von Kalium, aber keine Rotfärbung von Plasma/Serum; LDH im Referenzbereich. Tritt z. B. auf bei mehrtägiger Lagerung von Vollblut. |
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Parallele Erhöhung von Hämoglobin (Rotfärbung von Plasma/Serum) und LDH ohne parallelen Anstieg von Kalium. |
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Keine Rotfärbung von Plasma/Serum, aber Erniedrigung von Haptoglobin und eventuell Erhöhung von LDH, von indirektem Bilirubin und/-oder des Retikulozytenindex. |
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Keine Rotfärbung des Serums, aber Erhöhung von LDH, Kalium und saurer Phosphatase. Im Plasma kein Anstieg dieser Meßgrößen. Tritt z. B. auf bei Zuständen mit Thrombozytose |