| Literature DB >> 35612655 |
Julia E Fromme1,2, Iliana Tantcheva-Poór1, Regina Fölster-Holst3.
Abstract
Viral and paraviral exanthems are the most common exanthems in children and are often the reason for a medical evaluation, especially in pediatric primary care and emergency rooms. Familiarity with the various eruptions is important for early diagnosis and patient management as well as minimizing the risk of infection. In this review, we present the newly described entities reactive infectious mucocutaneous eruptions (RIME) and the pediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS). In addition, atypical manifestations of Gianotti-Crosti syndrome and hand, foot, and mouth disease are discussed.Entities:
Keywords: Eczema coxsackium; Gianotti-Crosti-like reaction; Paraviral; Pediatric inflammatory multisystem syndrome; Reactive infectious mucocutaneous eruptions
Mesh:
Year: 2022 PMID: 35612655 PMCID: PMC9130983 DOI: 10.1007/s00105-022-05000-w
Source DB: PubMed Journal: Hautarzt ISSN: 0017-8470 Impact factor: 1.198
| Erreger | Exanthemmorphe | Extrakutane Symptome | Diagnostik | Verlauf | |
|---|---|---|---|---|---|
| Varizellen | VZV | Exanthem, am Haaransatz beginnend, mit teils Makulae, Papeln, Pusteln und hämorrhagischen Vesikeln („Heubner-Sternenkarte“), Kapillitium und Mundschleimhaut ebenso betroffen | Prodromi mit erhöhter Temperatur, Unwohlsein | VZV-PCR, VZV-Serologie | Im Kindesalter meist blander Verlauf, häufigste Komplikationen sind bakterielle Superinfektionen. Seltene Komplikationen sind u. a. die Varizellenpneumonie und die aseptische Meningoenzephalitis |
| Masern | Masernvirus (Paramyxovirus) | Enanthem am Gaumen, Koplik-Flecken (weiße punktförmige Effloreszenzen an Wangenschleimhaut gegenüber Backenzähnen), kraniokaudale Ausbreitung des Exanthems mit Beginn retroaurikulär, Ausbreitung zunächst am Stamm, dann an Extremitäten | Hohes Fieber, AZ-Minderung, Konjunktivitis, Lichtsensibilität, Rhinitis, trockener Husten | Impfung ist entscheidend, Serologie mit Masern-IgM (positiv 3 Tage nach Auftreten des Exanthems) | Inkubationszeit: 8 bis 10 Tage bis zum Prodromalstadium, 14 Tage bis zum Exanthem, 3 bis 5 Tage vor Auftreten des Exanthems und bis zu 4 Tage nach Abblassen besteht Kontagiosität Schwere seltene Komplikationen sind die akute postinfektiöse Enzephalitis sowie die subakute sklerosierende Panenzephalitis |
| Röteln | Rubella-Virus | Makulopapulöses Exanthem | Lymphadenopathie insbesondere retroaurikulär, Fieber | Rötelnserologie | Risiko des Gregg-Syndroms (Rötelnembryopathie) |
| Erythema infectiosum (auch „Ohrfeigenkrankheit“) | Parvovirus B19 | Schmetterlingsförmiges Erythem auf Wangen und Nase, girlandenförmiges, makulöses Exanthem, v. a. Extremitäten betroffen | Gelenkschmerzen, Hydrops fetalis, aplastische Krise bei chronischer hämolytischer Anämie | Parvovirus-B19-Serologie | Nach Auftreten des Exanthems nicht mehr kontagiös |
| Exanthema subitum | HHV6, HHV7 | Makulopapulöses Exanthem | Initiales Fieber | HHV6-, HHV7-Serologie | Bis zu 5 Tage hohes Fieber vor Auftreten des Exanthems |
VZV Varizella-Zoster-Virus, PCR Polymerasekettenreaktion, AZ Allgemeinzustand, IgM Immunglobulin M, HHV humanes Herpesvirus
| Erreger | Exanthemmorphe | Extrakutane Symptome | Verlauf | Differenzialdiagnose | |
|---|---|---|---|---|---|
| „Papular-purpuric gloves and socks syndrome“ (PPGSS) | Meist Parvovirus B19, seltener CMV, Coxsackie, Hepatitis B, Masern, EBV | Juckendes, symmetrisches, scharf begrenztes Exanthem mit Schwellung an Händen und Füßen, vereinzelt petechial, zudem oft Enanthem enoral mit Erosionen und Petechien | Arthralgien, Unwohlsein, Fieber, Lymphadenopathie, respiratorische und gastrointestinale Symptome | Auftreten meist in Adoleszenz, Inkubationszeit bis zu 10 Tage, meist Abheilung nach 1 bis 2 Wochen. Im Gegensatz zum Erythema infectiosum besteht im Exanthemstadium noch Kontagiosität | Urticaria profunda, frühes Stadium eines Erythema exsudativum multiforme, Kawasaki-Syndrom |
| Pityriasis lichenoides et varioliformis acuta (PLEVA)/Pityriasis lichenoides chronica (PLC) | Assoziationen zu Herpesviren, Parvovirus B19, Toxoplasmen, HIV und bakteriellen Infektionen mit Streptokokken/Staphylokokken [ | Begleitend zum Exanthem können Fieber, Gelenkschmerzen und Juckreiz auftreten Kommt es zur Komplikation einer febrilen ulzeronekrotischen PLEVA mit bakterieller Superinfektion, Fieber und Allgemeinzustandsverschlechterung kann eine Reihe extrakutaner Symptome wie gastrointestinale und neurologische Beschwerden, Arthritis, Pneumonitis und Sepsis mit einer Mortalität von 25 % vorkommen [ | Zwei verschiedene Formen: Pityriasis lichenoides et varioliformis acuta (PLEVA) und Pityriasis lichenoides chronica (PLC), meist sind junge Erwachsene und Kinder von 5 bis 10 Jahren betroffen [ Zur Diagnosesicherung empfiehlt sich eine Histologie. Therapeutisch können bei PLC Phototherapie (PUVA, UV-B), Makrolide (Erythromycin, Azithromycin) plus topische Steroide verwendet werden. Bei febriler ulzeronekrotischer PLEVA sind intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich, ggf. Methotrexat und systemische Steroide | Varizellen (bei VZV Schleimhautbeteiligung und Kapillitium betroffen), lymphomatoide Papulose Pityriasis rosea, Psoriasis guttata, Lues Stadium II PLEVA und PLC können in ein malignes Lymphom übergehen | |
| Pityriasis rosea (Pityriasis rosea gigantea) | Assoziation mit HHV6 und HHV7 wird vermutet | Ausgehend von einem Primärmedaillon, einer erythematösen ovalen Plaque, breitet sich in den nächsten Wochen ein Exanthem an Stamm und proximalen Extremitäten aus. Typisch ist eine colleretteartige Schuppung der einzelnen Läsionen Eine Sonderform bildet die Pityriasis rosea gigantea mit besonders großflächigem Primärmedaillon und großflächigen Exanthemherden [ | Meist keine extrakutanen Symptome, in einigen Fällen milde Allgemeinsymptomatik vorab mit Fieber und Kopfschmerzen | In einigen Fällen Prodromi mit Fieber, Unwohlsein, Kopfschmerzen, dann Auftreten des Primärmedaillons und konsekutiv des Exanthems. Aufgrund der Empfindlichkeit der Haut insgesamt kann es zur Ekzematisierung und zum protrahierten Krankheitsverlauf kommen. Meist selbstlimitierend, bei persistierendem Befund können topische Steroide und UV-B-Bestrahlung erwogen werden [ | Lues Stadium II, Tinea corporis, Psoriasis guttata, Pityriasis lichenoides chronica, Arzneimittelexanthem |
| „Unilateral laterothoracic exanthem, unilateral mediothoracic exanthem“ | Pathogenese unklar, ist mit viralen Infektionen assoziiert | Einseitiges polymorphes, makulopapulöses Exanthem mit zentrifugaler Ausbreitung, meist lateral am Stamm lokalisiert, eine mediothorakale Ausbreitung ist ebenso beschrieben [ | Mögliches Prodrom mit leichtem Fieber und respiratorischen oder gastrointestinalen Beschwerden | Meist bei Kindern von 1 bis 5 Jahren, das Exanthem ist selbstlimitierend, meist Abheilung nach 4 Wochen | Kontaktdermatitis, Pityriasis rosea, Scharlach, Tinea, Gianotti-Crosti-Syndrom [ |
CMV Zytomegalievirus, EBV Epstein-Barr-Virus, HIV humanes Immundefizienzvirus, PUVA Psoralen plus UV‑A, DD Differenzialdiagnose, VZV Varizella-Zoster-Virus, HHV humanes Herpesvirus


