| Literature DB >> 35431645 |
Michael Bernhard1, Bernhard Kumle2, Martin Pin3, Christoph Dodt4, Ingo Gräff5, Mark Michael1, Guido Michels6, Ingmar Gröning7.
Abstract
Entities:
Year: 2022 PMID: 35431645 PMCID: PMC9006203 DOI: 10.1007/s10049-022-00997-y
Source DB: PubMed Journal: Notf Rett Med ISSN: 1434-6222 Impact factor: 0.826
| Alarmierungskriterien und Aufnahmeindikationen | Beispiele | |
|---|---|---|
A (Airway) | (Drohende) Atemwegsverlegung | Schwellungen, Angioödem, Fremdkörper, Blutungen, fehlende Schutzreflexe |
B (Breathing) | Initiales SpO2 ≤ 85 % unter Raumluft oder SpO2 unter 6 l/min O2 ≤ 89 %, Atemfrequenz ≤ 6/min oder ≥ 30/min Begonnene invasive, nicht-invasive Beatmung oder High-Flow-Anwendung Drohende respiratorische Erschöpfung, klinischer Eindruck Inhalationstrauma (thermisch/toxisch/chemisch) | Exazerbierte COPD Pneumonie Spontanpneumothorax Lungenödem Lungenembolie Sekundär bei Intoxikationen, neurologischer Problematik u. a. |
C (Circulation) | Niedrigster gemessener Blutdruck systolisch < 80 mm Hg Herzfrequenz ≤ 40/min oder ≥ 180/min Reanimation/Cardiac Arrest/ROSCa Einsatz von Katecholaminen | Septischer Schock Kardiogener Schock Anaphylaxie Ventrikuläre Tachykardie, höhergradiger AV-Block, tachykardes Vorhofflimmern Kreislaufrelevante Blutungen ST-Hebunsgsinfarkt (STEMI)a |
D (Disability) | Unklare Bewußtlosigkeit Status epilepticus Neu aufgetretene oder progrediente Vigilanzstörung GCS ≤ 9, fehlende Schutzreflexe Akutes neurologisches Defizit | Intoxikationen Elektrolytstörungen V. a. Schlaganfalla Intracerebrale Blutung Meningitis/Enzephalitis |
E (Environment) | Kritischer Gesamtzustand, klinischer Eindruck Liegetrauma Metabolische Störungen, Elektrolytstörungen Hypothermie ≤ 32 °C; Hyperthermie ≥ 40 °C qSOFA ≥ 2 | Ketoazidose Elektrolytstörungen V. a. Sepsis Meningitis |
aWenn kein anderer Prozess etabliert ist
| Größe pro Schockraumarbeitsplatz mindestens 25 m2 (ab erweiterter Notfallversorgung mind. 35 m2) | ||
| Möglichst Lokalisation des Schockraums in räumlicher Nähe zur Rettungsdienstanfahrt, dem Hubschrauberlandeplatz, der radiologischen Abteilung und Operations‑/Interventionsabteilung | ||
| Bei Neuplanungen: Etablierung des Computertomographen im Schockraum oder in unmittelbarer Nähe | ||
| Überwachungsmonitore (einschließlich nichtinvasiver und invasiver Blutdruckmessung, 3‑Kanal-, 12-Kanal-EKG, Kapnographie, valide Temperaturkontrolle) mit zentraler Überwachung und ggf. Verbindung zu einem Patientendatenmanagement (PDMS) | ||
| Atemwegssicherung inkl. alternativer Atemwege, Videolaryngoskop, mobile Bronchoskopieeinheit, Notfallkoniotomie-Set, Absaugeinheiten | ||
| Ausstattung zur Behandlung akuter respiratorischer Störungen: | High-Flow Sauerstofftherapie (mit Transportmöglichkeit) | |
| Respirator für die non-invasive und invasive Beatmung (mit Transportmöglichkeit) | ||
| Thoraxdrainagen | ||
| Ausstattung zur differenzierten Kreislauftherapie und Postreanimationstherapie: | Mindestens vier Perfusoren und zwei Infusomaten | |
| Intraossärer Zugang | ||
| Gerät für die Massentransfusion von Blutprodukten | ||
| Defibrillator | ||
| Externer und passagerer Schrittmacher | ||
| Mechanische Thoraxkompressionshilfe | ||
| Gerät zur Gewährleistung einer therapeutischen Hypothermie | ||
| Optional: Extrakorporale Membranoxygenation/Cardiac Life Support oder Kooperationsvereinbarung mit ECMO/ECLS-Zentrum | ||
| Gerinnungssofortdiagnostik (INR, optional: Thrombelastographie) | ||
| Ausstattung zur Behandlung von Störungen der Wärmekontrolle (z. B. 29 °C-Raumtemperatur, externe Wärmetherapie, Gerät zum Erwärmen von Infusionen und Blutprodukten, Möglichkeiten der aktiven und passiven Erwärmung, Externe oder intravasale Kühlung) | ||
| POCT Labordiagnostik: Blutgas-Gerät inkl. Co-Hb, Methämoglobin, Hämoglobin, Blutzucker, Ketone, Elektrolyte (mind. Na+, K+, Cl−), Lactat, Gerinnung (INR, Quick), Troponin, D‑Dimer, falls keine zeitnahe Bestimmung im Hauptlabor möglich | ||
| Notfallmedikamente (z. B. Katecholamine, Intoxikationen, Lyse, Antidot) | ||
| Mobiles Ultraschallgerät (inkl. Sektor‑, Konvex- und Linearschallkopf) je nach Patientenanzahl (1 Gerät/10.000 Pat) oder ein Gerät für den alleinigen Einsatz im Schockraumbereich | ||
| Mobile Röntgenlafette (für Thoraxröntgen) oder fest integrierte Röntgenanlage in oder nahe (< 50 m) des Schockraumes | ||
| Röntgen-C-Bogen | ||
| Computertomographie nahe des Schockraumes (< 50 m) (in Notaufnahmen der erweiterten/umfassenden Versorgungsstufe: 24 h/365 Tage [ | ||
| Magnetresonanztomographie nahe des Schockraumes (< 50 m) (in Notaufnahmen der erweiterten/umfassenden Versorgungsstufe: 24 h/365 Tage [ | ||
aWeitere Ausstattung gemäß dem Hauptpatientenkollektiv
| Basisschockraumteam | Ergänzendes erweitertes Schockraumteam (auf Anforderung des Basisteams; Anwesenheit binnen 30 Min) |
|---|---|
| Fach‑/Oberarzt der Zentralen Notaufnahme bzw. Klinik/Zentrum für Akut- und Notfallmedizin, wünschenswert mit gültigem ACiLS-Zertifikat (sobald verfügbar oder ein anderes ACiLS-Anforderungen äquivalentes Kurssystem) und mit Zusatzbezeichnung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ | Spezielle Facharztexpertise (z. B. Facharztstandard für Kardiologie, Gastroenterologie, Neurologie, Neurochirurgie, Chirurgie, Gynäkologie, Anästhesie; je nach Verfügbarkeit am Standort) |
| Assistenzarzt (wünschenswert mit gültigem ACiLS-Zertifikat sobald verfügbar oder ein anderes ACiLS-Anforderungen äquivalentes Kurssystem) | |
| 2 Fachpflegekräften der Zentralen Notaufnahme bzw. Klinik/Zentrum für Akut- und Notfallmedizin, wünschenswert 1 Pflegekraft mit gültigem ACiLS-Zertifikat (sobald verfügbar oder ein anderes ACiLS-Anforderungen äquivalentes Kurssystem; als Übergangslösung Fachweiterbildung Notfallpflege oder Intensivpflege) |