| Literature DB >> 35099576 |
Patrick Behrendt1, Heiner Wedemeyer2.
Abstract
No vaccine against the hepatitis E virus (HEV) is currently licensed in Europe. In contrast, HEV-239 (Hecolin®, Xiamen Innovax Biotech Co., Xiamen, China), a vaccine against HEV genotype 4, has been available in China for 10 years. Challenges for the development of vaccines arise mainly from the differences between the genotypes with regard to distribution, transmission routes and risk groups. Other obstacles include the envelopment of HEV in blood by host membranes, replication in various organs outside the liver and weaker immune responses in vulnerable groups. This article reviews the current status of vaccines against HEV that are available and in advanced preclinical evaluation, with a focus on vaccine development strategies. Challenges and limitations are described.Current vaccine candidates focus on protein-based immunisation with the aim of inducing protective, neutralising antibody responses. The goal of the HEV-239 pivotal trial with more than 100,000 study participants was to prevent acute symptomatic infections. However, it is unclear to what extent asymptomatic infections were prevented by the vaccine and whether it is effective enough in patients at risk for a complicated course, such as patients with liver cirrhosis, immunosuppressed individuals and pregnant women. Efficient in vitro models are increasingly enabling the development of monoclonal neutralising antibodies for passive immunisation or therapy.Future vaccines should demonstrate clear protection against all genotypes in addition to a very good safety profile. The development of an efficient passive immunisation strategy, especially for immunosuppressed individuals, is desirable.Entities:
Keywords: Germany; HEV-239; Neutralizing antibodies; Risk groups; Vaccine strategy
Mesh:
Year: 2022 PMID: 35099576 PMCID: PMC8802100 DOI: 10.1007/s00103-022-03487-1
Source DB: PubMed Journal: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz ISSN: 1436-9990 Impact factor: 1.513
| Personengruppe | Pro | Kontra |
|---|---|---|
| Erhöhtes Risiko einer schweren Verlaufsform der Infektion bei Älteren | Klare Altersgrenze in Studien bislang nicht definiert | |
| Erhöhtes Risiko einer schweren Verlaufsform der Infektion bei lebervorerkrankten Personen. Ähnliche Argumentation wie für die Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfung in dieser Patientengruppe | Impfantwort ggf. reduziert in dieser Personengruppe. Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Maßnahme unklar | |
| Schutz vor akuter und chronischer HEV-Infektion nach Transplantation. Ähnliche Argumentation wie für die STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Hepatitis B vor Transplantation | Langfristiger Impfschutz unter immunsuppressiver Therapie fraglich | |
| Schutz vor Infektion durch kontaminiertes Wasser in Endemiegebieten. Ähnliche Argumentation wie für die Empfehlungen gegen Hepatitis A für Reisende | Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Maßnahme unklar | |
| Schutz vor Infektion durch infizierte Tiere | Andere Maßnahmen, wie z. B. verbesserte Handhygiene, ggf. ausreichend | |
| Lebensbedrohliche Infektionen für GT1 und 2 beschrieben | Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Maßnahme unklar |
HEV Hepatitis E Virus, STIKO Ständige Impfkommission, GT Genotyp
| Herausforderung durch genotypische Unterschiede | Bedeutung für die Evaluation der Effektivität der Impfung |
|---|---|
| Darstellung einer Protektion des Impfstoffes gegenüber allen Genotypen ist notwendig | |
| Nachweis einer Protektion sowohl bei sporadischen Infektionen (GT3 und 4, primär durch kontaminierte Fleischprodukte) sowie HEV-Ausbrüchen (GT1 und GT2, durch kontaminiertes Wasser) | |
| Darstellung einer Protektion des Impfstoffes von Schwangeren (GT 1 und GT2), immunsupprimierte Personen mit dem Risiko einer chronischen Verlaufsform (GT3, GT4 und Ratten-HEV) sowie Personen mit anderweitigen Lebergrunderkrankungen | |
| Hohe Anforderungen in Bezug auf Stabilität/Lagerung der Vakzine, um entlegene Bereiche der Welt erreichen zu können |
HEV Hepatitis E Virus, GT Genotyp

| Vakzin Name | Zugrunde liegende Impfstoffstrategie | Resultate der präklinischen Testung im Affenmodell |
|---|---|---|
| GT1-Kapsid, AS 221–660, exprimiert in | Makaken konnten durch eine dreimalige Immunisierung mit 80 µg dieses Proteins sowohl vor einer Hepatitis durch einen homologen GT1 als auch vor einer heterologen Infektion mit GT2 geschützt werden. Hierbei ergab sich jedoch für GT2 der Nachweis einer Ausscheidung viraler RNA über den Stuhl der Tiere [ | |
| GT1-Kapsid, AS 112–660, exprimiert in Insektenzellen | In Makaken zeigte sich in einem von 3 Tieren keine Protektion gegenüber einer Infektion mit einem GT2-Virusstamm aus Mexiko [ | |
| GT1-Kapsid, AS 112–578, exprimiert in Insektenzellen | Die Immunisierung von Makaken mit 2 Dosen des Impfstoffes konnte keine Protektion gegen eine Infektion mit dem homologen (GT1-)Virusstamm erzielen [ | |
| GT4-Kapsid, AS 126–621, exprimiert in CHO-Zellen („Chinese hamster ovary“) | Die Immunisierung von Makaken mit 2 40 µg-Dosen des Proteins führte zur Protektion gegenüber einer Infektion mit GT1 und GT4. Jedoch war dies abhängig von dem Titer des Inokulums, da eine höhere Viruslast zur Infektion der Tiere weiterhin zu einer manifesten Infektion führte [ | |
| GT1, Plasmid-DNA-Vakzin (gesamte Kapsidsequenz) | Nach intramuskulärer Applikation von insgesamt 400 µg des Impfstoffes ergab sich nur in der Hälfte der immunisierten Makaken eine Protektion gegenüber dem mexikanischen HEV GT2. Unter Veränderung der Applikationsform zur Injektion per „gene gun“ konnte jedoch eine vollständige Protektion von Makaken vor einer Infektion mit einem GT2-Virusstamm erreicht werden [ | |
| GT1, Plasmid-DNA-Vakzin, AS 458–607; zusammen mit dem entsprechenden Protein in E. coli exprimiert | Nach Immunisierung (2 Dosen, jeweils 20 µg DNA und 20 µg Protein) ergab sich eine Protektion der Tiere vor einer GT1-Virusinfektion [ | |
| GT1 und GT3 Kapsid, AS 112–608, exprimiert in Insektenzellen | Es zeigte sich eine vollständige Protektion der Tiere gegenüber einer GT7-HEV-Infektion [ | |
| GT1 Kapsid, AS 112–608, exprimiert in Insektenzellen | Die orale Applikation von 5 × 10 mg Dosen in Makaken schützte die Tiere vor einer GT1-Infektion, obgleich einige der Tiere weiter Virusausscheidung im Stuhl zeigten [ |
GT Genotyp, AS Aminosäuren, DNA Desoxyribonukleinsäure, HEV Hepatitis E Virus