| Literature DB >> 34170337 |
C Schwemmle1, C Arens2.
Abstract
Misophonia is a devastating disorder. It is known as an affective sound-processing disorder characterized by the experience of strong negative emotions (e.g., anger, distress) in response to human sounds such as eating/swallowing/breathing. Other sounds produced by humans but not directly by human bodies can also be misophonic triggers (e.g. pen clicking) or environmental sounds (animal sounds/sounds of machines). The type of aversive triggers is individual. The reaction to trigger sounds can depend on many factors, such as assessment of the sound, personal experience, social context or psychological profile. However, there is currently no consensus in defining misophonia. Misophonia is also not yet classified by any official diagnostic system, although it seems to be a separate disorder. There are also associations with other disorders such as activity disorders, tinnitus, hyperacusis, and autism spectrum disorders. In 2013, the first definition criteria were published for the diagnosis of misophonia. Specifically, fMRI showed abnormal activation of the anterior insular cortex (AIC) and other brain areas responsible for the processing and regulation of emotions. To date, no randomized controlled trials evaluating treatments have been published. The use of cognitive and behavioral interventions have been reported as well as external sound systems and sound masking systems as known in the tinnitus retraining therapy. Sufferers try to minimize the trigger sounds by wearing ear plugs or music headphones. Otolaryngologists may also encounter patients with symptoms of misophonia, e.g., when hearing screening is requested or advice should be given on different therapeutic options. This report provides an overview of the current state of knowledge in misophonia and its diagnosis and treatment.Entities:
Keywords: Amygdala; Cognition; Emotional reaction; Sound sensitivity; Trigger reduction
Mesh:
Year: 2021 PMID: 34170337 PMCID: PMC8760222 DOI: 10.1007/s00106-021-01072-7
Source DB: PubMed Journal: HNO ISSN: 0017-6192 Impact factor: 1.284

| Triggerausprägung in % | Graduierung Ärger/Wut (Skala 0–4) |
|---|---|
| Schmatzen | 3,3 |
| Chips o. Ä. essen | 2,9 |
| Kaugummi kauen | 2,8 |
| Schlürfen | 2,7 |
| In einen Apfel beißen | 2,5 |
| Trinkschluckgeräusche | 2,4 |
| Schnarchgeräusche | 2,6 |
| Schniefgeräusche | 2,5 |
| Atemgeräusche | 2,3 |
| Niesen | 0,9 |
| Schaukeln von Beinen | 2,0 |
| Geige spielende Finger | 1,5 |
| Kratzbewegung Finger | 0,7 |
| Fingernägel bearbeiten | 2,0 |
| Kugelschreiber klicken | 1,9 |
| Finger auf Oberfläche tippen | 1,6 |
| Schreiben auf Tastatur | 1,7 |
| Essbesteck verwenden | 1,5 |
| Räuspern | 1,7 |
| Husten | 1,6 |
| Flüstern | 1,4 |
| Küssen | 1,3 |
| Gähnen | 1,1 |
| Musik von Nachbarn | 2,0 |
| Sich unterhaltende Nachbarn | 1,6 |
| Maschinengeräusche (Uhr usw.) | 1,2 |
| Telefonklingeln | 1,1 |
| Tiergeräusche | 1,0 |
| Plastiktütenrascheln | 1,3 |
| Seiten umblättern | 0,6 |
| A) | Das Vorhandensein oder die Antizipation einer bestimmten sensorischen Erfahrung wie z. B. eines Geräusches, eines Anblicks oder eines anderen Reizes (z. B. Essgeräusche, Atemgeräusche, Maschinengeräusche, Beinbewegung, Vibration) provoziert eine impulsive, aversive physische und emotionale Reaktion, die typischerweise mit Irritation oder Ekel beginnt und schnell in Wut übergeht |
| B) | Der Reiz löst eine sofortige physische Reflexantwort aus (Aktivität der Skelett- oder viszeralen Muskulatur, sexuelle Reaktion, Wärme, Schmerz oder andere körperliche Empfindungen). Beachte, dass die physische Reaktion nicht immer identifiziert werden kann, aber die Präsenz einer sofortigen physischen Reaktion kann genutzt werden, um die Symptome klarer als Misophonie zu identifizieren |
| C) | Eine moderate Reizdauer (z. B. 15 s) löst allgemeine physiologische Erregung aus (z. B. Schwitzen, erhöhte Herzfrequenz, Muskelanspannung) |
| D) | Fehlregulation von Gedanken und Emotionen mit seltenen, aber potenziell aggressiven Ausbrüchen. Bei Kindern können aggressive Ausbrüche häufig sein |
| E) | Die negative emotionale Erfahrung wird später als übertrieben, unvernünftig, oder unverhältnismäßig zu den Umständen oder dem provozierenden Stressor anerkannt |
| F) | Die Person neigt dazu, die misophone Situation zu vermeiden, oder wenn nicht, erträgt sie die misophonische Reizsituation mit Unbehagen oder Leid |
| G) | Emotionales und physisches Erleben, Vermeidung und Bemühen zu vermeiden führen zu erheblichem Leid oder bedeutsamen Beeinträchtigungen im Alltag des Betroffenen. Zum Beispiel ist es schwierig für die Person, bei der Arbeit Aufgaben auszuführen, am Unterricht teilzunehmen, an Routinetätigkeiten zu partizipieren oder mit bestimmten Personen zu interagieren |
| 0: Vernachlässigbar |
| 1: Gering. Weniger als 1 h pro Tag. Seltene Trigger (oder Gedanken darüber), d. h. weniger als 5 Mal täglich |
| 2: Mäßig. 1–3 h täglich. Häufige Trigger (oder Gedanken darüber), d. h. mehr als 8 Mal täglich |
| 3: Akut. Zwischen 3 und 8 h täglich. Sehr häufige Trigger (oder Gedanken darüber) |
| 4: Extrem. Mehr als 8 h täglich bzw. nahezu konstante Trigger (oder Gedanken darüber) |
| 0: Vernachlässigbar |
| 1: Gering. Geringfügige Auswirkung auf das Sozial‑/Berufs‑/Schulleben. Gesamtleistung ist nicht beeinträchtigt |
| 2: Mäßig. Gewisse Beeinträchtigung auf das Sozial- und Berufsleben, aber immer noch beherrschbar |
| 3: Akut. Wesentliche Beeinträchtigung auf das Sozial- und Berufsleben |
| 4: Extrem. Arbeitsunfähig |
| 0: Vernachlässigbar |
| 1: Gering. Gelegentlicher Stress/Irritation |
| 2: Mäßig. Störende, aber beherrschbare Irritation/Wut/Ekel |
| 3: Akut. Sehr störende Irritation/Wut/Ekel |
| 4: Extrem. Nahezu konstante und störende Irritation/Wut/Ekel |
| 0: Ich bemühe mich immer, meine Trigger auszuhalten. Meine Symptome sind minimal, und es bedeutet keine Mühe für mich |
| 1: Ich bemühe mich meistens, meine Trigger auszuhalten |
| 2: Ich bemühe mich bis zu einem gewissen Grad, meine Trigger auszuhalten |
| 3: Ich gebe widerwillig nach und versuche nicht, meine Trigger auszuhalten |
| 4: Ich gebe allen meinen Impulsen widerstandslos nach |
| 0: Komplette Kontrolle |
| 1: Viel Kontrolle. Ich kann normalerweise damit aufhören, an meine misophonischen Trigger zu denken |
| 2: Mäßige Kontrolle. Ich kann manchmal damit aufhören, an meine misophonischen Trigger zu denken |
| 3: Wenig Kontrolle. Ich schaffe es meistens nicht, damit aufzuhören, an meine misophonischen Trigger zu denken, und kann meine Aufmerksamkeit nur schwer auf etwas anderes umlenken |
| 4: Keine Kontrolle. Meine Gedanken über die misophonischen Trigger sind völlig unfreiwillig, und ich kann sie nur sehr selten abschalten |
| 0: Keine bewusste Vermeidung |
| 1: Minimale Vermeidung. Weniger als 1 h am Tag oder nur gelegentlich |
| 2: Mäßige Vermeidung. 1–3 h täglich oder häufige Vermeidung |
| 3: Akute Vermeidung. Zwischen 3 und 8 h täglich oder sehr häufige Vermeidung |
| 4: Extreme, extensive Vermeidung. Mehr als 8 h täglich. Konstante Vermeidung der Triggergeräusche |
| 0–4: subklinisch, d. h. kein Bedarf für ärztliche Behandlung |
| 5–9: gering |
| 10–14: mäßig |
| 15–19: akut |
| 20–24: extrem |