| Literature DB >> 33994577 |
Abstract
BACKGROUND: The German Infection Protection Act calls for effective measures to be implemented in clinics to avoid nosocomial infections. The corona pandemic once again demonstrates the importance of adequate hygiene measures in avoiding infections.Entities:
Keywords: Communicable diseases; Delivery rooms; Hand disinfection; Hand sanitizers; Water birth
Year: 2021 PMID: 33994577 PMCID: PMC8108023 DOI: 10.1007/s00129-021-04795-4
Source DB: PubMed Journal: Gynakologe ISSN: 0017-5994
| 1 | Vor Patientenkontakt |
| 2 | Vor einer aseptischen Tätigkeit |
| 3 | Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material |
| 4 | Nach Patientenkontakt |
| 5 | Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung |
WHO World Health Organization
| Geburtshilfliche Kontraindikationen | |
| Lageanomalien | |
| Pathologisches CTG | |
| Z. n. Schulterdystokie | |
| Mehrlinge | |
| Drohende Uterusruptur | |
| Fetale Retardierung, fetale Makrosomie | |
| Z. n. postpartaler Hämorrhagie oder Plazentaretention | |
| Infektiologische Kontraindikationen | |
| Nachweis multiresistenter Erreger (MRSA, MRE) | |
| Für das Personal nicht zumutbares Infektionsrisiko (HIV, Hepatitis A–C, Chlamydien, Gonorrhö, Herpes genitalis) | |
| Liegender Periduralkatheter |
CTG Kardiotokogramm, HIV humanes Immundefizienzvirus, MRE multiresistente Erreger, MRSA Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
| Es muss eine ausreichende Fläche zur Verfügung stehen (mind. 16 m2) |
| Der Raum muss den Anforderungen eines Eingriffsraumes genügen (glatte, möglichst fugenfreie desinfizierbare Böden, Fußbodenübergang mit Hohlkehlen). Auch Wandflächen im Spritzbereich der Entbindungswanne müssen desinfizierbar sein, neben Fliesen sind aber auch Putze und Farben mit Nassabriebbeständigkeit der Klasse 1 nach DIN 13300 geeignet |
| Der Raum ist nicht als Durchgangszimmer anzulegen |
| Fensterlüftung oder raumlufttechnische Anlage sind erforderlich (nach Raumklasse 2 DIN 1946-4) |
| Es ist für eine ausreichende und zweckmäßige Beleuchtung zu sorgen |
| Die Entbindungswanne soll mindestens von 3 Seiten zugänglich und ohne Treppe (z. B. Tür) betreten und verlassen werden können. Sie muss eine Größe haben, die der Gebärenden freie Beweglichkeit gestattet |
| Die Wassereinläufe sind im Beinbereich anzubringen. Überläufe sind, ebenso wie Luftdüsen, nicht zulässig. Auf einen Befüllschlauch sollte verzichtet werden (Festinstallation mit ausreichender Zuflussmenge) |
| Das Material muss eine regelmäßige Flächenwischdesinfektion ohne Schaden ermöglichen |
Bei Durchführung der Geburt in der Wanne sollte ein endständiger Bakterienfilter am Einlauf verwendet werden. Das trifft auch für die Neugeborenenbadewanne zu. Steril filtriertes Wasser durch Filter mit einer Porengröße von 0,2 µm hält Legionellen und Pseudomonaden u. a. Bakterien vollständig zurück. Die Nutzungsdauer (Herstellerangaben) der Bakterienfilter ist einzuhalten, Wartung und Effizienzprüfung sind erforderlich. Wird die Entbindungswanne ausschließlich zur Entspannung genutzt, ist ein Bakterienfilter am Einlauf nicht erforderlich |
| Wenn eine Rekontamination des Wannenwassers durch technische Vorkehrungen nicht mit Sicherheit verhindert werden kann, sollte der Wannenablauf während der Geburt nicht geöffnet werden. Er muss genügend groß dimensioniert sein, damit ein rasches Ablaufen des Wassers im Notfall möglich ist |
| Eine mehrere Tage nicht benutzte Entbindungswanne sollte erst dann in Betrieb genommen werden, wenn das Wasser (Spülen der Zuflussleitung) mindestens 5 min abgelaufen ist. Danach erst ist der Bakterienfilter anzubringen |
| Die mikrobiologische Wasserqualität ist am Einlauf zur Entbindungswanne vor Inbetriebnahme sowie vierteljährlich entsprechend Trinkwasserverordnung und Badewasserqualität nach DIN 19643 zu überprüfen (KBE, |
| Die Warmwasserzuleitung muss an eine Zirkulationsleitung angeschlossen sein (Toträume sind zu vermeiden) |
| In der Wanne darf sich nur die Kreißende aufhalten |
| Nach der Geburt ist eine gründliche Reinigung und eine sichere Flächenwischdesinfektion mit einem Mittel der VAH-/DGHM-Liste in viruswirksamer Konzentration (Herstellerangaben beachten) erforderlich. Die jeweilige Einwirkzeit (EWZ) ist einzuhalten. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ausreichend |
| Für den Abfluss wird ein Reinigungsmittel mit erweitertem Wirkspektrum (z. B. O2-Abspalter) empfohlen, hierdurch können insb. gramnegative Keime und Biofilme in Schach gehalten werden |
| Wasserzuleitungen mit Schlauchverbindungen sind nur zu Reinigungszwecken zulässig |
| Einmal wöchentlich Spülen aller Zu- und Abläufe sowie der Duschbrause über 10 min mit heißem Wasser (mind. 57 °C) |
| Regelmäßige Effektivitätskontrollen der Desinfektion durch Oberflächenkontaktkulturen werden empfohlen (Ziel: < 10 KBE/20 cm2), insbesondere auch aus besonders kritischen Stellen wie etwa den Dichtungsbereichen der Wannentüren. Kontrolle der Wasserqualität durch Schöpfproben (Ausschluss retrograder Kontamination aus Abfluss) |
| Eine aufbereitete und getrocknete Wanne sollte abgedeckt werden, um eine nachträgliche Verunreinigung durch zwischenzeitlich abgelegte Schmutzwäsche oder Patientengepäck auszuschließen |
KBE koloniebildende Einheiten, DGHM Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, VAH Verbund für Angewandte Hygiene
| Screening bei Aufnahme ins Krankenhaus, möglichst nicht im Wartebereich des Kreißsaals (Risikofragebogen, Kontaktliste mit Adresse, Antigen-Schnelltest) |
| Sensibilisierung von Personal und Patienten/Besuchern auf Händehygiene, Verpflichtung zum Tragen eines MNS für alle Personen in der Klinik |
| Mundschutz aller Patienten und Angehöriger sowie des Personals, in der Austreibungsphase konsequenten Atemwegsschutz mit FFP2-Maske auch bei Test-negativen Patientinnen (reduziert Ausfallrisiko durch Quarantäne des Personals, wenn sich Patientinnen nachträglich als positiv herausstellen) |
| Einschränkung der Besuchs- und Begleitmöglichkeiten, Registrierung der Besucher (Nachverfolgbarkeit) |
| Intensivierung der Flächendesinfektion in besonders kritischen Bereichen (Türklinken, Toiletten, Geräte im Patienten-nahen Einsatz (Ultraschall, CTG)) |
| Beachtung der Hygiene auch in Pausenräumen (erhöhtes Infektionsrisiko in kleinen Räumen, in Pausenzeiten wird oft kein Mundschutz getragen) |
| Regelmäßige Stoßlüftung der Räume (angepasst an die aktuelle Situation z. B. alle 20 min für 5 min) |
| Festlegung spezieller Wege in separate Bereiche im Kreißsaal, damit wenig Kontakt mit anderen Patienten oder Personal stattfindet |
| Isolation in einem Gebärraum mit separatem Bad, bevorzugt Räume mit Schleuse/Vorraum. Optimal raumlufttechnische Anlage, sofern eine Verbreitung des Erregers in Aerosolen in andere Räume nicht möglich ist. Risikobewertung der raumlufttechnischen Anlagen vor Ort! |
| Kontinuierliche Betreuung durch eine einzige Hebamme |
Adäquate Schutzmaßnahmen für Personal: Ermöglichung einer 1:1-Betreuung (reduziert Notwendigkeit des Wechsels der Schutzkleidung) Persönliche Schutzausrüstung (FFP2-Maske, Augenschutz, Handschuhe, Kittel) |
| Stethoskope, Blutdruckmanschetten, Pulsoxymeter u. ä. im Zimmer lassen |
| Isolierung auf Station im Einzelzimmer, eine Trennung vom Kind ist nicht erforderlich (die Infektionswahrscheinlichkeit des Neugeborenen scheint sehr gering, auch bei direktem Kontakt mit der infektiösen Mutter) – aber Händehygiene und MNS bei engem Kontakt. Trennung ggf. aus mütterlicher Indikation (zu schwer krank, um Kind zu versorgen) oder bei bestimmten Kindern (z. B. Frühgeborene) |
| Kohortenisolierung ist möglich |
| Stillen uneingeschränkt möglich, aber gute Händehygiene sowie MNS empfohlen |
| Ambulante Geburt unterstützen, wenn möglich und gewünscht |
CTG Kardiotokogramm, DGGG Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, FFP „face filtering piece“, MNS Mund-Nasen-Schutz, SARS-CoV‑2 „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“, WHO World Health Organization