Literature DB >> 33742429

[Primary Care Strategies and Cooperation During the First Phase of the COVID-19 Pandemic in Baden-Wuerttemberg, Germany].

Sandra Stengel1, Catharina Roth1, Amanda Breckner1, Frank Peters-Klimm1, Simon Schwill1, Sophia Möllinger1, Nicola Buhlinger-Göpfarth2, Joachim Szecsenyi1, Michel Wensing1.   

Abstract

OBJECTIVES: The aim of this study was to give an early snapshot of primary care strategies that were implemented to cope with the early period of the COVID-19 pandemic in Baden-Wuerttemberg (Germany).
METHODS: In June 2020, all 271 outpatient SARS-CoV-2 contact points, established by the National Association of Statutory Health Insurance Physicians (16 centers for testing, 204 specialized family practices, 51 Outpatients Corona Centers), and a randomly generated sample of 400 primary care practices of Baden-Wuerttemberg were invited to take part in a paper-based questionnaire. The data were gathered anonymously and analysed descriptively.
RESULTS: Out of those invited, n=63 (15.8%) primary care practices and n=92 (33.9%) SARS-CoV-2 contact points participated; 78.7% of the primary care practices cooperated with SARS-CoV-2 contact points (n=48). In all, 92.1% had implemented a compulsory registration by phone for patients with (suspected) COVID-19 (n=58) and 81% offered consultation exclusively by phone or video in case of a mild courses (n=51). The new outpatient SARS-CoV-2 contact points were established in collaboration with several stakeholders, mainly led by primary care physicians (n=76, 82.6%) and almost 50% of these were established in March 2020 (n=42, 48.3%). The most commonly reported method of registration was regulated mainly by primary care practices (n=88, 95.7%) and public health departments (n=74, 80.4%). In 92.4% (n=85) of cases, it was possible to register by phone. The consultation response was most commonly given in the form of oral information to the patient (n=65, 77.4%). Less then 50% of the SARS-CoV-2 contact points used standardized sheets for registration, documentation and consultation. The assessment of future primary care structures for (suspected) COVID-19 patients were heterogeneous.
CONCLUSIONS: Effort, improvisation and collaboration were required for a successful and rapid implementation of measures for primary care during the initial period of the COVID-19 pandemic. Impulses for ongoing development of primary care strategies during a pandemic can be derived out of these results. Thieme. All rights reserved.

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Year:  2021        PMID: 33742429      PMCID: PMC8043590          DOI: 10.1055/a-1397-7527

Source DB:  PubMed          Journal:  Gesundheitswesen        ISSN: 0941-3790


Einleitung

Der erste SARS-CoV-2-Nachweis erfolgte in Deutschland am 27. Januar 2020 in Bayern 1 . Aktuell sind 2 205 171 SARS-CoV-2-Infektionen mit 56 546 Todesfällen in Deutschland und 291 818 SARS-CoV-2-Infektionen mit 7013 Todesfällen in Baden-Württemberg beschrieben (Stand 30.01.2021) 2 . An der Bewältigung der COVID-19-Pandemie sind im deutschen Gesundheitswesen maßgeblich der öffentliche Gesundheitsdienst, der stationäre und ambulante Sektor neben weiteren Akteuren beteiligt 3 . In Deutschland soll dabei laut Pandemieplänen zur Sicherstellung der notwendigen stationären Behandlungsressourcen für schwer erkrankte Fälle die Patientenversorgung möglichst ambulant erfolgen und stationär versorgte PatientInnen frühzeitig entlassen werden 3 4 5 . Die ambulante Versorgung obliegt im Rahmen des Sicherstellungsauftrags nach § 72 SGB V den Kassenärztlichen Vereinigungen 6 . Konkrete Handlungsanweisungen für den ambulanten Sektor sind auf Empfehlungen für das Risikomanagement in Arztpraxen im Falle einer Influenzapandemie beschränkt 7 . Am 12.03.2020 wurden vom Robert-Koch-Institut erstmalig Maßnahmen zur getrennten Versorgung von (vermuteten) COVID-19- und Nicht-COVID-19-PatientInnen im ambulanten und prästationären Bereich veröffentlicht 8 . Hier werden verschiedene Testmöglichkeiten, COVID-Ambulanzen und Empfehlungen mit räumlicher und zeitlicher Trennung für Praxen aufgezählt. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung wurde in Deutschland der überwiegende Anteil der COVID-19-PatientInnen bislang ambulant versorgt 9 . Weltweit ist das komplexe Einwirken der COVID-19-Pandemie auf den primärärztlichen Bereich beschrieben 10 . In der ersten Phase der COVID-19-Pandemie kam es in Deutschland in der sehr dynamischen Ausbreitungssituation zur Notwendigkeit der ad-hoc-Implementierung der o.g. (teils erst nachfolgend) empfohlenen Maßnahmen. Neben Umstrukturierungen in der hausärztlichen Versorgung kam es dabei in Baden-Württemberg zum Aufbau neuer ambulanter Versorgungsformen unter Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), im Folgenden als Corona-Anlaufstellen bezeichnet: Abstrichstellen, Corona-Schwerpunktpraxen und Zentrale Fieberambulanzen 11 . In Abstrichstellen besteht die Möglichkeit einer Testung auf SARS-CoV-2. Corona-Schwerpunktpraxen (Betriebsstättennummer und Organisation durch eine bestehende Hausarztpraxis) und zentrale Fieberambulanzen (eigene Betriebsstättennummer) bieten die Möglichkeit von Diagnostik und Untersuchung bei PatientInnen mit Symptomen von COVID-19. Das Ziel der Arbeit war deskriptiv in einer frühzeitigen Momentaufnahme zu erfassen, welche ambulanten Strategien im primärärztlichen Setting zur Bewältigung der frühen Phase der COVID-19-Pandemie in Baden-Württemberg eingeleitet wurden, wie diese umgesetzt wurden und wie die Zusammenarbeit an der Schnittstelle der Corona-Anlaufstellen gestaltet war.

Methodik

Studiendesign und -setting

Die deskriptive Beobachtungsstudie wurde in der Frühphase der COVID-19-Pandemie geplant und nach Erhalt eines positiven Ethikvotums der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät Heidelberg (S-418/2020) sowie Registrierung im Deutschen Register für klinische Studien (DRKS00022224) durchgeführt. Der Bericht orientiert sich an den STROBE-Kriterien für Beobachtungsstudien 12 . Es erfolgte eine anonymisierte, schriftliche Befragung von leitendem Personal von Corona-Anlaufstellen und Hausarztpraxen mittels eines papierbasierten Fragebogens.

Studienpopulation und Rekrutierung

Es wurden alle Corona-Anlaufstellen und hausärztlich tätigen ÄrztInnen mit Kassenarztzulassung in Baden-Württemberg über die Webseite der KVBW identifiziert. Der Stand am 15.06.2020 betrug 16 Abstrichstellen, 51 Zentrale Fieberambulanzen, 204 Corona-Schwerpunktpraxen und 8135 HausärztInnen. Zur Verminderung eines Bias wurden alle Hausarztpraxen ausgeschlossen, die Corona-Schwerpunktpraxen waren. Hinsichtlich der Corona-Anlaufstellen erfolgte eine Vollerhebung. In der Gruppe der Hausarztpraxen wurde eine zufällige Stichprobe von n=400 mittels Zufallszahlgenerator gezogen unter Berücksichtigung aller Land- und Stadtkreise analog ihrer Verteilung nach Einwohnerzahl. Am 15. Juni 2020 wurden alle LeiterInnen der 271 Corona-Anlaufstellen sowie die Stichprobe von n=400 Hausarztpraxen aus Baden-Württemberg postalisch eingeladen an der schriftlichen Befragung teilzunehmen. Am 20. Juli 2020 wurde die Datenerhebung beendet. In der Gruppe der Hausarztpraxen wurden nach der Rücksendung Personen ausgeschlossen, die auch in einer Corona-Anlaufstelle tätig waren, um das Risiko eines Bias zu vermindern.

Variablen und Datenauswertung

Die Fragebögen für Corona-Anlaufstellen und Hausarztpraxen wurden in einem interdisziplinären Team auf Grundlage von 6 Orientierungsinterviews mit HausärztInnen entwickelt, die Pilotierung erfolgte in einem Testlauf mit HausärztInnen aus dem Studienteam. Die Fragebögen enthielten Fragen zu Soziodemografie, Struktur/Organisation, Patientenkontakten/Kapazität, Anamnese/Diagnostik/Dokumentation/Versorgung/Rückmeldung/Schnittstellen, Einstellung/Haltung, Wissensquellen/Wissensstand, Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie, Inanspruchnahme, weitere Versorgung von PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19-Erkrankung sowie die Option einer Freitexteingabe. Die Häufigkeiten der nominalen bzw. ordinalen Antwortoptionen zu ausgewählten Fragen wurden mittels der Statistiksoftware IBM SPSS Version 25.0 deskriptiv berechnet. Die Häufigkeiten wurden bezogen auf die Anzahl der verwertbaren Rückmeldungen. Bei den ordinalen Antwortoptionen „trifft ganz zu“ - „trifft weitgehend zu“ - „trifft teils zu, teils nicht zu“ - „trifft weitgehend nicht zu“- „trifft überhaupt nicht zu“ – „kann ich nicht beurteilen“ wurden die erste und zweite Antwortoption als „trifft zu“ und die vierte und fünfte. als „trifft nicht zu“ wegen der geringen Anzahl an Nennungen zusammengefasst. Ein statistischer Vergleich zwischen den Gruppen der Corona-Anlaufstellen wurde aufgrund der geringen Fallzahlen in der Gruppe der Fieberambulanzen nicht durchgeführt.

Ergebnisse

Studienpopulation

Von den 271 angeschriebenen Corona-Anlaufstellen füllten n=92 (33,9%) den Fragebogen aus. Die Rücklaufquote betrug in der Gruppe der Fieberambulanzen n=16 (31,4%), der Corona-Schwerpunktpraxen n=74 (36,3%) und der Abstrichstellen n=2 (12,5%). Die Rücklaufquote in der Gruppe der Hausarztpraxen betrug n=79 (19,8%). Hiervon wurden n=16 ausgeschlossen, weil sie eine Tätigkeit in einer Corona-Anlaufstelle angaben. Nach Ausschluss konnten n=63 (15,8%) ausgewertet werden. In Tab. 1 wird die Studienpopulation beschrieben. Die überwiegende Mehrheit der LeiterInnen der Corona-Anlaufstellen waren HausärztInnen (n=76, 82,6%). Die Verteilung der Corona-Anlaufstellen und Hausarztpraxen bezogen auf den Standort und das Alter war ähnlich.

Tab. 1 Charakterisierung der Studienpopulation.

MerkmaleCorona-Anlaufstellen n=92Hausarztpraxen n=63
Altersgruppe, n (%)  a
unter 30 Jahre1 (1,1)0
zwischen 30 und 40 Jahren13 (14,1)7 (11,1)
zwischen 41 und 50 Jahren27 (29,3)16 (25,4)
zwischen 51 und 60 Jahren39 (42.4)26 (41,3)
über 60 Jahre11 (12,0)14 (22,2)
keine Angabe1 (1,1)0
Standort, n (%)  a
Stadtzentrum44 (47,8)36 (57,1)
Stadt-Umkreis (20 km)31 (33,7)17 (27,0)
Ländliches Gebiet (Stadt>20 km)17 (18,5)8 (12,7)
Keine Angabe02 (3,2)
Geschlecht, n (%)  a
Weiblich30 (32,6)32 (50,8)
Männlich61 (66,3)31 (49,2)
keine Angabe1 (1,1)0
Berufliche Qualifikation, n (%)  b
HausärztInnen c 76 (82,6)n/a
Andere FachärztInnen13 (14,1)
Nichtärztliche Mitarbeitende d 3 (3,3)
Corona-Anlaufstellen – Subtypen, n (%)  a
Zentrale Fieberambulanz (ZFA)16 (17,4)n/a
Corona-Schwerpunktpraxis (CSP)74 (80,4)
Abstrichstelle2 (2,2)

a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c   Beinhaltet sowohl FachärztInnen für Allgemeinmedizin als auch FachärztInnen für Innere Medizin mit aktuell hausärztlicher Tätigkeit. d  Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, Medizinische Fachangestellte.

Tab. 1 Charakterisierung der Studienpopulation. a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c   Beinhaltet sowohl FachärztInnen für Allgemeinmedizin als auch FachärztInnen für Innere Medizin mit aktuell hausärztlicher Tätigkeit. d  Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, Medizinische Fachangestellte.

Beschreibung des primärärztlichen Settings

Die Ergebnisse zu Inbetriebnahme, zusätzlichen Versorgungsangeboten und Öffnungszeiten finden sich in Tab. 2 . Die Inbetriebnahme der Corona-Anlaufstellen erfolgte überwiegend im März 2020 (n=42, 48,3%) und April 2020 (n=34, 39,1%).

Tab. 2 Beschreibung des primärärztlichen Settings in der ersten Phase der COVID-19-Pandemie.

Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Corona-Anlaufstellen n (%)
Inbetriebnahme der Corona-Anlaufstelle  a (87/92)
Februar 20205 (5,7)
März 202042 (48,3)
April 202034 (39,1)
Mai 20205 (5,7)
Juni 20201 (1,1)
Zusätzliche Versorgungsangebote  b (91/92)
Mindestens 1 Versorgungsangebot für die Häuslichkeit (Corona-Taxi, Mitbetreuung Pflegeheime, Hausbesuche)65 (71,4)
Öffnungszeiten in Tagen  b (91/92)
Täglich (Montag bis Freitag)82 (90,1)
Zusätzlich samstags13 (14,3)
Zusätzlich sonntags11 (12,1)
Tageweise (1–2 oder 3–4 Tage/Woche)11 (12,1)
Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Hausarztpraxen n (%)
Zuweisung von PAT_COV neben der Versorgung per Telefon oder Videokonsultation an  b,d (61/63)
Abstrichstellen24 (39,3)
Zentrale Fieberambulanz29 (47,5)
Corona-Schwerpunktpraxen17 (27,9)
Klinik18 (29,5)
Keine13 (21,3)
Erniedrigte Inanspruchnahme durch PAT_NICHT_COV zu Beginn der COVID-19 Pandemie  a,c,d (63/63)
Trifft zu52 (82,5)
Erniedrigte Inanspruchnahme durch PAT_NICHT_COV in der Osterzeit 2020  a,c (63/63)
Trifft zu59 (93,7)
Erniedrigte Inanspruchnahme durch PAT_NICHT_COV zum Befragungszeitpunkt (Juni 2020)  a,c ,d (63/63)
Trifft zu33 (52,4)
Verpflichtende telefonische Anmeldung vor Terminvereinbarung durch PAT_COV  a,c,d (63/63)
Trifft zu58 (92,1)
Ausschließlich telefonische oder Videokonsultation-Behandlung von PAT_COV mit leichtem Verlauf a,c ,d (63/63)
Trifft zu51 (81,0)

a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19.

Tab. 2 Beschreibung des primärärztlichen Settings in der ersten Phase der COVID-19-Pandemie. a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19. Die hausärztlichen Ergebnisse zur Nutzung von Corona-Anlaufstellen, Einschätzung der Inanspruchnahme, Implementierung von verpflichtender telefonischer Anmeldung und ausschließlicher Versorgung per Telefon bzw. Video finden sich ebenfalls in Tab. 2 . Der überwiegende Anteil der Hausarztpraxen (n=48, 78,7%) nutzte Corona-Anlaufstellen. Die Anzahl der Hausarztpraxen mit wahrgenommener reduzierter Inanspruchnahme von Nicht-COVID-PatientInnen reduzierte sich von einem Maximum mit n=59 (93,7%) in der Osterzeit auf n=33 (52,4%) zum Befragungszeitpunkt Mitte - Ende Juni 2020.

Gegenüberstellung von Corona-Schwerpunktpraxen und zentralen Fieberambulanzen im Aufbau

Die Ergebnisse finden sich in Tab. 3 . Corona-Schwerpunktpraxen wurden vorwiegend in eigenen Praxisräumen eingerichtet (n=57, 78,1%), Fieberambulanzen (n=15, 93,8%) hingegen überwiegend in anderen Räumen (fremde Praxisräume, Klinikräume, Hallen, Container, Zelte u. a.). Die beiden Abstrichstellen wurden in Containern organisiert. Sonstige Angaben waren unter anderem eine ehemalige Kaserne, Garagen oder eine umgebaute Wohnung.

Tab. 3 Gegenüberstellung von Corona-Schwerpunktpraxen und zentralen Fieberambulanzen im Aufbau.

Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Corona-Schwerpunktpraxen n (%)Zentrale Fieberambulanzen n (%)
Räumlichkeiten  b (73/74) (16/16)
Vorhandene eigene Praxisräume57 (78,1)1 (6,3)
Andere (fremde Praxisräume, Klinikräume, Hallen, Container, Zelte, Sonstiges)16 (21,9)15 (93.8)
Initiative der Einrichtung  b (74/74) (16/16)
Kassenärztliche Vereinigung (KV)38 (51,4)9 (56,3)
Gesundheitsamt5 (6,8)9 (56,3)
Landratsamt3 (4,1)8 (50,0)
Kommune3 (4,1)4 (25,0)
Ärzteschaft17 (23,0)12 (75,0)
Kliniken06 (37,5)
Eigeninitiative34 (45,9)2 (12,5)
Sonstige1 (1,4)0
Inhaltliche Unterstützung des Aufbaus  b (69/74) (16/16)
Kassenärztliche Vereinigung (KV)41 (59,4)10 (62,5)
Gesundheitsamt11 (15,9)5 (31,3)
Landratsamt5 (7,2)9 (56,3)
Kommune12 (17,4)4 (25,0)
Ärzteschaft13 (18,8)11 (68,8)
Kliniken02 (12,5)
Eigeninitiative17 (24,6)2 (12,5)
Sonstige13 (18,8)3 (18,8)
Dauer des Aufbaus  b (73/74) (16/16)
1 Tag18 (24,7)0
2–3 Tage25 (34,3)4 (25,0)
4–6 Tage23 (31,5)8 (50,0)
1 bis 2 Wochen3 (4,1)2 (12,5)
mehr als 2 Wochen4 (5,5)2 (12,5)
Der Aufbau der Corona-Anlaufstelle war aufwendig  a,c (73/74) (16/16)
Trifft zu 33 (45,2)13 (81,3)
Dokumentation a (74/74) (16/16)
Vollständig digital52 (70,3)4 (25)
Teilweise digital, teilweise papier-basiert20 (27)11 (68,8)
Vollständig papierbasiert2 (2,7)1 (6,2)

a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet.

Tab. 3 Gegenüberstellung von Corona-Schwerpunktpraxen und zentralen Fieberambulanzen im Aufbau. a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. Hinsichtlich der Initiative der Einrichtung und inhaltlichen Unterstützung fallen Mehrfachnennungen auf. Besonders häufig wurden bei den Corona-Schwerpunktpraxen die KVBW (n=38, 51,4%; n=41, 59,4%) und die Eigeninitiative (n=34, 45,9%; n=17, 24,6%) genannt. Bei den Fieberambulanzen wurden besonders häufig die Ärzteschaft (n=12, 75%; n=11, 68,8%), die KVBW (n=9, 56,3%; n=10, 62,5%) und das Gesundheitsamt (n=9, 56,3%; n=5, 31,3%) genannt. Sonstige Organisationen (n=13, 18,8%), die beim Aufbau der Corona-Schwerpunktpraxen inhaltlich unterstützt haben, waren das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und die Malteser. Die Dauer des Aufbaus erfolgte bei einem Großteil der Corona-Anlaufstellen unter 1 Woche (n=80, 88,0%). Dabei war tendenziell der Aufbau der Corona-Schwerpunktpraxen schneller als bei den Fieberambulanzen. n=33 (45,2%) der Corona-Schwerpunktpraxen und n=13 (81,3%) der Fieberambulanzen empfanden den Aufbau als aufwendig. In den Corona-Schwerpunktpraxen überwog mit n=52 (70,3%) die vollständig digitale Dokumentation, wohingegen die Mehrheit der Fieberambulanzen (n=11, 68,8%) sowie die beiden Abstrichstellen teilweise digitale und teilweise papier-basierte Dokumentation angaben. Angegebene Gründe hierfür waren Schwierigkeiten mit der IT, dass keine Hard- oder Software zur Verfügung standen oder hygienische Gründe

Zusammenarbeit an der Schnittstelle Corona-Anlaufstelle

Die Ergebnisse seitens der Corona-Anlaufstellen zu Anmeldung, Rückmeldung, Standardisierung der Anmeldung/Dokumentation/Rückmeldung und Zufriedenheit mit der Inanspruchnahme finden sich in Tab. 4 . Die am häufigsten genannten Anmeldepfade für PatientInnen in den Corona-Anlaufstellen waren gesteuert und konnte vorwiegend über HausärztInnen (n=88, 95,7%) und Gesundheitsamt (n=74, 80,4%), aber auch durch weitere Akteure erfolgen. 18,5% (n=17) der Corona-Anlaufstellen ermöglichten eine ungesteuerte Behandlung ohne Anmeldung. 27,2% (n=25) gewährten auch die ungesteuerte Anmeldung durch PatientInnen selbst. Der am häufigsten genannte Anmeldeweg in den Corona-Anlaufstellen war der telefonische (n=85, 92,4%). Der am häufigsten genannte Rückmeldeweg über das Ergebnis der Konsultation war der mündliche an die PatientInnen (n=65, 77,4%). Ebenfalls in Tab. 4 finden sich die Einschätzungen der Hausarztpraxen über den Informationsstand in Bezug auf die Corona-Anlaufstellen.

Tab. 4 Zusammenarbeit an der Schnittstelle Corona-Anlaufstelle.

Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Corona-Anlaufstellen n (%)
Die Anmeldung in der Corona-Anlaufstelle kann erfolgen durch  b (92/92)
ohne Anmeldung17 (18,5)
Hausarztpraxis88 (95,7)
Gesundheitsamt74 (80,4)
116 11765 (70,7)
Kliniken40 (43,5)
ärztlichen Bereitschaftsdienst42 (45,7)
Pflegeheime46 (50,0)
PatientInnen telefonisch selbst25 (27,2)
Die Anmeldung erfolgt per  b (92/92)
Telefon85 (92,4)
Fax37 (40,2)
E-Mail31 (33,7)
Sonstige10 (10,9)
Die Rückmeldung erfolgt an/per  b (84/92)
PatientIn mündlich65 (77,4)
PatientIn im Papierformat23 (27,4)
Zuweisende Hausarztpraxis per Telefon26 (31,0)
Zuweisende Hausarztpraxis per Fax47 (56,0)
Zuweisende Hausarztpraxis per Mail12 (14,3)
Zuweisende Hausarztpraxis durch PatientIn14 (16,7)
Sonstige (Kliniken, Gesundheitsamt, keine Rückmeldung)17 (20,2)
Es gibt einen standardisierten Anmeldebogen  a,c (90/92)
Trifft zu40 (44,4)
Es gibt einen standardisierten Dokumentationsbogen  a,c (91/92)
Trifft zu38 (41,8)
Es gibt einen standardisierten Rückmeldebogen  a,c (90/92)
Trifft zu22 (24,4)
Die Inanspruchnahme meiner Corona-Anlaufstelle bewerte ich als zufriedenstellend  a,c (91/92)
Trifft zu57 (62,6)
Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Hausarztpraxen n (%)
Über die Standorte der Corona-Anlaufstellen bin ich gut informiert  a,c (62/63)
Trifft zu54 (87,1)
Über die Öffnungszeiten der Corona-Anlaufstellen bin ich gut informiert  a,c (62/63)
Trifft zu48 (77,4)
Über die Abläufe der Corona-Anlaufstellen bin ich gut informiert  a,c (62/63)
Trifft zu43 (69,4)

a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. d  PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19.

Tab. 4 Zusammenarbeit an der Schnittstelle Corona-Anlaufstelle. a  Einfachantwort. b  Mehrfachantworten. c  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. d  PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19.

Zukunft und Weiterentwicklung

Die Ergebnisse zur Zukunft und Weiterentwicklung in der Versorgung in Corona-Anlaufstellen und in Hausarztpraxen finden sich in Tab. 5 . Aus Sicht der Corona-Anlaufstellen wurde am häufigsten mit 67,9% (n=53) eine Steigerung von Informationsangeboten für HausärztInnen und mit 74,4% (n=58) eine Steigerung von Informationsangeboten für PatientInnen als Möglichkeiten zur Steigerung der Inanspruchnahme der eigenen Einrichtungen angegeben. Die Steuerung der ambulanten PatientInnen durch entsprechende Abrechnungsregelungen wurde mit n=34 (43,6%) am wenigsten häufig als Möglichkeit zur Steigerung der Inanspruchnahme angegeben.

Tab. 5 Zukunft/Weiterentwicklung.

Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen)Corona-Anlaufstellen n (%)
Möglichkeiten zur Steigerung der Inanspruchnahme der Corona-Anlaufstelle sind meines Erachtens  b (78/92)
Informationsangebot für HausärztInnen steigern53 (67,9)
Informationsangebot für PatientInnen steigern58 (74,4)
Informationsangebot allgemein steigern49 (62,8)
Steuerung der ambulanten PatientInnen durch entsprechend äußere Regelungen während der Pandemie52 (66,7)
Steuerung der ambulanten PatientInnen durch entsprechende Abrechnungsregelungen während der Pandemie34 (43,6)
Für die kommenden 6 Wochen halte ich den Betrieb meiner Einrichtung dauerhaft für sinnvoll  a,c (91/92)
Trifft zu65 (71,4)
Für die kommenden 6 Wochen halte ich bei starkem Anstieg der COVID-Fälle den Betrieb meiner Einrichtung für sinnvoll  a,c (90/92)
Trifft zu87 (96,7)
Merkmale (Anzahl verwertbare/mögliche Rückmeldungen) Hausarztpraxen n (%)
Für die kommenden 6 Monate halte ich die Versorgung von PAT_COV in meiner Praxis telefonisch für sinnvoll  a,c,d (63/63)
Trifft zu46 (73,0)
Für die kommenden 6 Monate halte ich die Versorgung von PAT_COV in meiner Praxis per Videosprechstunde für sinnvoll  a,c,d (62/63)
Trifft zu15 (24,2)
Für die kommenden 6 Monate halte ich die Versorgung von PAT_COV in meinen Praxisräumen für sinnvoll  a,c,d (63/63)
Trifft zu33 (52,4)
Für die kommenden 6 Monate halte ich den Betrieb der Corona-Anlaufstellen dauerhaft für sinnvoll  a,c (63/63)
Trifft zu32 (50,8)
Für die kommenden 6 Monate halte ich den Betrieb der Corona-Anlaufstellen bei starkem Anstieg der Fälle für sinnvoll  a,c (62/63)
Trifft zu51 (82,3)

 Einfachantwort. Mehrfachantworten.  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19.

Tab. 5 Zukunft/Weiterentwicklung. Einfachantwort. Mehrfachantworten.  Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Antwortoption „trifft zu“ berichtet. PAT_COV=PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19; PAT_NICHT_COV=PatientInnen ohne (vermutete) COVID-19.

Diskussion

In der vorliegenden Arbeit konnten in einer frühzeitigen Momentaufnahme die ambulanten Strategien und Umsetzungen im primärärztlichen Setting zur Bewältigung der frühen Phase der COVID-19-Pandemie beschrieben werden: Innerhalb kürzester Zeit wurden in den meisten Hausarztpraxen Maßnahmen wie Inanspruchnahme von Corona-Anlaufstellen, verpflichtende telefonische Anmeldung und Versorgung von PatientInnen mit leichtem Verlauf bei (vermuteter) COVID-19-Erkrankung rein telefonisch oder per Video implementiert. Die initial wahrgenommene und aus mehreren Ländern berichtete Unterversorgung von Nicht-COVID-19-PatientInnen ging bis zum Befragungszeitpunkt deutlich zurück 13 . Parallel dazu wurden Corona-Anlaufstellen als neue ambulante Versorgungsformen vorwiegend unter hausärztlicher Leitung aufgebaut. Ähnliche Ansätze in der Pandemie-Struktur im primärärztlichen Setting sind in Australien, Neuseeland, Kanada, den Niederlanden, Großbritannien und den USA jeweils mit unterschiedlichen Gewichtungen beschrieben 13 . Der Aufwand beim Aufbau der Corona-Anlaufstellen wird v. a. bei einem Großteil der Fieberambulanzen und bei fast der Hälfte der Corona-Schwerpunktpraxen als hoch eingeschätzt. Dies deckt sich mit Ergebnissen aus Schwerpunktpraxen in Berlin 14 . Auch bei HausärztInnen in Deutschland wird die Praxisorganisation als maßgebliche Herausforderung während der COVID-19-Pandemie genannt 15 . Aus der Vielzahl der beteiligten Akteure in den Corona-Anlaufstellen lässt sich die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit vielen Schnittstellen z. B. in Bezug auf Information und Kommunikation ableiten. Managementlücken taten sich in den Corona-Anlaufstellen bei der gesteuerten Anmeldung, der standardisierten Dokumentation und der Digitalisierung auf. Schon vor Beginn der COVID-19-Pandemie wurde die Performance des deutschen Gesundheitssystems im Ländervergleich in das untere Mittelfeld mit guten Leistungen in Versorgungsprozessen und Outcomes aber Verbesserungsbedarf in Zugang und administrativer Effizienz eingeordnet 16 . Die Inanspruchnahme war nur in 62,5% der Corona-Anlaufstellen als zufriedenstellend angegeben. Häufig genannte Möglichkeiten die Inanspruchnahme zu erhöhen, war eine Steigerung der Informiertheit der HausärztInnen und PatientInnen. Den Bedarf an verlässlichen Informationen seitens der Hausärzteschaft beschreibt auch Bergmaier 15 . Bezüglich der zukünftigen Versorgung wurde eine große Heterogenität der Haltung zur Versorgung von PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19-Erkrankung in der eigenen Praxis und der Notwendigkeit des dauerhaften Erhalts von Corona-Anlaufstellen festgestellt. Sowohl die Patiententrennung als auch fehlendes Feedback an die Entscheidungsträger sind in der Literatur als Herausforderungen im primärärztlichen Setting beschrieben 17 . In Australien sind eine starke Kommunikation mit den Primärversorgern, Feedbackschleifen und Online-Schulungen für den primärärztlichen Sektor während der COVID-19-Pandemie implementiert worden 18 . Einigkeit bestand über die Notwendigkeit des Angebots von Corona-Anlaufstellen bei starkem Anstieg von COVID-19-Fällen. Vor dem Hintergrund der Dynamik der COVID-19-Pandemie und mit Blick auf den hohen Aufwand im Aufbau insbesondere der Fieberambulanzen könnten hierfür Vorlagen für Struktur und Workflows wie in China und Südkorea hilfreich sein 19 20 . Der Wunsch nach Beibehalt der rein telefonischen Behandlung inklusive Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wurde auch durch Bergmaier erhoben 15 , die Politik steuerte erst jüngst nach einer mehrmonatigen Pause dahingehend nach. Warum der Bedarf an Videosprechstunde nur durch ein Viertel der antwortenden HausärztInnen bekundet wird, sollte Gegenstand weiterer Erhebungen sein. Innerhalb Europas war Deutschland in der „ersten Welle“ eines der Länder mit den wenigsten Todesfällen bezogen auf die Einwohnerzahl 21 . Die Kapazitätsgrenzen der stationären Versorgung und Beatmungsplätze wurden nicht erreicht 22 . Die Auswertungen der noch anhaltenden „zweiten Welle“ stehen aus. Der Zeitpunkt der Umsetzung eines nationalen Pandemieplans sowie das Gelingen der Mobilisierung des primärärztlichen Sektors könnten einen Einfluss auf die Mortalitätsrate haben 23 . Die beschriebenen Anpassungen im primärärztlichen Setting könnten im Sinne eines „Schutzwalls“ für Krankenhäuser einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben 9 .

Limitationen

Der Rücklauf kann als vergleichbar mit anderen Erhebungen in Deutschland im hausärztlichen Setting beurteilt werden. Dennoch ist aufgrund der niedrigen Anzahl die Aussagekraft eingeschränkt und nur eine deskriptive Auswertung möglich. Über Gründe des niedrigen Rücklaufs der Abstrichstellen (n=2 von 16) kann nur spekuliert werden. Eine Ursache könnte eine erschwerte postalische Zustellung gewesen sein bei Einrichtung außerhalb bestehender Praxisräume. Ein Non-Response-Bias kann nicht ausgeschlossen werden. Durch die Vollerhebung bei den Corona-Anlaufstellen sowie Einbezug aller Land- und Stadtkreise in Baden-Württemberg dürften die Ergebnisse dennoch einen realistischen regionalen Überblick geben. Für eine Verallgemeinerung (regional und national) sollten weitere Erhebungen stattfinden.

Schlussfolgerung

Mit Improvisation und durch das Zusammenspiel mehrerer Akteure gelang in einem Kraftakt eine rasche Implementierung von Anpassungen im primärärztlichen Setting während der frühen Phase der COVID-19-Pandemie. Folgende Anregungen lassen sich aus den Ergebnissen ableiten: Auf den Aspekt Kommunikation und Austausch an den Schnittstellen der Corona-Anlaufstellen könnte ein vermehrter Fokus gelegt werden. Gesteuerte Zugangswege zu Corona-Anlaufstellen sowie vollständig digitale Erhebung und Standardisierung in der Kommunikation könnten wichtige Impulse zur geregelten Versorgung von PatientInnen mit (vermuteter) COVID-19-Erkrankung sein. Gleichzeitig könnte dies der Grundstein für ein Monitoring während einer Erkrankung sein, zur Datenerhebung für Forschung im primärärztlichen Setting beitragen und Grundlagen für ein ambulantes Monitoring der Bedarfe darstellen. Feedbackschleifen könnten Gründe für heterogene Haltungen, Bedarfe und mögliche umsetzbare Lösungen erheben. Für die langfristige Pandemieplanung sollten konkrete und praxistaugliche Empfehlungen in die Pandemiepläne aufgenommen und kommuniziert werden.

Finanzielle Unterstützung

Die Studie erhielt keine finanzielle Unterstützung.
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1.  Challenges of the Pandemic Response in Primary Care during Pre-Vaccination Period: A Qualitative Study.

Authors:  Marina Kunin; Dan Engelhard; Shane Thomas; Mark Ashworth; Leon Piterman
Journal:  Isr J Health Policy Res       Date:  2015-10-15

2.  Australia's national COVID-19 primary care response.

Authors:  Jane Desborough; Sally Hall Dykgraaf; Lucas de Toca; Stephanie Davis; Leslee Roberts; Catherine Kelaher; Michael Kidd
Journal:  Med J Aust       Date:  2020-07-04       Impact factor: 7.738

3.  Case characteristics, resource use, and outcomes of 10 021 patients with COVID-19 admitted to 920 German hospitals: an observational study.

Authors:  Christian Karagiannidis; Carina Mostert; Corinna Hentschker; Thomas Voshaar; Jürgen Malzahn; Gerhard Schillinger; Jürgen Klauber; Uwe Janssens; Gernot Marx; Steffen Weber-Carstens; Stefan Kluge; Michael Pfeifer; Linus Grabenhenrich; Tobias Welte; Reinhard Busse
Journal:  Lancet Respir Med       Date:  2020-07-28       Impact factor: 30.700

4.  Drive-Through Screening Center for COVID-19: a Safe and Efficient Screening System against Massive Community Outbreak.

Authors:  Ki Tae Kwon; Jae Hoon Ko; Heejun Shin; Minki Sung; Jin Yong Kim
Journal:  J Korean Med Sci       Date:  2020-03-23       Impact factor: 2.153

5.  Lessons on the COVID-19 pandemic, for and by primary care professionals worldwide.

Authors:  Salman Rawaf; Luke N Allen; Florian L Stigler; Dionne Kringos; Harumi Quezada Yamamoto; Chris van Weel
Journal:  Eur J Gen Pract       Date:  2020-12       Impact factor: 1.904

6.  Emergency management in fever clinic during the outbreak of COVID-19: an experience from Zhuhai.

Authors:  H Jiang; J W Liu; N Ren; R He; M Q Li; Q C Dong
Journal:  Epidemiol Infect       Date:  2020-08-07       Impact factor: 2.451

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1.  Healthcare professionals' perceptions of impacts of the Covid-19-pandemic on outpatient care in rural areas: a qualitative study.

Authors:  Madlen Hoerold; Marc Gottschalk; Carla Maria Debbeler; Heike Heytens; Saskia Ehrentreich; Ruediger C Braun-Dullaeus; Christian Apfelbacher
Journal:  BMC Health Serv Res       Date:  2021-12-02       Impact factor: 2.655

2.  Resilience of the primary health care system - German primary care practitioners' perspectives during the early COVID-19 pandemic.

Authors:  Sandra Stengel; Catharina Roth; Amanda Breckner; Lara Cordes; Sophia Weber; Charlotte Ullrich; Frank Peters-Klimm; Michel Wensing
Journal:  BMC Prim Care       Date:  2022-08-11

3.  Building resilience in German primary care practices: a qualitative study.

Authors:  Nicola Litke; Aline Weis; Jan Koetsenruijter; Valeska Fehrer; Martina Koeppen; Stephanie Kuemmel; Joachim Szecsenyi; Michel Wensing
Journal:  BMC Prim Care       Date:  2022-09-02
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