| Literature DB >> 33723829 |
Karsten Theiß1, Arne Simon2, Norbert Graf1, Tilman Rohrer1.
Abstract
HINTERGRUND: Das Saarland ist in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie eines der am stärksten betroffenen Bundesländer. Niedergelassene Kinder- und Jugendärzte sind für pädiatrische Patienten und ihre Familien erste Ansprechpartner. FRAGESTELLUNG: Darstellung der Herausforderungen und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung sowie der Zusammenarbeit während der COVID-19-Pandemie. METHODEN: Internet-basierte Befragung der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte sowie papierbasierte Befragung von nicht-ärztlichem Assistenzpersonal der Kinder- und Jugendarztpraxen im Saarland. ERGEBNISSE: Inhaber von 85% sowie Assistenzpersonal aus 81% der Praxen nahmen teil. Für 71% der Praxisinhaber bzw. 48% des Assistenzpersonals bestand ein erhöhtes persönliches Ausfallrisiko als Risikogruppenangehörige oder aufgrund von Betreuungsverpflichtungen. Es kam aber nur zu wenigen tatsächlichen Ausfällen. 85% halten die Hygiene- und Arbeitsschutzempfehlungen für sinnvoll, aber nur 32% stand bei Pandemiebeginn die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung. 89% der Praxen haben Ihr Praxis- und Patientenmanagement in der Pandemie umgestellt. Es wird ein deutlicher Verbesserungsbedarf in der Pandemievorbereitung (77%) und -bewältigung (61%), aber auch in der Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitswesen (59%) sowie mit Kindertagesstätten und Schulen (77%) gesehen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die erste Welle der Pandemie hat die Praxen vor erhebliche Herausforderungen gestellt, die durch betrieblich-funktionelle Umstrukturierung und -organisation bewältigt wurden. Jedoch wird eine bessere Pandemievorbereitung und Unterstützung bei der Bewältigung einschl. verbesserter Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern und Kinderbetreuungseinrichtungen gefordert. Thieme. All rights reserved.Entities:
Mesh:
Year: 2021 PMID: 33723829 PMCID: PMC8136419 DOI: 10.1055/a-1384-0568
Source DB: PubMed Journal: Gesundheitswesen ISSN: 0941-3790
Tab. 1 Verteilung der Praxen. Verteilung der Praxen auf die Landkreise (=Zulassungsbezirke) nach Zulassung sowie Teilnahme am jeweiligen Survey.
| Praxisinhaber Anteil Zulassungen/Anteil Teilnehmer | med. Assistenzpersonal Anteil Zulassungen/Anteil Teilnehmer | |
|---|---|---|
|
| 41,5%/37,8% | 42,3%/40,5% |
|
| 22,6%/20,0% | 23,1%/23,8% |
|
| 11,3%/13,3% | 11,5%/9,5% |
|
| 9,4%/11,1% | 7,7%/9,5% |
|
| 9,4%/11,1% | 9,6%/9,5% |
|
| 5,7%/6,7% | 5,8%/7,1% |
Tab. 2 Vergleich COVID-19-Pandemie und H1N1-Pandemie 2009/201.
| COVID-19 1. Welle |
pH1N1 2009/2010 aus Rexroth et. al.
| |
|---|---|---|
| Die offiziellen Arbeitsschutz- und & Hygieneempfehlungen | ||
|
| 86% | 53% |
|
| 57% | 32% |
|
| 89% | 60% |
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| 82% | 62% |
| … durch separaten Eingang | 33% | 37% |
| … durch separate Anmeldung | 26% | 19% |
| … durch getrennte Wartezimmer | 80% | 68% |
| … durch getrennte Behandlungsräume | 92% | 86% |
|
| 80% | 25% |
| … als Angebot „Fiebersprechstunde“ | 66% | 71% |
| … als Angebot „Vorsorgesprechstunde“ | 83% | 44% |
|
| 100% | 82% |
| … davon neu eingeführt | 60% | 14% |
Tab. 3 Patientensteuerung und Sprechstundenorganisation.
| Anteil der Praxen | |
|---|---|
|
| |
| … Telefonsprechstunde | 18% |
| … Videosprechstunde | 23% |
|
| |
| ▪ persönlich während Konsultationen | 100% |
| ▪ Aushänge in den Praxisräumen | 77% |
| ▪ Praxishomepage | 26% |
| ▪ Anrufbeantworteransagen | 18% |
| ▪ soziale Medien | 16% |
|
|
|
| darunter | |
| … Kindervorsorgeuntersuchungen | 81% |
| … Schutzimpfungen | 70% |
| … sonstige Leistungen (z. B. Ultraschalldiagnostik, Lungenfunktion, EKG, Labor, usw.) | 70% |
| … routinemäßige Verlaufskontrollen | 59% |
|
| 41% (n=18) |
Tab. 4 Beobachtete Auswirkungen (Kollateralschäden) des Lockdowns.
| Anteil zustimmender Praxen | |
|---|---|
|
| 97% |
|
| 90% |
|
| 87% |
|
| 87% |
|
| 83% |
|
| 17% |
|
| 13% |
Abb. 1Angabe von Verbesserungsbedarf durch die Praxisinhaber.