| Literature DB >> 33320280 |
Philip C Grunert1, Axel Dignass2, Torsten Kucharzik3, Andreas Stallmach4, Andreas Sturm5, Carsten Schmidt6.
Abstract
In order to improve the care of patients with chronic inflammatory bowel diseases during the coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic, the currently valid guidelines of the German Society for Gastroenterology, Digestive and Metabolic Diseases (DGVS) on Crohn's disease and ulcerative colitis were extended within a virtual conference to include current and practically relevant recommendations. The addendum addresses in particular the risk of COVID-19 infections in patients with chronic inflammatory bowel diseases, the diagnostics under the conditions of the pandemic, the consequences for the pharmacotherapy and operative treatment of the underlying disease. It also addresses general measures for protection against infections and for adjunctive treatment of patients with chronic inflammatory bowel diseases.Entities:
Keywords: Adjunctive treatment; Infection control; Pharmacotherapy; Risk factors; Surgical management
Mesh:
Year: 2021 PMID: 33320280 PMCID: PMC7737568 DOI: 10.1007/s00104-020-01321-5
Source DB: PubMed Journal: Chirurg ISSN: 0009-4722 Impact factor: 0.955
| Nr. | Empfehlung |
|---|---|
| 1 | In dieser S2k-Leitlinie besteht insgesamt eine nur schwache Evidenz für die Empfehlungen. Handlungsempfehlungen basieren meist auf persönlichen Erfahrungen und Analogieschlüssen zu anderen Krankheitsbildern. Notwendige Entscheidungen zur Anpassung der Therapie (medikamentös oder operativ) sollten somit immer der aktuellen Datenlage angepasst werden |
| 1.1 | Patienten mit einer CED haben generell |
| 1.2 | Patienten mit einer CED und einer immunsuppressiven Therapie haben ein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion und sollten deshalb sorgfältig individuelle Schutzmaßnahmen umsetzen. Der Grad der Risikoerhöhung scheint dabei für einzelne Immunsuppressiva unterschiedlich zu sein |
| 1.3 | Patienten mit einer CED und einer SARS-CoV-2-Infektion haben unter bestimmten Bedingungen (Komorbiditäten/Risikofaktoren) ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-Erkrankung. Diese Patienten sollten sorgfältig bezüglich einer raschen Verschlechterung ihrer Erkrankung überwacht werden |
| 2.1 | Während der Pandemie sollten Patientenvorstellungen in Einrichtungen des Gesundheitswesens restriktiv erfolgen. CED-Sprechstunden sollten unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der Vorstellung und unter Optimierung der Infektionsschutzmaßnahmen wie räumlicher Distanzierung und nach Ausnutzen von Möglichkeiten der Telemedizin fortgeführt werden |
| 2.2 | Während der Pandemie sollten sämtliche endoskopischen Untersuchungen unter besonderen Schutzmaßnahmen stattfinden. Das Ausmaß der Schutzmaßnahmen sollte risikoadaptiert erfolgen |
| 3.1 | Patienten mit einer CED |
| 3.2 | Bei Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung sollte die Therapie mit Thiopurinen, Methotrexat und Tofacitinib pausiert werden und nach Überwinden der Infektion wieder aufgenommen werden |
| 3.4 | Während der SARS-CoV-2-Pandemie sollte eine Biologikatherapie mit zu erwartendem raschem Wirkeintritt gegenüber einer hochdosierten systemischen Steroidtherapie im akuten Schub bevorzugt eingesetzt werden |
| 4.3 | Hospitalisierte Patienten mit einer CED und COVID-19-Erkrankung sollten mindestens eine prophylaktische Thromboseprophylaxe erhalten. Bei ambulanten COVID-19-erkrankten CED-Patienten sollte entsprechend ihres individuellen Risikoprofils und ihrer Begleitmedikation die Entscheidung für eine Thromboseprophylaxe großzügig getroffen werden |
CED chronisch entzündliche Darmerkrankung, COVID-19 „coronavirus disease 2019“, SARS-CoV‑2 „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“