| Literature DB >> 33242104 |
Andrej Zeyfang1,2, Joachim Zeeh3, Anke Bahrmann4, Janine N Kugler5, Hans Jürgen Heppner6,7.
Abstract
In the treatment of diabetes in old age cognitive, functional and constitutional resources of the individual must be taken into account. Purely glycated hemoglobin (HbA1c)-oriented treatment goals are less relevant. The primary focus should be freedom from symptoms while avoiding hypoglycemia and maintaining the quality of life. The geriatric assessment helps to clarify the current functional, psychological and cognitive status as well as the need for support in multimorbid older people and to define appropriate treatment strategies. With drug treatment of diabetes in old age, particular attention must be paid to renal insufficiency and dehydration as well as slow dose adjustments. According to the Robert Koch Institute (RKI), diabetes patients belong to the risk group for a severe course of the coronavirus disease 2019 (COVID-19); further risk factors are high blood pressure, underlying oncological diseases, cerebrovascular and coronary heart diseases.Entities:
Keywords: COVID-19; Diabetes technology; Drug therapy; Geriatric assessment; Hypoglycemia
Mesh:
Substances:
Year: 2020 PMID: 33242104 PMCID: PMC7689191 DOI: 10.1007/s00391-020-01815-1
Source DB: PubMed Journal: Z Gerontol Geriatr ISSN: 0948-6704 Impact factor: 1.292
| 1. | Steigerung oder zumindest Erhalt der Lebensqualität |
| 2. | Vermeidung von Akutkomplikationen (insbesondere Hypoglykämien) |
| 3. | Vermeidung von restriktiven Diätvorgaben |
| 4. | Behandlungszufriedenheit und Kompetenzsteigerung („empowerment“) der Betroffenen im Umgang mit der Erkrankung |
| 5. | Förderung der Therapieadhärenz durch individuell angepasste Therapie und regelmäßige Überprüfung des Therapieverständnisses (kognitiv, sensomotorisch, psychisch) |
| 6. | Behandlung und Besserung von Begleiterkrankungen |
| 7. | Vermeiden von Gewichtsabnahme, Sarkopenie und Immobilität bei gefährdeten Patienten |
| 8. | Vermeidung einer Übertherapie und Überdiagnostik, Reduktion einer Polypharmazie, wann immer möglich |
| Patientengruppe | Begründung | HbA1c-Wert | Blutglucose vor den Mahlzeiten | Blutdruck |
|---|---|---|---|---|
Wenig Begleiterkrankungen und kognitiv nicht eingeschränkt (Funktionell unabhängige Patienten) | Lebenserwartung 15 Jahre Vorteile einer intensiven Therapie können erlebt werden | 6,5–7,5 (47,5–58,5) | 100–125 (5,6–6,9) | Über 80 Jahre: <150 mm Hg 60–80 Jahre: <140 mm Hg (ESC/ESH) |
Sehr alte oder multimorbide oder kognitiv leicht eingeschränkte Patienten (Funktionell leicht abhängige Patienten) | Lebenserwartung 15 Jahre Vorteile einer intensiven Therapie können nicht erlebt werden Erhöhtes Hypoglykämie- und Sturzrisiko | ≤8,0 (63,9) | 100–150 (5,6–8,3) | Nach Möglichkeit <150 mm Hg |
Pflegeabhängige oder kognitiv stark eingeschränkte Patienten (Funktionell stark abhängige Patienten) | Begrenzte Lebenserwartung | <8,5 (69,4) | 110–180 (6,1–10) | Individuelle Therapieentscheidung, die den Gesamtkontext des Patienten einbezieht (da keine Zielwertevidenz) |
| „End-of-life“-Situation | Individuell angepasste Therapie mit dem Ziel der Symptomfreiheit | |||
Umrechnungsfaktoren: Glucose (mmol/l) = Glucose (%) • 0,05551; HbA1c (mmol/mol) = (HbA1c [%] – 2,15) • 10,929
HYVET Hypertension in the Very Elderly Trial
| Syndrom | Wirkung auf Diabetes | Diabetes bewirkt |
|---|---|---|
| Demenz | Schlechtere HbA1c-Werte | Bei Diabetespatienten häufiger Demenzen als bei Menschen ohne Diabetes |
| Schulung, Selbstmanagement unmöglich | Je schlechter die Stoffwechselführung, desto größer die kognitiven Leistungseinschränkungen | |
| Schwankende Blutglucosewerte, Therapiefehler | ||
| Kontrollen erschwert (Fundus, Blutdruck, Blutzucker, Fuß, Essen und Trinken) | ||
| Depression | Schlechtere HbA1c-Werte | Bei Diabetespatienten signifikant häufiger Depression |
| Geringere Compliance | Verstärkung durch Angst, Schuldgefühle | |
| „Pseudodemenz“ |

Hemmung der Glucoseproduktion in der Leber, begünstigt Glucoseaufnahme in Muskel- und Fettzellen, reduziert intestinale Glucoseresorption. Stimuliert die Insulinsekretion nicht. Modifikation des Mikrobioms | Ab GFR <60 ml/min Dosisreduktion Ab <30 ml/min kontraindiziert Bei Krankheit („sick days“) pausieren | Bei älteren Patienten, bei denen das Risiko einer Verschlechterung der GFR besteht (z. B. bei Exsikkose, Operationen, Gabe von Röntgenkontrastmittel, fieberhaften und gastrointestinalen Infektionen) sollte die Einnahme von Metformin pausiert bzw. abgesetzt werden Vorsicht bei Patienten mit Frailty, unfreiwilliger Gewichtsabnahme und Sarkopenie, da Metformin appetithemmend wirken kann |
Stimulation der Insulinfreisetzung aus dem Pankreas | Reservemedikament, bei langer und erfolgreicher Therapie kann die Sulfonylharnstoffgabe fortgeführt werden Ab GFR <60 ml/min Dosisreduktion Ab <30 ml/min kontraindiziert | |
Erhöhung des GLP1-Spiegels, der nach Kohlenhydratzufuhr eine Insulinausschüttung bewirkt | Häufig verabreicht, in reduzierter Dosis | Gut verträglich, geringes Hypoglykämierisiko, gut mit Metformin kombinierbar, kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko [ |
Insulinunabhängige Senkung der Blutglucose durch Induktion einer Glukosurie | Risiko der Hypovolämie Wirkungsabnahme mit sinkender Nierenfunktion Bei GFR <60 ml/min Dosisreduktion Bei GFR <45 ml/min kontraindiziert Bei Krankheit („sick days“) pausieren | Neuere Studien berichten von weniger schweren Nebenwirkungen als frühere [ |
Steigerung der glucoseabhängigen Insulinsekretion des Pankreas, Verlangsamung die Magenpassage, Erhöhung des Sättigungsgefühls, ähnlicher Wirkmechanismus wie Gliptine, müssen aber s.c. injiziert werden | Bis zu GFR von 30 ml/min keine Dosisanpassung erforderlich Bei GFR <30 ml/min keine Therapie empfohlen | Die Gewichtsabnahme von z. B. 4–7 kg unter 0,5–1,0 mg Semaglutid kann bei Patienten mit Kachexie und Sarkopenie unerwünscht sein |
DPP‑4 Dipeptidylpeptidase‑4, GFR glomeruläre Filtrationsrate, GLP‑1 „glucagon-like peptide 1“, HFrEF „heart failure with reduced ejection fraction“, SGLT‑2 „sodium dependent glucose transporter 2“