| Literature DB >> 33030591 |
T Dresler1,2, A-L Guth3, J Lüpke4, P Kropp4.
Abstract
BACKGROUND: The coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic has substantially changed life worldwide in 2020. This also influences the psychological treatment options of patients with headache. AIM: The present article intends to illustrate the different psychological forms of treatment for headache patients and their implementation during the COVID-19 pandemic.Entities:
Keywords: COVID-19; Cognitive behavioral therapy; Digitalization; Headache; Stress management
Mesh:
Year: 2020 PMID: 33030591 PMCID: PMC7543037 DOI: 10.1007/s00482-020-00507-4
Source DB: PubMed Journal: Schmerz ISSN: 0932-433X Impact factor: 1.629
| Maßnahmen | Auswirkungen auf Patienten |
|---|---|
| Grenzschließungen | Negativ: fehlender Urlaub, fehlende Entspannung Positiv: Wegfall aufwendiger Reisen mit Zeitverschiebung/Jetlag |
| Kontaktbegrenzung | Negativ: soziale Isolation, Verstärkerwegfall, veränderte Tagesstruktur, häusliche Gewalt Positiv: mehr Kontakt zu Kernfamilie, Ausbau neuer Kommunikationswege, abnehmender Termindruck |
| Schließungen von Kindergärten und Schulen | Negativ: Suche nach Kinderbetreuung, veränderte Tagesstruktur, Konfliktpotenzial Positiv: mehr Kontakt zu Kernfamilie |
| Schließungen von Freizeit- und Sporteinrichtungen | Negativ: soziale Isolation, Wegfall von Mannschaftssport, veränderte Tagesstruktur Positiv: Outdoor-Aktivitäten (Spaziergänge, Wandern, Radfahren) |
| Homeoffice | Negativ: veränderte Tagesstruktur, Gefahr von Mehrarbeit, Motivationsverlust, Überforderung durch Doppelbelastung bei gleichzeitiger Kinderbetreuung Positiv: flexiblere Pausenzeiten, mehr Schlaf, Wegfall von Pendelzeiten, Abwesenheit von Triggern am Arbeitsplatz |
| Kurzarbeit | Negativ: existenzielle Sorgen Positiv: zusätzliche freie Zeit |
COVID-19 Coronavirus-Krankheit-2019
| Eine 51-jährige, selbstständige Patientin mit Migräne muss ihren Laden schließen. Sie gerät finanziell unter Druck. Ihr behinderter Sohn kann nicht länger in der Tagesstätte betreut werden, sie muss jetzt die Betreuung übernehmen, wobei sie sich auch bei Kopfschmerzen kaum zurückziehen kann. Das Mannschaftstraining im Sportverein fällt aus | |
| ► Anspannung, soziale Isolation, psychische Belastung, Schmerz- und Medikamenteneinnahmetage steigen | |
| Ein 34-jähriger Patient mit chronischer Migräne wohnt mit seiner Partnerin zusammen. Er arbeitet bei einer IT-Firma, wechselt vom Großraumbüro ins Homeoffice. Er spart täglich 50 min Pendelzeit, geht joggen und verbringt seine Pause auf dem Balkon. Über Social Media hält er Kontakt zur Familie, durch die Kontaktbeschränkungen erlebt er sich von seiner Erwartungsangst vor Absagen bei sozialen Treffen entlastet | |
| ► Anspannung, Schmerz und schmerzbedingte Einschränkungen sinken |

Videosprechstunde oder Telefonate anbieten Belastungsgrad in verschiedenen Lebensbereichen abschätzen Problemlösungskompetenz fördern (z. B. konkrete Ansätze mit Zwischenzielen festlegen, Antrag häusliche Tagespflege) Akzeptanz für Stress und Kopfschmerzverstärkung in der aktuellen Situation fördern, Ängste vor Verschlechterung entkatastrophisieren Stressbewältigung (z. B. Pausenmanagement etablieren, Atemübungen und Kurzentspannung üben, Genusstraining) Outdoor-Aktivitäten und alternative Kontakte fördern | |
Videosprechstunde oder Telefonate anbieten Belastungsgrad in verschiedenen Lebensbereichen abschätzen Entlastung und positive Veränderungen reflektieren, Vorteile herausarbeiten, Veränderungsmotivation fördern, Erfolge verstärken Klärung und Planung der Zeit nach dem Lockdown (z. B. Gespräch mit dem Arbeitgeber bzgl. Homeoffice, Fortführung Ausdauersport) Einübung von Strategien der Reizabschirmung, Planung von Pausen am Arbeitsplatz und im Homeoffice Problemklärung Erwartungsangst, kognitive Umstrukturierung |