Literature DB >> 32583379

D Dellweg, M Pfeifer.   

Abstract

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Year:  2020        PMID: 32583379      PMCID: PMC7416200          DOI: 10.1055/a-1199-4557

Source DB:  PubMed          Journal:  Pneumologie        ISSN: 0934-8387


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Vieles von dem, was die Autoren des Leserbriefes zum Ausdruck bringen, ist richtig und wichtig und soll deswegen auch nochmals in dieser Antwort Erwähnung finden: Der Umgang mit den Community-Masken in der Öffentlichkeit ist durchaus verbesserungswürdig. Masken verschmutzen während des Tragens, von daher sollte eine Maske spätestens nach 6 Stunden desinfizierend gereinigt werden. Das bedeutet auch, dass Personen, die z. B. berufsbedingt länger als 6 Stunden eine Maske tragen, eine zweite Maske zur Verfügung haben sollten. Spätestens nach 6 Stunden sollte eine desinfizierende Aufbereitung der Maske erfolgen. Dies kann z. B. durch Waschen bei > 90 °C in der Waschmaschine oder durch Auskochen der Maske für mindestens 5 Minuten erfolgen. Eine Maschinenwäsche in Niedertemperaturprogrammen sollte aufgrund des erheblichen Kontaminationsrisikos vermieden werden 1 . Nach Gebrauch der Masken sowie nach der Wäsche sollte außerdem auf eine vollständige Trocknung und kontaminationsgeschützte Lagerung geachtet werden. Wird eine Maske zwischenzeitlich abgesetzt, so sollte sie so gelagert werden, dass keine weitere Kontamination erfolgt. Man kann die Maske frei hängend (z. B. auch am Rückspiegel eines PKW) oder in einem geschützten Reservoir (z. B. einer kleinen Plastiktüte, die nach der Verwendung mit heißem Wasser desinfiziert wird) unterbringen. Von der ungeschützten Zwischenlagerung z. B. in einer Hosen- oder Handtasche ist abzuraten. Wir stimmen mit den Autoren des Leserbriefes auch darin überein, dass Community-Masken keiner Qualitätsnorm unterliegen und in ihrer Effektivität starke Unterschiede aufweisen. Die Gründe hierfür sowie die Forderung nach einer Qualitätsüberprüfung kommerziell hergestellter Masken findet man im Positionspapier 2 . Über den Übertragungsweg des Coronavirus ist in der letzten Zeit viel diskutiert worden. Generell macht es keinen Sinn, das Aerosolspektrum in die Kategorien „Tröpfcheninfektion“ und „aerogene Infektion“ zu unterteilen 3 . Die im menschlichen Körper gebildeten und abgeatmeten Aerosole stellen ein Kontinuum dar. Bereits beim normalen Atmen entstehen Partikel mit einem Spektrum von 50 nm bis zu 5 µm 4 5 . Sprechen oder Husten produziert Partikel, die größer sein können als 10 µm 6 . Die Tatsache, dass die Intubation zu den Hochrisikoprozeduren z. B. bei SARS-erkrankten Patienten gehörte mit einem relativen Risiko von mehr als 13 7 , spricht für einen Übertragungsweg mit großen Partikeln. Die zuletzt in der Presse beschriebenen Cluster während einer Chorprobe, eines Gottesdienstes oder aber auch der Karnevalsveranstaltung in Gangelt im Kreis Heinsberg sprechen dagegen für eine Infektion über Aerosole, die länger im Schwebezustand bleiben und so größere Distanzen zurücklegen können. Letzterer Hypothese schließen sich mittlerweile zahlreiche Autoren an 3 8 9 10 11 12 13 14 15 16 . Das SARS-CoV-2-Virus hat in schwebenden Aerosolen immerhin eine Halbwertszeit von 1,1 Stunden 17 . In Krankenzimmern infizierter Patienten konnten SARS-CoV-2-tragende Partikel nachgewiesen werden, obwohl das Lüftungssystem der Zimmer die Luft alle 6 Minuten vollständig austauschte 18 . Vor diesem Hintergrund lassen sich Menschenmengen in geschlossenen Räumen als primäre Risikokonstellation darstellen. Im Umkehrschluss ist festzustellen – und hier liegen die Autoren des Leserbriefes vollkommen richtig, dass Aktivitäten unter freiem Himmel ein wesentlich geringeres Risiko tragen. Mit einer Maske alleine durch den Wald zu laufen ist daher sicher als sinnlos zu betrachten. Was Belege für die Schutzfunktion der Community-Masken angeht, verweisen wir nochmals auf die ausführliche Diskussion im Positionspapier der DGP 2 . Die im Leserbrief erwähnte Cochrane-Metaanalyse ist eine Neuauflage einer bereits 2011 publizierten Analyse 19 , die in ihrer aktuellen Version im Preprint verfügbar ist. Die Analyse beschränkt sich wie jede Cochrane-Analyse auf randomisierte, kontrollierte Studien. Da es keine randomisierten Studien zu SARS-CoV-2 mit dieser Fragestellung gibt, stammen die Daten hauptsächlich aus Influenza-Studien, die alle nicht während einer Pandemie durchgeführt wurden. Die Durchführung von randomisierten Studien zur Effektivität von Masken während der SARS-CoV-2-Pandemie wäre ethisch sicher nicht zu vertreten. Das Fehlen solcher Studien als fehlende Evidenz zu werten wird der Situation jedoch nicht gerecht. Seit der Publikation des Positionspapiers 2 sind weitere Arbeiten erschienen, die wir hier kurz darstellen möchten: Dr. Yuen Kwok-Yung aus Hongkong, immerhin der Entdecker des SARS-Virus im Jahre 2003, konnte im Tierexperiment mit dem SARS-CoV-2-Virus eine absolute Risikoreduktion in Bezug auf Infektionen von 50 % feststellen (numbers needed to treat [NNT] = 2), wenn die Tiere im Käfig mittels einer Maske getrennt wurden 20 . Wichtiger aber noch, weil praxisnäher sind Daten aus der aktuellen Pandemie. Vergleiche von Populationen/Ländern, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten die Maskenpflicht eingeführt haben, legen dabei die Effektivität auch der Community-Masken nahe 21 . Auch die kürzlich vorgelegte Studie des IZA, die die Entwicklung der Infektionszahlen aus Jena nach der Einführung der Maskenpflicht mit Kontrollkollektiven verglich, zeigt eine eindeutige Effektivität der Masken für den Infektionsschutz in der Bevölkerung ( http://ftp.iza.org/dp13319.pdf ). Eine gerade veröffentlichte Studie geht sogar davon aus, dass in Italien zwischen dem 6. April und dem 9. Mai 78 000 und in New York zwischen dem 17. April und dem 9. Mai 66 000 Infektionen alleine durch das Tragen von Masken verhindert wurden 16 . Die Effektivität der Masken hängt im Wesentlichen von den folgenden 3 Faktoren ab: Wie hoch ist die Selbstschutzfunktion der Maske? (Diese kann theoretisch sogar negativ sein für den Fall, dass es durch die Verschmutzung der Maske zu einer erhöhten Infektionsrate beim Träger kommt.) Wie hoch ist die Fremdschutzfunktion der Maske ? Wie hoch ist die Adherence in der Bevölkerung ? Eine mathematische Modellierung hierzu wurde im Juni 2020 veröffentlicht 22 . Die Autoren stellen in Ihrer Arbeit 2 mathematische Modelle vor. Ein sog. „Branching Model = Verzweigungsmodell“, welches die Ausbreitung des Coronavirus unter Modellierung der 3 o. g. Faktoren berechnet, und ein Kompartment Modell, bei dem die zugrunde liegende Kohorte (Bevölkerung) in Maskenträger und Nicht-Maskenträger unterteilt wird. Mit dem letztgenannten Modell lässt sich vor allem die Fremd- und Eigenschutzkomponente herausarbeiten. Die Autoren kommen zum Schluss, dass sogar bei einem gestiegenen Infektionsrisiko durch Maskenverschmutzung für den Träger der Nettoeffekt für die Gesamtbevölkerung immer noch positiv wäre. Anhand des Branching Models lässt sich dabei ablesen, wie sich der Reproduktionsindex (R) in Abhängigkeit der 3 o. g. Faktoren entwickelt. Als 1976 in Deutschland die Gurtpflicht eingeführt wurde, war der Aufschrei zunächst groß. Man fühlte sich bevormundet und in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt. Heutzutage steigt man dagegen nicht mehr gerne in ein Auto ein, wenn der Airbag fehlt, vom Sicherheitsgurt ganz zu schweigen. Bei der Maskenpflicht im Rahmen der Coronapandemie ist es etwas komplizierter, da hier nicht der Selbstschutz, sondern vor allem der Fremdschutz im Vordergrund steht. Es braucht daher momentan vor allem Folgendes: Ärzte, die sinnvolle Maßnahmen der Regierung unterstützen und mit gutem Beispiel vorangehen. Viel wichtiger ist aber die Stärkung des Altruismus in der Gesellschaft. Das Virus wird uns zeigen, ob unsere Gesellschaft dazu bereit und in der Lage ist.
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1.  Characterization of exhaled particles from the healthy human lung--a systematic analysis in relation to pulmonary function variables.

Authors:  Katharina Schwarz; Heike Biller; Horst Windt; Wolfgang Koch; Jens M Hohlfeld
Journal:  J Aerosol Med Pulm Drug Deliv       Date:  2010-05-25       Impact factor: 2.849

2.  Treat COVID-19 as Though It Is Airborne: It May Be.

Authors:  Thomas Eissenberg; Souha S Kanj; Alan L Shihadeh
Journal:  AANA J       Date:  2020-04

3.  Surgical Mask Partition Reduces the Risk of Noncontact Transmission in a Golden Syrian Hamster Model for Coronavirus Disease 2019 (COVID-19).

Authors:  Jasper Fuk-Woo Chan; Shuofeng Yuan; Anna Jinxia Zhang; Vincent Kwok-Man Poon; Chris Chung-Sing Chan; Andrew Chak-Yiu Lee; Zhimeng Fan; Can Li; Ronghui Liang; Jianli Cao; Kaiming Tang; Cuiting Luo; Vincent Chi-Chung Cheng; Jian-Piao Cai; Hin Chu; Kwok-Hung Chan; Kelvin Kai-Wang To; Siddharth Sridhar; Kwok-Yung Yuen
Journal:  Clin Infect Dis       Date:  2020-11-19       Impact factor: 9.079

4.  Bacterial Exchange in Household Washing Machines.

Authors:  Chris Callewaert; Sam Van Nevel; Frederiek-Maarten Kerckhof; Michael S Granitsiotis; Nico Boon
Journal:  Front Microbiol       Date:  2015-12-08       Impact factor: 5.640

5.  [Position Paper of the German Respiratory Society (DGP) on the Impact of Community Masks on Self-Protection and Protection of Others in Regard to Aerogen Transmitted Diseases].

Authors:  D Dellweg; P M Lepper; D Nowak; T Köhnlein; U Olgemöller; M Pfeifer
Journal:  Pneumologie       Date:  2020-05-20

6.  Detection of air and surface contamination by SARS-CoV-2 in hospital rooms of infected patients.

Authors:  Po Ying Chia; Kristen Kelli Coleman; Yian Kim Tan; Sean Wei Xiang Ong; Marcus Gum; Sok Kiang Lau; Xiao Fang Lim; Ai Sim Lim; Stephanie Sutjipto; Pei Hua Lee; Than The Son; Barnaby Edward Young; Donald K Milton; Gregory C Gray; Stephan Schuster; Timothy Barkham; Partha Pratim De; Shawn Vasoo; Monica Chan; Brenda Sze Peng Ang; Boon Huan Tan; Yee-Sin Leo; Oon-Tek Ng; Michelle Su Yen Wong; Kalisvar Marimuthu
Journal:  Nat Commun       Date:  2020-05-29       Impact factor: 14.919

7.  The role of community-wide wearing of face mask for control of coronavirus disease 2019 (COVID-19) epidemic due to SARS-CoV-2.

Authors:  Vincent Chi-Chung Cheng; Shuk-Ching Wong; Vivien Wai-Man Chuang; Simon Yung-Chun So; Jonathan Hon-Kwan Chen; Siddharth Sridhar; Kelvin Kai-Wang To; Jasper Fuk-Woo Chan; Ivan Fan-Ngai Hung; Pak-Leung Ho; Kwok-Yung Yuen
Journal:  J Infect       Date:  2020-04-23       Impact factor: 6.072

8.  Characterization of expiration air jets and droplet size distributions immediately at the mouth opening.

Authors:  C Y H Chao; M P Wan; L Morawska; G R Johnson; Z D Ristovski; M Hargreaves; K Mengersen; S Corbett; Y Li; X Xie; D Katoshevski
Journal:  J Aerosol Sci       Date:  2008-11-07       Impact factor: 3.433

9.  Aerosol and Surface Stability of SARS-CoV-2 as Compared with SARS-CoV-1.

Authors:  Neeltje van Doremalen; Trenton Bushmaker; Dylan H Morris; Myndi G Holbrook; Amandine Gamble; Brandi N Williamson; Azaibi Tamin; Jennifer L Harcourt; Natalie J Thornburg; Susan I Gerber; James O Lloyd-Smith; Emmie de Wit; Vincent J Munster
Journal:  N Engl J Med       Date:  2020-03-17       Impact factor: 91.245

10.  Estimation of airborne viral emission: Quanta emission rate of SARS-CoV-2 for infection risk assessment.

Authors:  G Buonanno; L Stabile; L Morawska
Journal:  Environ Int       Date:  2020-05-11       Impact factor: 9.621

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