| Literature DB >> 32274774 |
Peter Kranke, Stephanie Weibel, Magdalena Sitter, Patrick Meybohm, Thierry Girard.
Abstract
The most common human corona viruses cause common colds. But three of these viruses cause more serious, acute diseases; Middle East Respiratory Syndrome (MERS by MERS-CoV), Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) by SARS-CoV and COVID-19 by SARS-CoV-2. The current outbreak was classified by the WHO as a "global public health emergency". Despite all efforts to reduce the surgical lists and to cancel or postpone non-time-critical surgical interventions, some surgical and anesthetic interventions outside of intensive care medicine are still necessary and must be performed. This is particularly true for obstetric interventions and neuraxial labor analgesia. Workload in the delivery room is presumably not going to decrease and planned cesarean sections cannot be postponed. In the meantime, the clinical course and outcome of some COVID-19 patients with an existing pregnancy or peripartum courses have been reported. There are already numerous recommendations from national and international bodies regarding the care of such patients. Some of these recommendations will be summarized in this manuscript. The selection of aspects should by no means be seen as a form of prioritization. The general treatment principles in dealing with COVID-19 patients and the recommendations for action in intensive care therapy also apply to pregnant and postpartum patients. In this respect, there are naturally considerable redundancies and only a few aspects apply strictly or exclusively to the cohort of obstetric patients. In summary, at present it must be stated that the general care recommendations that also apply to non-COVID-19 patients are initially valid with regard to obstetric anesthesia. Nevertheless, the special requirements on the part of hygiene and infection protection result in special circumstances that should be taken into account when caring for pregnant patients from an anesthetic point of view. These relate to both medical aspects, but also to a particular extent logistics issues with regard to spatial separation, staffing and material resources. Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York.Entities:
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Year: 2020 PMID: 32274774 PMCID: PMC7295301 DOI: 10.1055/a-1144-5562
Source DB: PubMed Journal: Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther ISSN: 0939-2661 Impact factor: 0.698
Abb. 1Zusammenfassung wesentlicher Merkmale und Überlegungen vor Intubation SARS-CoV-2-positiver Patienten.
Tab. 1 Allgemeine Erwägungen zur geburtshilflichen Analgesie und Anästhesie sowie zur Betreuung von COVID-19-Patientinnen. Basierend auf Infografiken der Obstetric Anaesthesia Association (OAA) 29 .
| Szenario | Überlegungen/Ratschläge |
|---|---|
| Analgesie | Es gibt keine Hinweise dafür, dass eine epidurale oder spinale Analgesie oder Anästhesie bei Vorhandensein von Coronaviren kontraindiziert ist. Es gelten die üblichen Kontraindikationen für eine rückenmarksnahe Anästhesie. Frauen mit vermuteter/bestätigter SARS-CoV-2-Infektion sollte frühzeitig eine epidurale Analgesie empfohlen werden, um die Notwendigkeit einer Allgemeinanästhesie zu minimieren, sollte eine dringliche Entbindung erforderlich sein. Etwa ein Drittel der Patientinnen in einer Fallstudie aus Wuhan entwickelte eine Thrombozytopenie (Thrombozyten < 150 000/µl). Daher scheint es ratsam, die Bestimmung der Thrombozytenzahl vor Anlage oder Entfernung eines Epiduralkatheters bzw. die Durchführung einer Spinalanästhesie liberaler als sonst zu handhaben (bei unauffälliger Gerinnungsanamnese wird derzeit die Bestimmung der Thrombozytenzahl bzw. die Durchführung von Gerinnungstests nicht empfohlen). |
| Sectio allgemein | Führen Sie nach Möglichkeit eine Epidural- und Spinalanästhesie (bzw. eine kombinierte Spinal-Epidural-Anästhesie [CSE]) durch. Vermeiden Sie nach Möglichkeit eine Allgemeinanästhesie, es sei denn, diese ist zwingend erforderlich. Das Anlegen persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist obligat (Eigenschutz hat Priorität). Ein Einfluss auf die Entschluss-Entbindung-Zeit bei Kategorie-1-Sectios, unabhängig von der verwendeten Anästhesietechnik, ist sehr wahrscheinlich. Die werdenden Mütter und deren Familien sollten über diese mögliche Verzögerung informiert werden. |
| Sectio in Allgemeinanästhesie | Die noch umfangreichere PSA bei aerosolgenerierenden Maßnahmen (AGP) erschwert die Kommunikation: Es sollte eine Intubationscheckliste zur Anwendung kommen und an eine Closed-Loop-Kommunikation gedacht werden. Durchführung der Rapid Sequence Induction (RSI), ggf. gemäß Modifikation zur Vermeidung einer unnötigen Aerosolbildung. Stellen Sie sicher, dass die Maske während der Präoxygenierung dicht sitzt, um Aerosolbildung zu vermeiden. Verwenden Sie keinen High-Flow Nasal Oxygen (HFNO) für die Präoygenierung bzw. apnoeische Oxygenierung. Die Intubation sollte mittels Videolaryngoskopie vom erfahrensten Anästhesisten, der in der Situation verfügbar ist, durchgeführt werden. Bei schwierigem Atemweg sind als „Plan B“ supraglottische Atemwegshilfen der 2. Generation zu wählen und ggf. als „Plan C“ der chirurgische Atemweg zu erwägen. Eine Kontamination der Hände des intubierenden Anästhesisten durch Atemwegssekrete ist wahrscheinlich. Achten Sie deshalb darauf, ein zweites Paar Handschuhe zu tragen, und entfernen Sie das zweite Paar, sobald der Endotrachealtubus gesichert ist. Kontrollieren Sie die Lage des Tubus nicht mittels Auskultation, sondern ausschließlich durch das Vorhandensein einer typischen CO 2 -Kurve bzw. zusätzlich durch eine symmetrische Thoraxexkursion. Bei der Extubation besteht ein hohes Risiko für Aerosolbildung. Vermeiden Sie Husten und minimieren Sie die Anzahl der Personen im Raum. |
| allgemeine Vorbereitungen zur Patientenbetreuung | Prüfen Sie die Transportmöglichkeiten für verschiedene Szenarien im Fall einer erforderlichen Notsectio, z. B. vom Kreißsaal zum OP. Trainieren Sie das An- und Ausziehen der PSA. Führen Sie Simulationstrainings durch. Das Personal sollte sich mit hauseigenen Protokollen, basierend auf nationalen Empfehlungen, vertraut machen. |