Literature DB >> 32219535

[Highly dosed Anderson and Kestenbaum operations for anomalous head posture due to nystagmus].

Michael Gräf1,2, Anja Hausmann3, Dominik Kowanz4, Birgit Lorenz4,3.   

Abstract

BACKGROUND: The correction of anomalous head posture associated with infantile nystagmus syndrome (INS) is carried out by the Kestenbaum procedure (KP) combining bilateral horizontal yoke muscle recession with resection of their antagonists or by the Anderson procedure (AP) which is confined to yoke muscle recession alone. AIM OF THE STUDY: To compare the results of highly dosed AP and KP for anomalous head turn (HT). PATIENTS AND METHODS: The AP (2013-2019) and KP (2003-2013) were used as the exclusive procedures during the respective time periods. A highly dosed AP was performed in a case series of 33 consecutive orthotropic patients with INS and KP in 19 orthotropic patients with INS. Medians and ranges (min-max) in groups AP/KP were: age at surgery 7 years (4-44 years)/6 years (4-27 years), HT 32.5° (20-45°)/30° (17-40°) and surgery on each eye AP 13 mm (10-16 mm) (standard dose), KP 10 mm (6-12 mm) + 10 mm (6-12 mm) (mean 0.6 mm/°HT).
RESULTS: The HT was diminished to 10° (-3-20°)/10° (-7-20°) ca. 3 months after surgery. At the late visit (8-153 months), the residual HT was 10° (0-20°)/10° (-27-30°). The HT was reduced by 67% (20-100%)/64% (14-100%) at the last control. A residual HT ≤15° was present in 79%/81% of cases (91% after AP ≥13 mm; n = 23) and HT ≤10° in 55%/57%, (65% after AP ≥13 mm). The maximum adduction/abduction towards the recessed muscles was 30°/30° (10-37°/15-45°) after AP and 32°/30° (10-40°/12-45°) after KP. An associated head tilt was not improved by the intervention. Mean binocular visual acuity increased by <1 line in both procedures. After AP the mean increase was 1 line in children ≤6 years old and there was no increase in patients >6 years of age.
CONCLUSION: The effectiveness and success rates of AP and KP were similar with the dosing used. Less invasive surgery is an advantage in favor of AP as the primary procedure.

Entities:  

Keywords:  Extraocular muscle surgery; Eye musle surgery; Neutral zone; Null zone shift; Torticollis

Mesh:

Year:  2020        PMID: 32219535      PMCID: PMC7717044          DOI: 10.1007/s00347-020-01086-6

Source DB:  PubMed          Journal:  Ophthalmologe        ISSN: 0941-293X            Impact factor:   1.059


Eine große nystagmusbedingte Kopfzwangshaltung (KZH) ist eine Indikation zur operativen Therapie. Die dabei häufigste KZH ist eine Kopfdrehung aufgrund einer seitlich gelegenen Nystagmusneutralzone. Wenn der Nystagmus beim Blick nach rechts abnimmt, wird der Patient den Kopf bei Visusanforderung nach links wenden. Im Blick noch weiter nach rechts, also rechts der Neutralzone, schlägt der Nystagmus nach rechts, links der Neutralzone nach links. Dieses typische Verhalten des idiopathischen infantilen (IIN) und des mit sensorischen Defekten assoziierten Nystagmus (SDN) ist unabhängig davon, mit welchem Auge der Patient fixiert, und unter monokularen und binokularen Sehbedingungen annähernd gleich. Die KZH kann zusätzlich vertikale oder Neigungskomponenten aufweisen. Davon zu unterscheiden ist der Nystagmus vom Latenstyp. Er ist nicht Gegenstand dieser Studie. Zur Korrektur der KZH dienen Umlagerungsoperationen. Sie verlagern die Neutralzone hin zur Primärposition [1, 14, 15]. Wenige Patienten sprechen auf das Prinzip artifizielle Divergenz (AD) an. AD erzeugt eine Exophorie, deren Kompensation durch Konvergenz den Nystagmus insgesamt dämpft [3]. AD allein genügt selten, ist aber mit Umlagerungsoperationen kombinierbar [24, 25, 30]. Die sog. 4‑Muskel-Tenotomie hat sich nicht durchgesetzt [9]. Die Protagonisten der Umlagerungsoperationen, Kestenbaum und Anderson, berichteten zeitgleich über die Anwendung ihrer prinzipiell ähnlichen Konzepte [1, 14]. Kestenbaum lagerte die in der KZH aktiven Agonisten beidseits zurück und resezierte die Antagonisten [14, 15]. Die Dosis von 1 mm pro Muskel je 5° Kopfdrehung (0,4 mm/Auge/°KZH) war nicht ausreichend. In der Folge wurden Dosierungen bis >0,6 mm/Auge/°KZH empfohlen, was >10 mm pro Muskel entsprechen kann [6, 12, 13, 16, 18, 20, 22, 27]. Auch damit wurde nicht selten eine Rest-KZH beobachtet. Anderson lagerte nur die Agonisten zurück [1]. Hierzu liegen relativ wenige Studien vor. Expertenmeinungen waren geteilt. Von Noorden favorisierte eine hoch dosierte AO als Ersteingriff [21]. De Decker machte die Wahl des Verfahrens von der Größe der KZH abhängig [4]. Buckley berichtete, dass reine Rücklagerungen, selbst hoch dosiert, auf Dauer meist ineffektiv wären (in [23]). Systematische Studien zur Anderson-Operation (AO) erschienen um die Jahrtausendwende. Darin wurde die AO als sehr effektiv beschrieben [2, 5, 11, 17, 19, 26]. In unserer Klinik lieferte die AO verglichen mit früheren Kestenbaum-Operationen (KO) nahezu identische Erfolgsraten nach 3 bis 6 Monaten [7]. Daher verwenden wir seit 2013 die AO zur Therapie bei nystagmusbedingter Kopfdrehung. Bei den Nachkontrollen fiel auf, dass die Rest-KZH in einem längeren Zeitintervall im Mittel etwas zunahm [8]. Frühere Untersuchungen zum Effekt der KO in unserer Klinik waren auf kurze Nachbeobachtungszeit begrenzt, und die Dosierung war niedriger als in den letzten Jahren [6]. Daher verglichen wir rezentere, höher dosierte KO und die hoch dosierte AO im Hinblick auf ihre Langzeitwirkung.

Patienten und Methoden

Patienten

Die von der Ethikkommission der Justus-Liebig-Universität Gießen genehmigte (PN 130/15) retrospektive Studie umfasst 47 Orthotrope, für die eine AD nicht infrage kam, die seit 2013 in unserer Klinik eine hoch dosierte AO zur Korrektur ihrer nystagmusbedingten Kopfdrehung erhielten. Nicht in die aktuelle Auswertung eingeschlossen wurden 3 Patienten, die bereits eine Augenmuskeloperation erhalten hatten, 4 Patienten, die nicht zur Spätkontrolle kamen, und 3 Patienten, die nach 4 Monaten einen Zweiteingriff erhielten (1 präoperativ kompensierte, postoperativ trotz asymmetrischer Rücklagerungen dekompensierte Exophorie, 1 Optimierung des guten OP-Erfolgs durch AD, 1 Verstärkung der AO durch bovines Perikard-Interponat). Auch 4 Patienten, deren Eingriff erst kurz zurücklag, wurden nicht in die Studie aufgenommen. Die Daten der verbleibenden 33 in den Jahren 2013 bis 2018 operierten Patienten wurden ausgewertet. Zum Vergleich wurden Daten von 19 Patienten ausgewertet, die in den Jahren 2003 bis 2013 eine KO und auch schon eine Spätkontrolle erhalten hatten oder zu diesem Zweck einbestellt wurden. Bei 14 Patienten waren die OP-Strecken seitengleich, bei 5 Patienten am adduzierten Auge maximal 2 mm größer als am abduzierten Auge. Ein Patient, dessen Kopfdrehung sich spät nach KO umkehrte (Tab. 2, Nr. 17), wurde bei der vergleichenden Analyse der Langzeitergebnisse ausgeschlossen.
NrA, GDiagnoseAuffälligkeitRefraktion in ZykloplegieBL(mm)Dosis/Auge (mm)KZH Ferne(Grad)KZH Nähe(Grad)Motilität(mm)Binokularer VisusBinokularfunktionNBZ (Mon.)
RALAPräPostPräPostAdAbPräPostPräPost
115 mAlbinismus−1,25 sph−1,0/−0,5/40°23,52030 L10 L20 L5 L40350,80,84455
211 mIdiopathisch+2,0/−0,25/0°+2,0/−0,5/165°22,51717 L14 L05 L40301,00,84464
35 mAlbinismus+2,5/−0,5/11°+2,0/−0,25/1°22,01230 L15 L30 L8 L32351,00,84429
412 mIdiopathisch+2,5/−2,75/164°+1,5/−0,75/175°1525 R7,5 R10 R0 R30401,01,03319
56 wIdiopathisch+4,0/−2,0/169°+4,5/−2,25/4°22,81930 L25 L20 L20 L35320,81,254438
66 mOptikusatrophie+0,25/−0,75/171°+0,5/−0,25/80°22,22030 L020 L030400,80,630092
76 mIdiopathisch+2,25 sph+2,0 sph23,62440 L5 L37 L2 L45400,81,044107
818 mIdiopathisch+3,0 sph+4,0/−2,0/39°22,72035 L035 L025300,50,633315
97 mIdiopathisch+1,75/−1,75/3°+1,5/−1,0/15°22,92035 R05 R025201,00,84463
104 mIdiopathisch+2,0/−0,75/129°+1,25/−0,5/73°22,52035 L10 L35 L15 L27270,80,82215
114 wIdiopathisch+2,25/−0,75/162°+1,5/−0,75/61°21,52040 R15 R30 R5 R30300,81,04390
128 mAlbinismus+5,0/−0,5/30°+4,5/−0,5/125°21,82430 L7 L25 L3 L35400,51,011140
135 mOptikusatrophie+1,25/−1,25/30°+0,5/−1,5/180°23,32440 L10 L40 L15 L27300,20,321118
1427 wIdiopathisch+1,0/−0,25/165°+1,25/−0,5/165°22,72035 L7 L10 L5 R25251,01,253332
156 wAlbinismus+3,25/−0,75/54°+4,0 sph22,11335 R30 R15 R10 R45400,81,044153
167 mIdiopathisch+5,0/−0,5/0°+4,5/−1,0/10°22,51830 L17 L30 L7 L40400,50,634420
178 mIdiopathisch+1,5/−0,5/170°+1,5/−0,5/30°21,92030 R27 La25 R20 La12101,01,04384
186 wIdiopathisch+3,75/−1,25/160°+3,75/−0,5/159°21,61832 R15 R27 R030250,50,83334
196 mIdiopathisch+2,5/−1,5/135°+2,0 sph22,51830 L10 L30 L12 L40400,80,84435

Idiopathisch: Fälle ohne OCT oder mit normalem Makula-OCT (kein ERG); A Alter, G Geschlecht, BL axiale Bulbuslänge, Mittelwert beider Augen, KZH Kopfdrehung (Grad), NBZ Nachbeobachtungszeit, prä präoperativ, post postoperativ, R rechts, L links

Binokularfunktion: 1 = Bagolini, 2 = Titmus-Fliege, 3 = Titmus-Ringe, 4 = Lang-Stereotest

aSpätere Umkehr der KZH

Diagnostik

Die Patienten erhielten regelmäßig eine Refraktometrie in Zykloplegie, Spaltlampenuntersuchung, Ophthalmoskopie in Mydriasis, Biometrie der axialen Bulbuslänge und wenn möglich ein Fundus-OCT. Die Refraktion war abzüglich 0,5 dpt sph korrigiert. Der Visus wurde monokular und binokular in KZH bestimmt, die Augenstellung im einseitigen und alternierenden Prismenabdecktest, das Binokularsehen im Bagolini‑, Titmus- und Lang-1-Stereotest untersucht. Die KZH (auch Komponenten in anderer Ebene) war vor und nach KO mit einem orthoptischen Goniometer (Strabofix) gemessen. Vor und nach AO wurde die Kopfdrehung in der Ferne zudem an einer 12 m breiten Tangentenskala bestimmt. Die Position an der Skala, aus der für den Untersucher beide Ohren des Patienten gleich sichtbar sind, entspricht der KZH. So sind evtl. Fehler, z. B. durch Verrutschen eines Stirnprojektors, ausgeschlossen. Im Zentrum der Skala wurden Optotypen angeboten. Alle Messungen erfolgten bei maximaler Visusforderung in 5 m. Die Befunde unter binokularen Sehbedingungen wurden ausgewertet. Der Prismeneffekt der Brillengläser [10], der evtl. eine Differenz zwischen der KZH und Position der Neutralzone bedingen könnte, betrug nur in 2 Fällen >5° (Tab. 1, Nr. 7, 27). Er ist in der Auswertung vernachlässigt.
NrA/GDiagnoseAuffälligkeitRefraktion in ZykloplegieBL(mm)Dosismm/AugeKZH Ferne(Grad)KZH Nähe(Grad)Motilität(mm)Binokularer VisusBinokularfunktionNBZ (Mon.)
RALAPräPostPräPostAdAbPräPostPräPost
120 wFovea-OCT−3,5/155°−1,0/−2,75/25°24,21025 L20 L00760,120,121127
210 mAlbinismus−3,5/3,0/16°−2,5/−4,75/160°25,81230 L20 L30 L15 L770,50,54330
312 mIdiopathisch+2,0/−4,0/7°+1,0/−1,25/175°24,01230 R20 R15 R5 R660,630,54423
46 wIdiopathisch−0,5/−1,25/116°+0,25/−2,75/20°21,41030 L20 L20 L12 L770,81,0448
57 mFovea-OCT−3,25/−3,75/25°−3,5/−3,25/158°24,61220 L020 L0660,20,322219
64 mAlbinismus+2,25/−0,75/152°+3,5/−1,0/174°21,21235 L15 L30 L10 L550,50,84420
75 wIdiopathisch+4,75/−1,25/169°+5,25/−2,5/177°21,61040 L17 L20 L10 L660,630,634443
815 wIdiopathisch−1,5/−4,25/6°−1,25/−4,75/172°24,21330 L10 L20 L10 L260,50,41012
96 wAlbinismus+5,25/−5,5/11°+4,5/−3,75/160°21,61020 R5 R5 R0690,40,42345
106 mIdiopathisch+5,25/−1,75/110°+6,75/−2,0/54°21,616a40 R3 R30 R3 R440,50,8448
1144 wNF 1−0,25/−0,25/150°+0,25 sph23,81435 R15 R15 R10 R671,00,84422
126 mIdiopathisch+4,25/1,5/3°+2,75/−0,5/161°22,51430 R20 R30 R10 R761,01,04423
138 mFovea-OCT+5,75/−1,75/172°+5,75/−1,25/1°21,31330 L10 L25 L00,80,84423
149 mFrühgeburt+1,75/−1,0/176°+0,5/−1,25/136°21,71330 L5 L25 L5 L661,01,04412
156 mFovea-OCT+6,5/−1,75/159°+7,0/−1,5/174°21,41335 R15 R35 R10 R6,56,50,51,04420
168 wIdiopathisch+0,75/−0,25/25°+0,75/−0,5/61°22,91340 R12 R20 R0671,01,04413
178 mIdiopathisch+1,0/−1,0/39°+1,25/−0,25/178°22,81340 L15 L20 L10 L760,630,634413
188 mIdiopathisch+3,25 sph+3,0/−0,25/0°22,31340 L5 L10 L05,561,01,254411
197 mIdiopathisch+2,25/−0,75/168°+1,5/−0,5/174°21,71430 L10 L30 L10 L660,80,633212
2034 mIdiopathisch+0,5/−1,0/9°+0,75/−1,0/1°23,61435 L8 L20 L4 L7,581,01,04412
215 wIdiopathisch+1,0/−2,0/9°+1,0/−2,0/159°1235 L15 L30 L10 L670,40,634427
226 mIdiopathisch+0,25/−0,5/86°−0,25 sph23,41440 L10 L10 L5 L560,81,04414
237 mRetardierung+2,0/−1,5/7°+2,75/−2,25/170°22,41435 L3 L25 L0≥2≥30,50,43415
247 mFovea-OCT+4,5/−1,5/2°+5,5/−1,5/169°20,310,5b30 R12 R20 R7 R65,50,50,41315
256 mFovea-OCT+2,25/−1,25/10°+1,0/−1,5/120°21,81325 L10 L15 L5 L770,40,54414
2638 wIdiopathisch+0,5/−0,75/173°+0,25/−0,25/8°22,31025 L010 L0761,01,04461
274 mIdiopathisch+7,75/−0,75/20°+8,0/−0,5/15°19,81440 L040 L12 Rc450,630,84412
289 mOptikusatrophie−4,75/−0,25/70°−5,5/−1,0/170°25,21325 L2 L10 L0660,40,323312
297 wAlbinismus+1,75 sph+2,0/−0,75/168°21,21440 L15 L40 L0460,50,81112
3011 mFovea-OCT+2,25/−0,5/10°+2,0 sph23,61430 L5 L10 L2 L661,01,04412
317 mIdiopathisch+3,5/−0,75/16°+3,5/−0,75/8°21,81435 R20 R25 R15 R440,81,25448
3212 mAlbinismus−1,25/−1,75/25°−1,25/−2,0/155°24,01425 L5 L15 L7 L670,20,23312
336 mNachtblindheit+3,25/−0,5/38°+4,0−0,75/75°22,11445 R040 R550,50,54414

Idiopathisch: Fälle mit normalem Makula-OCT (kein ERG), Fovea-OCT: subdifferenzierte Fovea, keine sonstige Auffälligkeit

A Alter/Jahre, G Geschlecht, BL axiale Bulbuslänge, Mittelwert beider Augen; KZH Kopfdrehung (Grad), NBZ Nachbeobachtungszeit, prä präoperativ, post postoperativ, R rechts, L links

Binokularfunktion: 1 = Bagolini, 2 = Titmus-Fliege, 3 = Titmus-Ringe, 4 = Lang-Stereotest

a15/17, geringere Dosis medial, jeweils 8 mm Verlängerung mit bovinem Perikard-Interponat

b9/12, nach [11]

cUmkehr der KZH bei dekompensierter Exophorie

Idiopathisch: Fälle mit normalem Makula-OCT (kein ERG), Fovea-OCT: subdifferenzierte Fovea, keine sonstige Auffälligkeit A Alter/Jahre, G Geschlecht, BL axiale Bulbuslänge, Mittelwert beider Augen; KZH Kopfdrehung (Grad), NBZ Nachbeobachtungszeit, prä präoperativ, post postoperativ, R rechts, L links Binokularfunktion: 1 = Bagolini, 2 = Titmus-Fliege, 3 = Titmus-Ringe, 4 = Lang-Stereotest a15/17, geringere Dosis medial, jeweils 8 mm Verlängerung mit bovinem Perikard-Interponat b9/12, nach [11] cUmkehr der KZH bei dekompensierter Exophorie

Operation

Alle Eingriffe erfolgten in Allgemeinanästhesie. Über einen Limbusschnitt wurde der Muskel nach Lösen vom umgebenden Bindegewebe bis zur Tenonpforte am oberen und unteren Sehnenviertel mit Polyglactin 6‑0 angeschlungen. Die Rücklagerungsstrecken wurden von 2 Referenzpunkten am Limbus aus gemessen. Bei den AO wurden beide Muskeln in der Regel um den gleichen Betrag rückgelagert. Die KO erfolgten mit Verkürzung durch Faltung, selten durch Resektion. Dabei wurden jeweils das obere und untere Sehnendrittel mit Polyglactin 6‑0 angeschlungen und am Ober- und Unterrand der Insertion skleral fixiert. Auch bei den KO war die Dosisverteilung symmetrisch.

Statistik

Die Mediane und Streubreiten für Alter, Operationsdosis, prä- und postoperative KZH sowie den prä- und postoperativen Binokularvisus wurden ermittelt. Als Erfolgsraten wurden der Anteil auf ≤10° und ≤15° Rest-KZH korrigierter Patienten definiert. Zum Vergleich der Gruppen AO und KO diente der Mann-Whitney-U-Test. Konfidenzintervalle wurden nach der Formel von Hald berechnet. Die Untersuchung der Geschlechts- und Seitenwendigkeit erfolgte mit der Binomialfunktion. Zur Berechnung der Visusmittelwerte wurden die Werte logarithmiert und das arithmetische Mittel der logarithmierten Werte in den Visus zurücktransformiert.

Ergebnisse

Wesentliche Patientendaten sind in Tab. 1 und 2 zusammengefasst. Es überwogen 37 (71 %) männliche gegenüber 15 (29 %) weiblichen Patienten. Linksdrehung war mit 71 %, Rechtsdrehung mit 29 % vertreten (p = 0,0016). Die Altersverteilung und die Größe der KZH in den Gruppen waren sehr ähnlich (Abb. 1). Der Altersmedian lag bei 7 (AO) bzw. 6 (KO) Jahren.
Idiopathisch: Fälle ohne OCT oder mit normalem Makula-OCT (kein ERG); A Alter, G Geschlecht, BL axiale Bulbuslänge, Mittelwert beider Augen, KZH Kopfdrehung (Grad), NBZ Nachbeobachtungszeit, prä präoperativ, post postoperativ, R rechts, L links Binokularfunktion: 1 = Bagolini, 2 = Titmus-Fliege, 3 = Titmus-Ringe, 4 = Lang-Stereotest aSpätere Umkehr der KZH Die KZH betrug im Median 32,5° (AO) bzw. 30° (KO), die Rücklagerungsstrecke im Rahmen der AO 13 mm (Median), zu Beginn 10–12 mm (n = 10), später ≥13 mm (n = 23). Die KO war KZH-abhängig mit einer mittleren Gesamtdosis von 0,60 mm/Auge/Grad Kopfdrehung ca. 10 % höher dosiert als in einer früheren Studie aus dieser Klinik [6]. Die Operationszeit der AO war im Vergleich zur KO 40 % kürzer. Die Tab. 3 zeigt im Vergleich die KZH präoperativ und bei den postoperativen Kontrollen. Die KZH wurde durch AO längerfristig um 67 %, durch KO um 64 % reduziert, bei Beschränkung auf die 9 Patienten mit Spätkontrolle <3 Jahre nach KO um 70 % (43–100). Diesbezüglich bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Verfahren (p = 0,83) Eine erfolgreiche Korrektur mit Restdrehung ≤10° wiesen zur Spätkontrolle nach AO 55 % der Patienten auf, nach KO 57 % und 65 % nach AO ≥13 mm. Im Bereich ≤15° lagen nach AO 79 %, nach KO 81 % und 91 % nach AO ≥13 mm (n = 23).
Anderson-Operation (n = 33)Kestenbaum-Operation (n = 19)
Zeitraum der Operationen9/2013–6/20184/2003–4/2013
Alter bei Operation/Jahre7 (4–44)6 (4–27)
KZH Ferne präoperativ/°32,5 (20–45)30 (17–40)
OP-Strecke pro Auge/mm13 (10–16)10 (6–12) + 10 (6–12)
KZH Ferne nach 3 bis 4 Monaten/°10 (−3–20)10 (−3–20)
KZH-Reduktion/°25 (10–38)20 (7–38)
KZH-Reduktion/%75 (33–109)70 (33–109)
Ab‑/Adduktion/°30/30 (15–35/20–35)35/30 (12–40/12–40)
Nachbeobachtung/Monate14 (8–61)36 (15–153) (n = 18)
KZH Ferne spät/°10 (0–20)10 (0–30) (n = 18)
KZH-Reduktion/°20 (5–37)21 (3–35) (n = 18)
KZH-Reduktion/%67 (20–100)64 (14–100) (n = 18)
Ab‑/Adduktion/°30/30 (10–37/15–45)32/30 (10–40/12-45) (n = 18)

KZH Kopfzwangshaltung; hier Kopfdrehung

KZH Kopfzwangshaltung; hier Kopfdrehung Die KZH bei Nahfixation war deutlich geringer als in der Ferne. Sie betrug in der AO-Gruppe 20° (0–40), bei der Spätkontrolle 5° (0–15), lediglich ein hoch hyperopes Kind (Tab. 1, Nr. 27) mit 19,8 mm Bulbuslänge, bei dem der Eingriff eine Exophorie induzierte, drehte in der Nähe zur Gegenseite. In der Gruppe KO wurde die Kopfdrehung bei Nahfixation von 25° (0–40) auf 4° (0–20) reduziert (Abb. 1). Elf Patienten wiesen vor AO eine Kopfneigung ≥10° (10–30) auf. Sie war zur Spätkontrolle in 2 Fällen 10° geringer, in 1 Fall 10° größer, in den übrigen Fällen weitgehend unverändert (Differenz 0–5°). Vor KO hatten 4 Patienten eine Kopfneigung ≥10° (10–15). Sie war zur Spätkontrolle in 3 Fällen 10° geringer, in 1 Fall 7° größer. Der mittlere Binokularvisus betrug vor/nach AO im Mittel 0,58/0,63, vor/nach KO im Mittel 0,72/0,82 (logMAR 0,24 ± 0,22/0,20 ± 0,23 bzw. logMAR 0,14 ± 0,17/0,084 ± 0,13). Der mittlere Anstieg betrug somit ca. 1/2 Zeile. In der Altersklasse ≤6 Jahre (n = 10) entsprach die Verbesserung von logMAR 0,24 ± 0,13 auf logMAR 0,14 ± 0,14 nach AO 1 Zeile. In der Altersklasse >6 Jahre blieb der mittlere Visus von 0,58 unverändert.

Diskussion

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die Wirksamkeit beider Verfahren. Beide, AO und KO reduzierten die KZH deutlich, behoben sie aber in der Regel auf Dauer nicht komplett. Die hoch dosierte AO und die invasivere KO mit der fast doppelten, auf 4 Muskeln verteilten Gesamtdosis waren gleichwertig. Der Vergleich mit den KO erscheint aufgrund der nur kleinen Änderung im späteren Verlauf trotz unterschiedlicher Nachbeobachtungszeit möglich. Die präoperative KZH war sehr ähnlich aufgrund der ausschließlichen Anwendung der AO bzw. KO in den beiden Zeiträumen. Für das Kriterium Restdrehung ≤15° lagen die Erfolgsraten bei 79 % (AO) und 81 % (KO), für das Kriterium KZH ≤10° bei 55 % (AO) bzw. 57 % (KO). Nach AO mit ≥13 mm Rücklagerung erzielten 91 % eine KZH ≤15° und 65 % eine KZH ≤10°. Das entspricht bezüglich der KO den Ergebnissen einer früheren Studie aus unserer Klinik [6]. Das Gros der Patienten war wiederum männlich, damals mit 64 %, nun mit 71 %. Die Linksdrehung überwog mit damals 65 %, nun 71 %, bei männlichen Patienten mit ca. 3:1 (p = 0,0057), bei weiblichen mit ca. 3:2 (p = 0,12). Die KZH bei Nahfixation ist oft geringer, mitunter wesentlich geringer als bei Fixation in der Ferne, selbst wenn Konvergenz fordernde Prismen bei Fernfixation keine Änderung der KZH bewirken oder die nötige Fusionsbreite fehlt. Es wurde gewarnt, dass eine Dosiserhöhung der KO mit einer Überkorrektion bei Nahfixation einhergehen könne [13]. Uns sind diesbezüglich keine systematischen Studien bekannt. Nach den Ergebnissen unserer Studie, in der vielleicht erstmalig die KZH differenziert auch für die Nähe analysiert wurde, ist eine Überkorrektion für die Nähe nicht zu befürchten. So waren z. B. die Patienten 2, 9, 14 in der Gruppe KO (Tab. 2) sowie 1, 18, 22, 30 in der Gruppe AO (Tab. 1) mit deutlich geringerer KZH bei Nahfixation trotz hoher Dosis nicht überkorrigiert. Die einzige Überkorrektion für die Nähe (Tab. 1, Nr. 27) war durch Dekompensation einer Exophorie bedingt, bei präoperativ gleich großer KZH in Ferne und Nähe. Viele Autoren bevorzugen asymmetrische Dosisverteilungen mit größeren Strecken lateral als medial, besonders bei der AO. Die von uns bevorzugte gleiche Verteilung könnte wegen der medial relativ zu lateral kürzeren Muskelabrollstrecke und dadurch medial stärkeren Reduktion des muskulären Drehmoments eine Exostellung induzieren. Außer bei dem hoch hyperopen Kind (Tab. 1, Nr. 27) mit entsprechend kleinen Augen (das wegen der großen KZH von 40° dennoch Rücklagerungen von 14 mm erhielt) wurde jedoch selbst unmittelbar nach der Verbandabnahme keine Exophorie beobachtet. Bei den wenigen Reoperationen fiel auf, dass die Muskeln 2–3 mm vor dem Fixationsort des ersten Eingriffs inserierten [7]. Als Ursache vermuten wir eine Faltenbildung der Sehne durch einen nach vorn gerichteten Schub des Bindegewebes bzw. der Tenonpforte. Ob die effektive Rücklagerung immer der applizierten Dosis gleichkommt, ist daher nicht garantiert. In der Literatur sind auch nach niedriger dosierter AO bemerkenswerte Effekte beschrieben. Nicht selten war die KZH mit 45° angegeben, mehr als wir in der Regel fanden [28]. Nicht selten wurde trotz geringerer Rücklagerungsstrecken Vollkorrektur beschrieben, was in unserer Studie ebenfalls die Ausnahme war. Eine Übersicht gibt die Tab. 4. Kopfdrehungen von im Median 35° (15–45) wurden demnach durch Rücklagerungen von medial 4–8 mm und lateral 6–12 mm stark reduziert oder komplett behoben [17]. Verglichen mit den eigenen Ergebnissen sind diese Effekte erstaunlich. In einer anderen Studie wurden Kopfdrehungen von 40° durch Rücklagerungen entsprechend medial 8 mm und lateral 7 mm auf 10° verringert. Es resultierten sogar Übereffekte [2]. Einige Patienten schielten allerdings manifest und die Dosis war entsprechend modifiziert [2]. Nach Schielkorrektur kann auch Binokularsehen den Nystagmus dämpfen, und eine Umkehr der Kopfdrehung kann bei Vorliegen eines Latenstypnystagmus durch den Wechsel der Fixation aufs andere Auge bedingt sein. Die Ergebnisse kombinierter Nystagmus- und Schielchirurgie sind daher zur Beurteilung des reinen Umlagerungseffekts ungeeignet. In der Studie aus Indien an 13 orthotropen Patienten wurde die KZH von 30° durch 9 mm Medialis- und 12 mm Lateralisrücklagerung bei einer Nachbeobachtungszeit von 3 Monaten gut reduziert, nur in wenigen Fällen war die Wirkung schwach [11]. Die Abnahme der mittleren Rest-KZH um 2° in den ersten 3 Monaten war nicht signifikant [11]. In unserer Studie nahm die Rest-KZH zwischen dieser Kontrolle nach 3 Monaten und der Spätkontrolle nach AO und KO im Mittel um ca. 2° zu. In einer Studie aus Südkorea erzeugten asymmetrische Rücklagerungen von 10–14 mm in 2 von 13 Fällen einen Übereffekt von 10° [29]. Die KZH betrug dabei präoperativ maximal 30° [29]. Auch in einer früheren Studie erfolgte die Indikation zur AO vorzugsweise bei geringerer KZH [17].
Autoren/StudieN PatDosis m/l(mm/Auge)KZH Median (min–max)Rest-KZH ≤10° Prozentanteil(95 % KI)Rest-KZH ≤15°Prozentanteil(95 % KI)NBZ (Mon.)
Gupta et al. [11]129/1230 (25–40)75 (43–93)92 (60–99)3
Garcia-Guzman et al. [5]104–8/6–1230 (15–45)70 (35–92)100 (66–99)6–24
Teodorescu et al. [26]157–9/10–11,530 (25–40)100 (75–99)100 (75–99)6–48
Kumar et al. [17]86–11,5/9–13,525 (15–30)88 (47–99)88 (47–99)6–13
Yang et al. [29]1310/1220 (15–30)92 (62–100)100 (72–99)6–183
Yahalom et al. [28]2710/1240 (25–45)52 (32–71)89 (70–97)6–108
Aktuelle Studie gesamt339–15/10–1735 (20–40)55 (37–71)79 (61–90)8–43
Aktuelle Studie ≥13 mm2313–15/13–1735 (30–40)65 (43–83)91 (70–98)8–23

KZH Kopfdrehung in Grad, m/l medial/lateral, KI Konfidenzintervall, NBZ Nachbeobachtungszeit, Mon. Monate

KZH Kopfdrehung in Grad, m/l medial/lateral, KI Konfidenzintervall, NBZ Nachbeobachtungszeit, Mon. Monate Ein schwacher Effekt kann durch sparsame Muskelpräparation entstehen, auch durch eine zu niedrige Dosis, wenn der Patient z. B. die maximale bzw. der Lage der Ruhezone entsprechende Kopfdrehung wegen des dafür zu kleinen Brillengestells oder optischer Nebenwirkungen der Gläser nicht einnimmt. Ein falsch zu hoher Operationseffekt ergibt sich, wenn die KZH zwar präoperativ, aber nicht auch postoperativ unter maximaler Visusforderung bestimmt wird oder die KZH präoperativ überschätzt wurde. Bei 45° Kopfdrehung stellt sich die Frage, ob eine weit laterale Ruhezone vorliegt oder ob erst maximale Blickwendung den Nystagmus hemmt, erst recht in Fällen, bei denen eine Drehung von erstaunlichen 50° angegeben wird [28]. In diesem Fall der Beruhigung durch den seitlichen Anschlag ist eine Vollkorrektur der KZH trotz noch vorhandener Restmotilität schwer zu verstehen. Eine Fehleinschätzung der Kopfdrehung durch bloßes Schätzen, bei unruhigen Patienten auch mit dem Goniometer, kann mit der von uns beschriebenen Messmethode an einer Tangentenskala vermieden werden. Es wurde wiederholt über Visusverbesserungen nach Umlagerungsoperationen berichtet. Wir fanden weder nach KO noch AO einen wesentlichen Visusanstieg. Der Anstieg war ähnlich gering wie in einer aktuellen Studie [29]. Die Differenz von ca. 1/2 Stufe könnte aus der etwas besseren Korrektionswirkung der Brille resultieren, weil der Durchblick postoperativ näher am optischen Zentrum der Gläser erfolgt. Es fiel jedoch kein Zusammenhang mit der Höhe der Ametropie auf, der diese Erklärung stützen könnte. Bei Nachkontrollen von Kindern ist zu bedenken, dass in diesem Alter noch Visusreifung stattfindet. Die Befunde in der Gruppe AO deuten auf einen Einfluss dieses Faktors hin. In der Altersklasse bis zu 6 Jahren betrug der mittlere Visusanstieg 1 Zeile, in der Altersklasse ab 7 Jahren war der Visus postoperativ unverändert. Der Benefit der operativen Behandlung bestand in der Reduktion der KZH.

Fazit für die Praxis

Hoch dosierte Anderson-Operationen und Kestenbaum-Operationen waren bezüglich der Reduktion der Kopfzwangshaltung gleichwertig. Die hoch dosierte Anderson-Operation ist weniger invasiv, und die Operationszeit ist kürzer. Sie ist damit eine sehr gute Alternative zur Kestenbaum-Operation. Seitengleiche Rücklagerungen der agonistischen Horizontalmotoren mit einer Standarddosis von 13–14 mm sind zur Korrektur von Kopfdrehungen zwischen 25 und 45° geeignet.
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1.  Modified Kestenbaum surgery for correction of abnormal head posture in infantile nystagmus: outcome in 63 patients with graded augmentaton.

Authors:  I S Lee; J B Lee; H S Kim; H Lew; S H Han
Journal:  Binocul Vis Strabismus Q       Date:  2000

2.  Modified Anderson procedure for correcting abnormal mixed head position in nystagmus.

Authors:  M E Arroyo-Yllanes; A Fonte-Vázquez; J F Pérez-Pérez
Journal:  Br J Ophthalmol       Date:  2002-03       Impact factor: 4.638

3.  [New operation for nystagmus].

Authors:  A KESTENBAUM
Journal:  Bull Soc Ophtalmol Fr       Date:  1953-06

4.  Causes and treatment of congenital eccentric nystagmus.

Authors:  J R ANDERSON
Journal:  Br J Ophthalmol       Date:  1953-05       Impact factor: 4.638

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Authors:  J A Pratt-Johnson
Journal:  Can J Ophthalmol       Date:  1991-06       Impact factor: 1.882

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Journal:  Bull Soc Belge Ophtalmol       Date:  1987

8.  High-dose Anderson operation for nystagmus-related anomalous head turn.

Authors:  Michael Gräf; Anja Hausmann; Birgit Lorenz
Journal:  Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol       Date:  2019-06-14       Impact factor: 3.117

9.  [Indication and Results of the Anderson Procedure].

Authors:  M Gräf; B Lorenz
Journal:  Klin Monbl Augenheilkd       Date:  2016-08-10       Impact factor: 0.700

10.  Surgical management for abnormal head position in nystagmus: the augmented modified Kestenbaum procedure.

Authors:  L B Nelson; L D Ervin-Mulvey; J H Calhoun; R D Harley; M S Keisler
Journal:  Br J Ophthalmol       Date:  1984-11       Impact factor: 4.638

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