| Literature DB >> 28521379 |
Matthias Lukasczik1, Jutta Ahnert1, Veronika Ströbl1, Heiner Vogel1, Carolin Donath2, Ilka Enger3, Elmar Gräßel4, Lena Heyelmann5, Heidemarie Lux6, Jochen Maurer7, Dominik Özbe2, Stefanie Spieckenbaum8, Elzbieta Voigtländer9, Manfred Wildner10, Andreas Zapf10, Angela Zellner10, Alfons Hollederer9.
Abstract
BACKGROUND: Healthcare professionals are confronted with specific work-related demands that influence work-family relations and might indirectly affect the quality of healthcare. This paper seeks to provide an overview of the current state of research on this topic of relevance to health services research. The overview may serve as a starting point for modifying structures in the healthcare system (especially in rural regions) with the aim of improving work-family compatibility.Entities:
Mesh:
Year: 2017 PMID: 28521379 PMCID: PMC6090578 DOI: 10.1055/s-0043-101514
Source DB: PubMed Journal: Gesundheitswesen ISSN: 0941-3790
Tab. 1 Suchbegriffe im Rahmen der Literaturrecherche.
| Englische Suchbegriffe | Deutsche Suchbegriffe |
work-family conflict roles facilitation enhancement satisfaction enrichment stress health/healthcare physician intervention promotion program balance/imbalance double duty caregiver/caregiving nurse pharmacist (occupational, physio)therapist, physical therapist paramedic emergency medical assistant/technician midwife emergency medical rural/urban remote medically underserved physician shortage (area) recruitment, retention | Beruf, Familie Heilberufe, Gesundheitsberufe Gesundheitswesen Vereinbarkeit; vereinbar Arzt; ärztlich Medizin; medizinisch Medizinische Fachgesellschaften Therapeut; therapeutisch Physiotherapeut/Ergotherapeut Psychotherapeut/Psychiater Zahnarzt Pflege(kraft), Pflegeeinrichtungen Krankenhaus, Klinik Medizinische Fachangestellte Rettungsdienst/Sanitäter, Notdienst Hebamme Apotheker Programm Intervention Pflege Angehöriger Vereinbarkeit Beruf und Pflege Angehöriger Befragung, Umfrage ländlich/ländlicher Raum/strukturschwach |
Tab. 2 Befragungen von Ärzten und Zahnärzten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland.
| Quelle | Stichprobe | Themenfelder |
|---|---|---|
|
| ||
|
Gensch (2010)
| n=1 010 Ärzte in Bayern verschiedener Fachrichtungen (Klinik und Niederlassung) (Befragungszeitraum: 2002–2004) | Vereinbarkeit von Beruf und Familie zukünftiges Tätigkeitsfeld Niederlassungsgründe familienverträgliche Arbeitszeiten Zufriedenheit mit Kinderbetreuungsangeboten Weiterbildung Karriereunterbrechung |
|
Flaig (2014)
| n=121 Ärzte verschiedener Fachrichtungen der medizinischen Fakultät der Universität Ulm | Vereinbarkeit von Familie und Beruf Arbeitsanforderungen, Belastungen Arbeitsunzufriedenheit Konflikterleben zwischen Arbeits- und Familienleben Angststörungen oder Depressionen Teilzeitmodelle |
|
Bühren (2010), Bühren & Buchalik (2008), Bühren & Tschörtner (2011)
| n=1 200 Ärztinnen (Klinik und Niederlassung) | Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschlechterspezifische und gesellschaftliche Hemmnisse und Schwierigkeiten Hindernisse im Beruf Zufriedenheit im Beruf Vergleich niedergelassene Ärztinnen vs. Klinik Vergleich Ärztinnen mit und ohne Kinder flexible Arbeitseinteilung Ärztinnen mit Kind Teilzeitmodelle |
|
Fischer (2014)
| n=627 Interviews mit niedergelassenen und angestellten ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten, Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten | Vergleich Hausarzt, Facharzt, Psychologischer Psychotherapeut Vereinbarkeit Beruf und Familie Arbeitszeitbelastung/Woche Reduktion der Arbeitszeit Vorteile der niedergelassenen Tätigkeit von Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften |
|
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (2014)
| Kardiologen (N nicht angegeben) | Vereinbarkeit von Familie und Beruf |
|
Hancke et al. (2012)
| n=1 037 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: 75% Frauenärztinnen und 25% Frauenärzte | Vereinbarkeit von Familie und Beruf/beruflicher Karriere außerfamiliäre Kinderbetreuungsmöglichkeiten |
|
Hartmannbund (2014), Flintrop (2015)
| n=1 400 Assistenzärzte (Klinik und angestellt ambulant tätig) | Vereinbarkeit von Familie und Beruf strukturierte Schichtdienstmodelle statt Bereitschaftsdienste zukünftiges Tätigkeitsfeld (selbstständig vs. angestellt) Opt-Out-Regelung Teilzeitanstellung Mutterschutz, Elternzeit beruflicher Wiedereinstieg finanzieller Nachteilsausgleich Weiterbildung Nachteile aufgrund von Schwangerschaft und Familiengründung |
|
Engelmann (2015)
| n=406 (91 Ärzte, 18 andere Akademiker, 284 Nicht-Akademiker) n=63 Abteilungsleiter der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH); plus Interviews mit 3 Personalchefs | Elternzeit bzw. Rückkehr aus der Elternzeit und Folgen für die berufliche Situation bzgl. Änderung der Arbeitsaufgaben Verlust an Führungsaufgaben, Statusverlust erhöhter Fluktuation, Arbeitsplatzwechsel Zunahme an Arbeitsbelastung Karriereperspektiven unterschiedlicher Wahrnehmung/Bewertung der Veränderungen im Tätigkeitsbereich durch Beschäftigte und Vorgesetzte |
|
Oberlander (2010)
| n=1 308 in Kliniken tätige und niedergelassene Ärzte, seit höchstens 10 Jahren approbiert | Work-Life-Balance Vergleich nicht-kurativ tätige Ärzte, niedergelassene Ärzte, Ärzte in Kliniken und ambulant angestellte Ärzte |
|
Bestmann et al. (2010)
| n=2 165 Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Klinik und Niederlassung) | wöchentliche Arbeitszeit Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung Vergleich Kliniken und ambulanter Bereich |
|
Barth et al. (2015)
| Ärzte in der Weiterbildung (ÄiW; Klinik und angestellt in Niederlassung); Befragung zu Zukunftsperspektiven: 3 Fokusgruppen (n=13), Telefoninterviews (n=24), Onlinebefragung (n=132) | Teilzeitmodelle Praxisgemeinschaft Niederlassungsmotive |
|
| ||
|
Bayerische Landesärztekammer (2015)
| n=1 300 Zahnärztinnen in Bayern | Vereinbarkeit Beruf und Familie Vergleich niedergelassene, angestellte und verbeamtete Zahnärztinnen Doppelbelastung Wiedereinstieg Zufriedenheit mit Einrichtungen zur Kinderbetreuung Teilzeitmodelle |
|
Institut für freie Berufe Nürnberg, Bayerische Landeszahnärztekammer (2011)
| Zahnärztinnen (n nicht angegeben) | Vereinbarkeit Beruf und Familie Vergleich niedergelassene vs. angestellte Zahnärztinnen Gründe für Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, finanzielle Unterstützung, Organisation von Vertretungen, Niederlassungsrisiko) |
|
Heyer (2014)
| n=200 Zahnärzte und Praxispersonal | Vereinbarkeit von Arbeitszeiten und Kinderbetreuung Nutzungswünsche für Kinderbetreuungsangebote |
Tab. 3 Interventionsansätze und -studien zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
| Quelle | Ziele | Bestandteile | Zielgruppe/Stichprobe Evaluation | Effekte/Evaluationsergebnisse |
|---|---|---|---|---|
|
Hammer et al. (2011)
| Verbesserung der erlebten Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Maßnahmen am Arbeitsplatz (v. a. soziale Strukturen und Interaktionen) | individualisiertes Training für Vorgesetzte (inkl. Feedback und Selbstmonitoring) und interaktive, partizipativ ausgerichtete Schulungen für Mitarbeiter und Vorgesetzte zur Identifizierung neuer Arbeitsabläufe und -praktiken zur Förderung der erlebten Kontrolle über Arbeitszeiten und -abläufe |
n=239
| mehr erlebte Kontrolle über Arbeitszeiten und -abläufe, Unterstützung durch Vorgesetzte hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Interventionsbedingung: gestiegener Anteil an Beschäftigten, die die eigenen Arbeitszeiten und -abläufe als variabel und flexibel einstufen, verbesserte Einschätzung, dass Beruf und Familie besser miteinander vereinbar sind, Reduktion von Vereinbarkeitskonflikten; differenzielle Effekte: Personengruppen, die stärker für Vereinbarkeitskonflikte anfällig sind (z. B. mit Mehrfachverantwortung für Kinder und ältere Angehörige), profitierten im Verhältnis mehr von der Intervention |
|
Albertsen et al. (2014)
| Evaluation der Effekte einer eigenständigen, IT-basierten Erstellung von Dienstplänen („self-rostering“) auf die erlebte Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Beschäftigten in Schichtarbeit | 3 Interventionsarme plus eine Referenzbedingung; Interventionsarten unterscheiden sich in Umfang und Art der selbstständigen Planung von Arbeitszeiten und Schichten durch die Angestellten mittels eines Softwaretools (u. a. Arbeitszeitkonten, Beginn und Ende einer Schicht) | n=840 Mitarbeiter in Krankenhäusern, Betreuungseinrichtungen, Dienstleistungsunternehmen | Rückgang in Vereinbarkeitskonflikten, Zunahme positiver Interaktionen zwischen Berufs- und Familienleben in den Interventionsarmen mit Fokus auf Arbeitszufriedenheit und Wohlbefinden; gegenläufiger Effekt in der Bedingung mit Fokus auf die Optimierung von Personalressourcen |
|
Hartung & Hahlweg (2010)
| Gruppentraining WORKPLACE Triple P für berufstätige Eltern; Förderung von Kompetenzen, die bei den Anforderungen, Familie und Beruf aufeinander abzustimmen, von Nutzen sein können | Kompetenzförderung u. a. hinsichtlich Stressmanagement, Zeitmanagement, Erziehungskompetenzen | n=97; berufsübergreifend; keine spezifisch an Angehörige von Gesundheitsberufen angepassten Inhalte Training kann jedoch nach Aussage der Autoren arbeitsplatzbasiert eingesetzt werden und damit auch im Kontext des Berufsumfelds Gesundheitsversorgung angewendet werden | Wirksamkeit hinsichtlich familien- und berufsbezogener Parameter (Reduktion Stress, Anstieg Selbstwirksamkeit) |
|
Hernandez & Thomas (2015)
| Entwicklung eines Programms zur ärztlichen Gesundheitsförderung und Förderung von Wohlbefinden („Physician Vitality“) an einem Universitätsklinikum, Nutzung familientherapeutischer Ansätze, u. a. Fokus auf das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Bedürfnisanalyse bei Ärzten des Klinikums; Etablierung einer Informations-Homepage; Vorträge und Beratungsangebote; Peer Coaching und Trainings; regelmäßige Workshops zur Reflexion der eigenen Tätigkeit und der Rolle als Arzt | Ärzte (n unbekannt) | noch keine Evaluationsdaten vorliegend |
|
Ehrenberg 2008
| individualisiertes Coaching-Angebot für niedergelassene Ärztinnen | Konzept soll Beratungsbedarf bei Medizinerinnen angesichts multipler Anforderungen und Belastungen (u. a. Praxismanagement, Kostendruck) gerecht werden und auch Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie thematisieren; Schwerpunkt liegt auf der individuellen kognitiv-emotionalen Ebene; es geht um eine andere Wahrnehmung und Bewertung und damit einen anderen Umgang u. a. mit Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf | niedergelassene Ärztinnen | bislang nicht evaluiert/keine |