Literature DB >> 28444411

[Acute liver failure].

A Koch1, C Trautwein2, F Tacke2.   

Abstract

Acute liver failure (ALF) is a rare, but life-threatening disease that is characterized by the acute onset of jaundice, coagulopathy, and hepatic encephalopathy (HE) in patients without pre-existing liver disease. Main causes in Germany are drug toxicity, acetaminophen overdose, and viral hepatitis (A, B, E). For the initial assessment of patients with ALF and the diagnostic algorithm, the early detection of HE, exclusion of liver cirrhosis, immediate diagnosis of the underlying etiology, and evaluation for the necessity of liver transplantation (LT) are critical. Intensive care therapeutic measures aim at preventing or treating complications of ALF. Potentially, plasmapheresis (full plasma exchange) offers a survival benefit for ALF patients who do not undergo LT. The King's College criteria and the Clichy criteria are used as prognostic tools for the indication for LT.

Entities:  

Keywords:  Acetaminophen; Hepatic encephalopathy; Liver transplantation; N-acetylcysteine; Plasmapheresis

Mesh:

Year:  2017        PMID: 28444411      PMCID: PMC7095934          DOI: 10.1007/s00063-017-0282-0

Source DB:  PubMed          Journal:  Med Klin Intensivmed Notfmed        ISSN: 2193-6218            Impact factor:   0.840


Lernziele

Nach der Lektüre dieses Beitrags ist es Ihnen möglich … das akute Leberversagen eindeutig zu definieren, Patienten mit akutem Leberversagen prognostisch einzuschätzen, Strategien zur zielgerichteten Diagnostik des akuten Leberversagens zu benennen, wichtige allgemeine und spezifische Therapiemöglichkeiten einsetzen zu können, die Indikation zur Lebertransplantation abzuschätzen.

Hintergrund

Das akute Leberversagen bezeichnet ein lebensbedrohliches klinisches Syndrom, das durch das akute Auftreten der Trias aus Ikterus, Koagulopathie und hepatischer Enzephalopathie bei Patienten ohne vorbestehende Lebererkrankung gekennzeichnet ist. Während Leberwerterhöhungen bei hospitalisierten Patienten häufig auftreten, ist das akute Leberversagen ein seltenes Krankheitsbild, das in der Diagnostik ein strukturiertes Vorgehen erfordert. Neben organsupportiven intensivmedizinischen Maßnahmen und ursachenspezifischen Therapiemöglichkeiten ist oftmals die Lebertransplantation die einzige definitive Therapieoption. Das akute Leberversagen ist ein seltenes Krankheitsbild Lebertransplantation

Definition

Das akute Leberversagen ist definiert als [1, 2]: schwere Hepatopathie (Transaminasenerhöhung) mit Lebersynthesestörung (Ikterus und Koagulopathie mit International Normalized Ratio (INR) >1,5) Vorliegen einer hepatischen Enzephalopathie Ausschluss einer zugrunde liegenden chronischen Lebererkrankung und einer sekundären Ursache (z. B. Sepsis, kardiogener Schock) Gemäß der Zeitraums zwischen dem Auftreten des Ikterus und der Manifestation einer hepatischen Enzephalopathie werden folgende Verlaufsformen unterschieden: hyperakutes Leberversagen (Intervall zwischen Ikterus und Enzephalopathie innerhalb von 7 Tagen), akutes Leberversagen (Intervall 8–28 Tage) und subakutes Leberversagen (Intervall 5–12 Wochen). Diese Differenzierung ist klinisch bedeutsam, da Patienten mit subakutem Leberversagen eine geringe Wahrscheinlichkeit der spontanen Restitution der Leberfunktion haben, wohingegen Patienten mit hyperakutem Leberversagen trotz dramatischer klinischer Präsentation eine bessere Prognose aufweisen [3]. Patienten mit subakutem Leberversagen haben eine geringe Wahrscheinlichkeit der spontanen Restitution der Leberfunktion Die Beurteilung des Schweregrads der hepatischen Enzephalopathie erfordert eine besondere Aufmerksamkeit, um gerade Frühstadien nicht zu übersehen. Hierbei ist die Klassifikation nach den West-Haven-Kriterien klinisch etabliert, die die Bewusstseinslage sowie psychiatrische und neurologische Symptome integriert (Tab. 1; [4]).
StadiumBewusstseinslagePsychiatrische SymptomeNeurologische Symptome
0 bis minimale HENormalStörung nur durch psychometrische Tests zu erfassenKeine
1Leichtgradige mentale VerlangsamungEu-/Dysphorie, Reizbarkeit, Angst, reduzierte AufmerksamkeitGestörte Feinmotorik (beeinträchtigtes Schreibvermögen, Fingertremor)
2Verstärkte Müdigkeit, Apathie oder LethargieLeichte Persönlichkeitsstörung, minimale Desorientiertheit bezüglich Ort und ZeitFlapping-Tremor, Ataxie, verwaschene Sprache
3SomnolenzAggressivität, ausgeprägte Desorientiertheit bezüglich Ort und ZeitRigor, Krämpfe, Asterixis
4KomaNicht beurteilbarHirndruckzeichen
West-Haven-Kriterien Der in der Definition des akuten Leberversagens geforderte Ausschluss einer zugrunde liegenden chronischen Lebererkrankung dient dazu, das Krankheitsbild von Endstadien chronischer Lebererkrankungen (Zirrhose), ihren akuten Dekompensationen oder Organversagen bei terminaler Lebererkrankung („acute-on-chronic liver failure“) abzugrenzen. Demgegenüber können sich die Autoimmunhepatitis, der Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) oder das Budd-Chiari-Syndrom (Lebervenenverschluss) als akutes Leberversagen manifestieren [3].

Epidemiologie

Prinzipiell ist das akute Leberversagen eine seltene Erkrankung. In Deutschland treten jährlich schätzungsweise 200–500 Fälle eines akuten Leberversagens auf [1]. In einer multizentrischen retrospektiven Erhebung deutscher Transplantationszentren waren nichtparacetamolinduzierte Medikamententoxizität (32 %, u. a. Vitamin-K-Antagonisten oder Antibiotika, z. B. Aminopenicilline), akute Virusinfektionen (21 %) und paracetamolvermittelte Hepatotoxizität (9 %) die führenden Ursachen [5]. In fast einem Viertel aller Fälle ließ sich jedoch keine eindeutige Ursache für das akute Leberversagen feststellen [5]. In Nordamerika und Mitteleuropa dominieren Intoxikationen (hauptsächlich Paracetamol, Antibiotika u. a.) vor viralen Hepatitiden und selteneren Ursachen, in Süd- und Osteuropa sind v. a. akute Virusinfektionen (Hepatitis A, B oder E) Auslöser für das akute Leberversagen [3]. Es ist wichtig anzumerken, dass etwa 20–30 % der erwachsenen deutschen Bevölkerung eine Fettleber aufweisen und dies mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines akuten Leberversagens (z. B. nach Paracetamoleinnahme oder Hepatitis-E-Virus-Infektion) einherzugehen scheint [6]. Medikamententoxizität In fast einem Viertel aller Fälle ließ sich jedoch keine eindeutige Ursache für das akute Leberversagen feststellen viralen Hepatitiden Etwa 20–30 % der erwachsenen deutschen Bevölkerung weisen eine Fettleber auf erhöhten Risiko

Ersteinschätzung

In der Ersteinschätzung von Patienten mit akutem Leberversagen sind folgende Leitfragen wichtig: Gibt es neben dem schweren akuten Leberschaden Zeichen der hepatischen Enzephalopathie? Liegt eine Zirrhose oder eine alkoholbedingte Lebererkrankung vor? Was ist die potenzielle Ursache des akuten Leberversagens? Benötigt der Patient voraussichtlich eine Lebertransplantation? Das Vorliegen einer hepatischen Enzephalopathie und der Zeitpunkt ihres Auftretens nach Entwicklung eines Ikterus determiniert die zu erwartende Prognose. Der Ausschluss einer Leberzirrhose und eines Alkoholmissbrauchs sind, wie bereits erwähnt, einerseits wichtig für die Diagnosestellung und andererseits aufgrund der bestehenden Rechtslage ein Ausschlusskriterium für eine Listung mit höchster Dringlichkeitsstufe („high urgency“) zur Lebertransplantation. Die Aufklärung der mutmaßlichen Ursache erlaubt in einigen Fällen eine unmittelbare spezifische Therapie (z. B. bei Paracetamolvergiftung oder akuter Hepatitis B). Bei Vorliegen eines akuten Leberversagens benötigen erwartungsgemäß zwischen einem Drittel und der Hälfte der Patienten eine Lebertransplantation [5]. Mittels klinischer Scoring-Systeme ist hier eine erste Einordnung möglich [7]. Aufgrund der Schwierigkeit, die Krankheitsdynamik bei akutem Leberversagen einzuschätzen, ist es sinnvoll, frühzeitig Kontakt mit einem Lebertransplantationszentrum aufzunehmen und die individuelle Akutsituation zu diskutieren. Besteht die potenzielle Notwendigkeit (und Möglichkeit) einer Lebertransplantation, sollten die Patienten frühestmöglich ist das Transplantationszentrum verlegt werden [7]. Der Ausschluss einer Leberzirrhose und eines Alkoholmissbrauchs sind für die Diagnosestellung wichtig Die Aufklärung der mutmaßlichen Ursache erlaubt in einigen Fällen eine unmittelbare spezifische Therapie Scoring-Systeme Während Patienten mit einem primären akuten Leberversagen prinzipiell Kandidaten für eine Lebertransplantation sind, kommt dieses Verfahren für Patienten mit einem sekundären Leberversagen, z. B. im Rahmen eines Schocks, bei hypoxischer Hepatitis oder bei Tumorerkrankungen, nicht infrage (Tab. 2).
Primäres akutes LeberversagenSekundäres akutes Leberversagen
Akutes Leberversagen im engeren Sinne

Medikamententoxizität

Akute Virushepatitis A, B, E

Pilzvergiftung

Budd-Chiari-Syndrom

Schwangerschaftsassoziierter Leberausfall

Hypoxische Hepatitis

Hämophagozytosesyndrom

Sepsis

Lymphominfiltration

Bild eines akuten Leberversagens bei vorbestehender Erkrankung

Morbus Wilson (fulminante Präsentation)

Autoimmunhepatitis

Budd-Chiari-Syndrom

Hepatitis-B-Reaktivierung

Metastasenleber

Zustand nach Leberresektion

Alkoholische Hepatitis

„Acute-on-chronic liver failure“

High-urgency-Transplantation möglich High-urgency-Transplantation nicht möglich
Medikamententoxizität Akute Virushepatitis A, B, E Pilzvergiftung Budd-Chiari-Syndrom Schwangerschaftsassoziierter Leberausfall Hypoxische Hepatitis Hämophagozytosesyndrom Sepsis Lymphominfiltration Morbus Wilson (fulminante Präsentation) Autoimmunhepatitis Budd-Chiari-Syndrom Hepatitis-B-Reaktivierung Metastasenleber Zustand nach Leberresektion Alkoholische Hepatitis „Acute-on-chronic liver failure

Diagnostik

Wegweisend für die initiale Diagnostik bezüglich möglicher Ursachen des akuten Leberversagens sind die Eigen- und Fremdanamnese des Patienten. Tab. 3 gibt eine Übersicht über die abzufragenden Themenkomplexe.
KernfrageInformationen
Mögliche Ursache?

– Medikamentenanamnese, insbesondere bezüglich Paracetamol (Mono-/Kombipräparate)

– Drogenkonsum oder Alkoholabusus

– Selbstmordgedanken und/oder Depression (in der Anamnese)

– Einnahme von Phytopharmaka oder Pilzgerichten

– Reiseanamnese (Endemiegebiete für Hepatitis-A-, B‑, -E-Virus)

– Schwangerschaft

– Vorbekannte Autoimmunerkrankungen

Kontraindikationen für eine High-urgency-Lebertransplantation?

– Vorliegen einer chronischen Lebererkrankung

– Drogenkonsum oder Alkoholabusus

– Tumorerkrankung(en) innerhalb der letzten 5 Jahre

– Schwere Herz- oder Lungenerkrankung(en)

– Andere schwere Komorbiditäten

– Medikamentenanamnese, insbesondere bezüglich Paracetamol (Mono-/Kombipräparate) – Drogenkonsum oder Alkoholabusus – Selbstmordgedanken und/oder Depression (in der Anamnese) – Einnahme von Phytopharmaka oder Pilzgerichten – Reiseanamnese (Endemiegebiete für Hepatitis-A-, B‑, -E-Virus) – Schwangerschaft – Vorbekannte Autoimmunerkrankungen – Vorliegen einer chronischen Lebererkrankung – Drogenkonsum oder Alkoholabusus – Tumorerkrankung(en) innerhalb der letzten 5 Jahre – Schwere Herz- oder Lungenerkrankung(en) – Andere schwere Komorbiditäten Die Labordiagnostik bei akutem Leberversagen dient einerseits der Einschätzung der Krankheitsschwere und andererseits der Bestimmung der zugrunde liegenden Ursache. Die Krankheitsschwere ist durch das Ausmaß der Störung der Lebersynthese und -entgiftungsfunktion sowie die Art der Beeinträchtigung weiterer Organsysteme (v. a. Niere, Kreislauf, Lunge, Immunsystem/Infektabwehr) bedingt. Die Krankheitsschwere muss engmaschig überwacht werden. Dies kann beim hyperakuten Leberversagen beispielsweise Leberwertkontrollen in 8‑stündigen Intervallen erforderlich machen. Labordiagnostik Die Krankheitsschwere muss engmaschig überwacht werden Zur laborchemischen Ursachendiagnostik ist es sinnvoll, in Abhängigkeit von anamnestischen Hinweisen (Tab. 3) strukturierte Untersuchungen bezüglich Viruserkrankungen, Toxikologie, Autoimmunität oder genetischer Erkrankungen vorzunehmen. Tab. 4 fasst die wesentliche Labordiagnostik zusammen.
Krankheitsschwere
LeberZellschadenALT, AST, GLDH, Bilirubin, AP, γ‑GT
SyntheseAlbumin, Protein
GerinnungINR, Quick-Wert, PTT, Faktor V, Fibrinogen
EntgiftungNH3
RegenerationAFP
Sonstige OrgansystemeKreislauf, Niere, InfektabwehrBlutgasanalyse, Laktat, Kreatinin, Harnstoff, Differenzialblutbild, C‑reaktives Protein
Ursachenabklärung
SerumspiegelMedikamenteParacetamol
ToxikologieToxische Substanzen (Urin)Amphetamine, Barbiturate, Benzodiazepine, Cannabis, Ecstasy, Kokain, Opiate, Methamphetamine, trizyklische Antidepressiva
VirusdiagnostikHepatitis B und D

HBsAg, Anti-HBc (ggfs. IgM),

falls HBsAg positiv (=aktive Hepatitis B):

HBV-DNA und Anti-HDV

Hepatitis A Anti-HAV (IgG und IgM)
Hepatitis EHEV-RNA
Andere VirenCMV-, HSV-, EBV-, VZV-, Parvovirus-DNA-PCR
Sonst. UrsachenMorbus WilsonCoeruloplasmin, Kupfer (im 24 h-Sammelurin), Coombs-negative hämolytische Anämie, Bilirubin/AP-Ratio↑
AutoimmunANA, SMA, SLA, ANCA, Gesamt-IgG
Schwangerschaftβ-HCG
Ausschluss chronischer Lebererkrankungen
VirusdiagnostikAnti-HCV, Anti-HIV
Sonstige UrsachenGenetischFerritin, Transferrinsättigung, α1-Antitrypsin
CholestatischAMA, Gesamt-IgM
MetabolischHbA1c
AlkoholCDT im Serum, ETG im Urin, Gesamt-IgA

AFP α‑Fetoprotein, ALT Alanin-Aminotransferase, AMA antimitochondriale Antikörper, ANA antinukleäre Antikörper, ANCA „antineutrophil cytoplasmic antibody“, Anti-HBc Hepatitis-B-core-Antikörper, AP alkalische Phosphatase, β-HCG humanes Choriongonadotropin β, AST Aspartataminotransferase, CDT carbohydratdefizientes Transferrin, CMV Zytomegalievirus, EBV Epstein-Barr-Virus, ETG Ethylglukoronid, γ-GT γ‑Glutamyl-Transferase, GLDH Glutamatdehydrogenase, HBsAg Hepatitis-B-surface-Antigen, HAV Hepatitis-A-Virus, HBV Hepatitis-B-Virus, HCV Hepatitis-C-Virus, HDV Hepatitis-D-Virus, HEV Hepatitis-E-Virus, HIV humanes Immundefizienzvirus, HSV Herpes-simplex-Virus, Ig Immunglobulin, INR International Normalized Ratio, NH Ammoniak, PCR Polymerase-Kettenreaktion, PTT partielle Thromboplastinzeit, SLA Anti-soluble-liver-Antigen, SMA Smooth-muscle-Antigen, VZV Varizella-Zoster-Virus

genetischer Erkrankungen HBsAg, Anti-HBc (ggfs. IgM), falls HBsAg positiv (=aktive Hepatitis B): HBV-DNA und Anti-HDV AFP α‑Fetoprotein, ALT Alanin-Aminotransferase, AMA antimitochondriale Antikörper, ANA antinukleäre Antikörper, ANCA „antineutrophil cytoplasmic antibody“, Anti-HBc Hepatitis-B-core-Antikörper, AP alkalische Phosphatase, β-HCG humanes Choriongonadotropin β, AST Aspartataminotransferase, CDT carbohydratdefizientes Transferrin, CMV Zytomegalievirus, EBV Epstein-Barr-Virus, ETG Ethylglukoronid, γ-GT γ‑Glutamyl-Transferase, GLDH Glutamatdehydrogenase, HBsAg Hepatitis-B-surface-Antigen, HAV Hepatitis-A-Virus, HBV Hepatitis-B-Virus, HCV Hepatitis-C-Virus, HDV Hepatitis-D-Virus, HEV Hepatitis-E-Virus, HIV humanes Immundefizienzvirus, HSV Herpes-simplex-Virus, Ig Immunglobulin, INR International Normalized Ratio, NH Ammoniak, PCR Polymerase-Kettenreaktion, PTT partielle Thromboplastinzeit, SLA Anti-soluble-liver-Antigen, SMA Smooth-muscle-Antigen, VZV Varizella-Zoster-Virus Die Labordiagnostik liefert auch wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer bestehenden chronischen Lebererkrankung. Häufige hepatologische Krankheitsbilder, wie die chronische Hepatitis C, die nichtalkoholische Fettleberhepatitis, die Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) oder der α1-Antitrypsin-Mangel präsentieren sich nicht mit dem Bild eines akuten Leberversagens. Neben „klassischen“ Laborveränderungen, wie erhöhtes „mean corpuscular volume“ (MCV), IgA oder γ‑Glutamyl-Transferase (γ-GT), liefern spezifische Tests, wie das carbohydratdefizientes Transferrin (CDT) im Serum oder das Ethylglukoronid (ETG) im Urin Hinweise auf einen relevanten Alkoholmissbrauch (Tab. 4). Spezifische Tests liefern Hinweise auf einen relevanten Alkoholmissbrauch Zur Ursachenabklärung gehört auch immer die transabdominelle Ultraschalluntersuchung des Abdomens, inklusive der Beurteilung von Lebergröße, Lebertextur (Verfettung, Zirrhose, Raumforderungen) und Gefäßdurchblutung (Pfortaderfluss, Lebervenenfluss). Aszites kann auch im Rahmen eines akuten Leberversagens auftreten und sollte nicht als „sicheres Zirrhosezeichen“ fehlinterpretiert werden. Der Stellenwert der Leberbiopsie in der Diagnostik des akuten Leberversagens ist derzeit umstritten, weil oftmals die Aussagekraft wegen ausgedehnter Leberzellnekrosen eingeschränkt ist und ein erhöhtes Blutungsrisiko aufgrund der Gerinnungskompromittierung besteht. In unklaren Fällen mit potenzieller therapeutischer Konsequenz (z. B. Verdacht auf Autoimmunhepatitis, maligne Infiltration) kann eine Leberbiopsie, beispielsweise über einen transjugulären Zugang oder als Minilaparoskopie, erwogen werden [8]. transabdominelle Ultraschalluntersuchung Aszites kann auch im Rahmen eines akuten Leberversagens auftreten Leberbiopsie Gerinnungskompromittierung

Therapie

Eine Übersicht über typische Komplikationen des akuten Leberversagens gibt Abb. 1. Die allgemeinen therapeutischen Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, diese Komplikationen zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln [3].
Grundpfeiler in der Therapie des akuten Leberversagens sind [2, 3, 4]: intensivmedizinische Überwachung, insbesondere von Kreislauf, Stoffwechsel (Blutgasanalyse) und neurologischem Status; N-Acetylcystein (NAC), auch beim nichtparacetamolinduzierten Leberversagen, bei Patienten mit niedriggradiger Enzephalopathie (Grad 1–2) als intravenöses Schema: 150 mg/kgKG in 5 %iger Glukose für 1 h, danach 12,5 mg/kgKG über 4 h, danach 6,25 mg/kgKG über 67 h [9, 10]; Volumenausgleich mittels kristalloider Lösung; Vermeidung einer Hyponatriämie und ggfs. langsamer Ausgleich auf ein Serumnatrium von 140–150 mmol/l; Glukoseausgleich bei Hypoglykämie mittels Glukoseinfusionen, Ziel: 140 mg pro Tag; regelmäßiges mikrobiologisches Sampling und frühzeitige Antibiotika-/Antimykotikagabe, aber keine prophylaktische Antibiose; bei schwerer metabolischer Acidose und/oder refraktärer Hyperlaktatämie frühzeitiger Beginn eines extrakorporalen Verfahrens (wie z. B. kontinuierliche Nierenersatztherapie oder Plasmapherese); keine routinemäßige Gabe von Gerinnungsprodukten, wie „fresh frozen plasma“ (FFP), Prothrombinkonzentrat (PPSB) und Einzelfaktoren, ohne Evidenz einer relevanten Blutung; bei Zeichen einer Blutung (oder Blutungsneigung) oder Thromboembolie differenzierte Gerinnungsdiagnostik (z. B. Rotem®-Analyse, Tem International GmbH, München Deutschland) und bedarfsgerechte Substitution; bei hepatischer Enzephalopathie: ruhige Umgebung, Oberkörperhochlagerung (30°) und ggfs. Intubation, Analgosedation und mechanische Beatmung (bei HE >3°). Eine aktuelle prospektive multizentrische Studie hat den Stellenwert der Plasmapherese beim akuten Leberversagen untersucht. Es erhielten 182 Patienten entweder Standardbehandlung (n = 90) oder über 3 Tage jeweils eine Behandlung mit komplettem Plasmaaustausch gegen FFP (n = 92). Dabei zeigte sich ein Überlebensvorteil der plasmapheresebehandelten Patienten, die keine Lebertransplantation erhielten oder erhalten konnten [11]. Patienten, die eine Lebertransplantation erhielten (oder dafür gelistet wurden), profitierten nicht signifikant von der Plasmapherese [11]. Plasmapherese Eine Hyponatriämie bei Patienten mit akutem Leberversagen ist mit einem erhöhten Hirndruck assoziiert. In einer kleinen prospektiven randomisierten Studie zeigten Patienten, deren Serumnatrium mittels hypertoner Kochsalzlösung auf Werte zwischen 145–155 mmol/l angehoben wurden, eine geringere Inzidenz von erhöhtem intrakraniellen Druck [12]. Aus der perioperativen Medizin ist allerdings bekannt, dass eine Hypernatriämie (>150 mmol/l) auch Zellschäden verursachen kann. Daher sollte im Management des akuten Leberversagens eine Hyponatriämie vermieden und ggfs. langsam (<10 mmol/l Erhöhung pro 24 h) auf einen Zielbereich von 140–150 mmol/l ausgeglichen werden [13]. Bei Patienten mit akutem Leberversagen ist eine Hyponatriämie mit einem erhöhten Hirndruck assoziiert Hypernatriämie In einer weiteren aktuellen prospektiven Arbeit wurden 46 Patienten mit akutem Leberversagen und hochgradiger hepatischer Enzephalopathie hinsichtlich eines protektiven Effekts einer Hypothermie untersucht. Es zeigte sich kein Unterschied bezüglich des intrakraniellen Drucks oder des Überlebens zwischen Patienten, die auf 33–34 °C gekühlt wurden, im Vergleich zu 36 °C Körpertemperatur [14]. Etablierte Maßnahmen zur Therapie der hochgradigen hepatischen Enzephalopathie beim akuten Leberversagen sind Mannitol (20 %; 150 ml) oder hypertone Kochsalzlösung (2,7 %; 200 ml oder 30 %; 20 ml) über 20 min intravenös sowie die kurzzeitige Hyperventilation [3]. Hypothermie Mannitol sowie die kurzzeitige Hyperventilation sind etablierte Therapiemaßnahmen bei hochgradiger hepatischer Enzephalopathie

Ursachenspezifische Therapieoptionen

Einige Entitäten des akuten Leberversagens erlauben eine ursachenspezifische Therapie (Tab. 5). Ein klassisches Beispiel ist die Paracetamolintoxikation , die akzidentell oder suizidal erfolgen kann. Ab einer eingenommenen Menge von 10–12 g ist bei Erwachsenen in der Regel mit einer deutlichen Lebertoxizität zu rechnen. Unter bestimmten Bedingungen, wie gleichzeitiger Alkoholkonsum, Fasten, genetische Polymorphismen, Einnahme von interagierenden Medikamenten oder vorbestehende Lebererkrankung, können aber schon viel niedrigere Paracetamoldosen ein akutes Leberversagen auslösen [4]. N‑Acetylcystein (NAC, ACC) stellt intrazellulär Glutathion zur Verfügung, das zur schnellen Detoxifizierung des eigentlichen toxischen Metaboliten (N-Acetyl-p-benzochinonimin, NAPQI) benötigt wird [15]. Die Therapie besteht aus der intravenösen Gabe von NAC in Form eines Reduktionsschemas (NAC: 150 mg/kgKG in 200 ml 5 %ige Glukoselösung für 15 min, danach 50 mg/kgKG in 500 ml über 4 h, gefolgt von 100 mg/kgKG in 1000 ml über 16 h; [16]).
UrsacheBehandlungDosis
Medikamentenvergiftung oder PilzvergiftungAktivkohle (primäre Giftelimination)1 g/kgKG p. o.
ParacetamolN-Acetylcystein600 mg/kgKG Gesamtdosis i. v. (über 72 h)
Hepatitis B (akut oder Reaktivierung)

Entecavir

Tenofovir

0,5 mg pro Tag p. o.

245 mg pro Tag p. o.

Herpes-simplex-VirusAciclovir3-mal 10 mg/kgKG und Tag i. v.
Amanitatoxin (Knollenblätterpilz)Silibinin (Legalon® SILa)5 mg/kgKG, 4‑mal täglich i. v. über 2 h
AutoimmunhepatitisPrednisolon1 mg/kgKG und Tag i. v.
Budd-Chiari-SyndromTIPSS
Schwangerschaftsfettleber, HELLP-SyndromRasche Geburtseinleitung, Sectio caesarea

HELLP „hemolysis, elevated liver enzymes, low platelet count“, TIPSS transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt

aMeda Pharma, Bad Homburg, Deutschland

Paracetamolintoxikation Die Therapie besteht aus der intravenösen Gabe von NAC in Form eines Reduktionsschemas Entecavir Tenofovir 0,5 mg pro Tag p. o. 245 mg pro Tag p. o. HELLP „hemolysis, elevated liver enzymes, low platelet count“, TIPSS transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt aMeda Pharma, Bad Homburg, Deutschland Für die Therapie anderer Ursachen des akuten Leberversagens gibt es wegen der Seltenheit des Krankheitsbilds keine randomisierten Studien, aber retrospektive Auswertungen. So kann durch die frühzeitige antivirale Therapie der hochvirämischen schweren akuten Hepatitis B mit Entecavir oder Tenofovir die Notwendigkeit einer Lebertransplantation vermieden werden [17]. Bei schwangerschaftsassoziiertem akutem Leberversagen ist die rasche Geburtseinleitung notwendig [4]. Durch die frühzeitige antivirale Therapie der hochvirämischen akuten Hepatitis B kann einer Lebertransplantation vermieden werden

Leberunterstützungsverfahren

Maschinelle Leberunterstützungsverfahren (z. B. Bilirubinadsorption, Molecular Adsorbent Recirculation System [MARS®], Baxter, Deerfield, IL, USA oder Prometheus®-System, Fresenius Medical Care, Bad Homburg, Deutschland), umgangssprachlich oft Leberersatzverfahren genannt, sind keine etablierten Therapieoptionen zur Behandlung des akuten Leberversagens [18, 19]. Ihr Einsatz sollte derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien erfolgen [4]. Ein berechtigter Kritikpunkt an positiven Fallserien zum Einsatz von Leberunterstützungsverfahren ist, dass diese Methoden nicht direkt mit konventionellen oder erweiterten Dialyseverfahren verglichen wurden, die ja ebenfalls positive Auswirkungen (z. B. bezüglich der Hämodynamik) auf den Verlauf des akuten Leberversagens haben können. Der Einsatz von maschinellen Leberunterstützungsverfahren sollte derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien erfolgen Dialyseverfahren

Lebertransplantation

Die Lebertransplantation ist die definitive Therapie des akuten Leberversagens. In Deutschland werden etwa 10 % aller Lebertransplantationen aufgrund eines akuten Leberversagens durchgeführt [20]. Als Prognosekriterien für die Indikation zur High-urgency-(Notfall‑)Lebertransplantation werden die King’s-College-Kriterien (paracetamol- und nichtparacetamolbedingtes Leberversagen) und die Clichy-Kriterien (bei Empfängern mit viraler Hepatitis) herangezogen (Tab. 6; [20]).
King’s-College-Kriterien Paracetamolbedingt

Arterieller pH-Wert < 7,3

oder alle 3 folgenden Parameter:

– Prothrombinzeit > 100 s (=Quick-Wert <7 % bzw. INR >6,7),

– Kreatinin >300 µmol/l (3,4 mg/dl),

– Enzephalopathie Grad 3 oder 4

Nichtparacetamolbedingt

Prothrombinzeit >100 s (=Quick-Wert <7 % bzw. INR >6,7)

oder mindestens 3der folgenden Parameter:

– Ungünstige Ätiologie (kryptogene Hepatitis, Halothanhepatitis, Medikamententoxizität)

– Ikterus >7 Tage vor Enzephalopathie,

– Alter <10 oder >40 Jahre,

– Prothrombinzeit >50 s (=Quick-Wert <15 % bzw. INR >4),

– Serumbilirubin >300 µmol/l (17,5 mg/dl)

Clichy-Kriterien Virale Hepatitis

– Enzephalopathie Grad 3 und 4

und

– Faktor V < 20 % bei Empfängern <30 Jahre

oder

– Faktor V < 30 % bei Empfängern >30 Jahre

INR International Normalized Ratio

Prognosekriterien Arterieller pH-Wert < 7,3 oder alle 3 folgenden Parameter: – Prothrombinzeit > 100 s (=Quick-Wert <7 % bzw. INR >6,7), – Kreatinin >300 µmol/l (3,4 mg/dl), – Enzephalopathie Grad 3 oder 4 Prothrombinzeit >100 s (=Quick-Wert <7 % bzw. INR >6,7) oder mindestens 3der folgenden Parameter: – Ungünstige Ätiologie (kryptogene Hepatitis, Halothanhepatitis, Medikamententoxizität) – Ikterus >7 Tage vor Enzephalopathie, – Alter <10 oder >40 Jahre, – Prothrombinzeit >50 s (=Quick-Wert <15 % bzw. INR >4), – Serumbilirubin >300 µmol/l (17,5 mg/dl) – Enzephalopathie Grad 3 und 4 und – Faktor V < 20 % bei Empfängern <30 Jahre oder – Faktor V < 30 % bei Empfängern >30 Jahre INR International Normalized Ratio Neben der Erfüllung der Prognosekriterien für eine Lebertransplantation ist eine multidisziplinäre Evaluation des Patienten durch ein erfahrenes Team unabdingbar. Hierbei müssen der zu erwartende natürliche Verlauf des akuten Leberversagens, spezifische Risiken der Transplantation und das zu erwartende Langzeitergebnis vor dem Hintergrund patientenspezifischer Charakteristiken, wie Alter, Komorbiditäten und Compliance, sorgfältig gegeneinander abgewogen werden [1, 7, 20]. Eine multidisziplinäre Evaluation des Patienten durch ein erfahrenes Team ist unabdingbar Langzeitergebnis Derzeit gibt es große Forschungsanstrengungen, um die noch immer kritische Prognose des akuten Leberversagens zu verbessern. Möglicherweise können neue Biomarker oder Prognosescores die Notwendigkeit zur Lebertransplantation besser vorhersagen, um nichtnotwendige Transplantationen oder Todesfälle zu vermeiden und somit die Organallokation zu optimieren [21]. Darüber hinaus könnten neue Therapieansätze, die z. B. überschießende Inflammation oder ungenügende Regeneration beeinflussen, in Zukunft die Prognose dieses Krankheitsbilds entscheidend verbessern [15]. Organallokation

Fazit für die Praxis

Das akute Leberversagen ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, das durch das akute Auftreten der Trias aus Ikterus, Koagulopathie und hepatischer Enzephalopathie bei Patienten ohne vorbestehende Lebererkrankung gekennzeichnet ist. In der Ersteinschätzung und strukturierten Diagnostik von Patienten mit akutem Leberversagen sind die frühzeitige Diagnose einer hepatischen Enzephalopathie, der Ausschluss einer zugrunde liegenden Leberzirrhose, die rasche Diagnostik der potenziellen Ursache und die Abschätzung der Notwendigkeit zur Lebertransplantation entscheidend. Intensivmedizinische therapeutische Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, diese Komplikationen des akuten Leberversagens zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln. Die Plasmapherese bietet möglicherweise einen Überlebensvorteil für Patienten, die keine Lebertransplantation erhalten oder erhalten können. Als Prognosekriterien für die Indikation zur Lebertransplantation werden die King’s-College- und die Clichy-Kriterien verwendet.
  20 in total

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Authors:  Oliver Krenkel; Jana C Mossanen; Frank Tacke
Journal:  Hepatobiliary Surg Nutr       Date:  2014-12       Impact factor: 7.293

6.  Clinical relevance and cellular source of elevated soluble urokinase plasminogen activator receptor (suPAR) in acute liver failure.

Authors:  Alexander Koch; Henning W Zimmermann; Nikolaus Gassler; Christoph Jochum; Ralf Weiskirchen; Jan Bruensing; Lukas Buendgens; Hanna Dückers; Tony Bruns; Guido Gerken; Ulf P Neumann; David H Adams; Christian Trautwein; Ali Canbay; Frank Tacke
Journal:  Liver Int       Date:  2014-03-19       Impact factor: 5.828

7.  The effect of hypertonic sodium chloride on intracranial pressure in patients with acute liver failure.

Authors:  Nicholas Murphy; Georg Auzinger; William Bernel; Julia Wendon
Journal:  Hepatology       Date:  2004-02       Impact factor: 17.425

8.  Hepatitis B-associated acute liver failure: immediate treatment with entecavir inhibits hepatitis B virus replication and potentially its sequelae.

Authors:  Christoph Jochum; Robert K Gieseler; Isabella Gawlista; A Fiedler; Paul Manka; Fuat H Saner; Michael Roggendorf; Guido Gerken; Ali Canbay
Journal:  Digestion       Date:  2009-10-15       Impact factor: 3.216

9.  Reduction of adverse effects from intravenous acetylcysteine treatment for paracetamol poisoning: a randomised controlled trial.

Authors:  D Nicholas Bateman; James W Dear; H K Ruben Thanacoody; Simon H L Thomas; Michael Eddleston; Euan A Sandilands; Judy Coyle; Jamie G Cooper; Aryelly Rodriguez; Isabella Butcher; Steff C Lewis; A D Bastiaan Vliegenthart; Aravindan Veiraiah; David J Webb; Alasdair Gray
Journal:  Lancet       Date:  2013-11-28       Impact factor: 79.321

Review 10.  [Acute liver failure. Diagnosis and therapy].

Authors:  K L Streetz; F Tacke; A Koch; C Trautwein
Journal:  Med Klin Intensivmed Notfmed       Date:  2013-11-06       Impact factor: 0.840

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1.  qSOFA score not predictive of in-hospital mortality in emergency patients with decompensated liver cirrhosis.

Authors:  M Müller; J C Schefold; A B Leichtle; D Srivastava; G Lindner; A K Exadaktylos; C A Pfortmueller
Journal:  Med Klin Intensivmed Notfmed       Date:  2018-08-21       Impact factor: 0.840

2.  Improvement Effect of PERMA Model-Based Nursing Intervention plus Music Therapy on Patients with Acute Liver Failure Undergoing Plasma Exchange Therapy.

Authors:  Jinhua Wang; Wei Li
Journal:  Emerg Med Int       Date:  2022-06-29       Impact factor: 1.621

Review 3.  Review of clinical characteristics, immune responses and regulatory mechanisms of hepatitis E-associated liver failure.

Authors:  Chong Chen; Shu-Ye Zhang; Liang Chen
Journal:  World J Clin Cases       Date:  2022-07-06       Impact factor: 1.534

Review 4.  The liver in sepsis: molecular mechanism of liver failure and their potential for clinical translation.

Authors:  Dustin Beyer; Jessica Hoff; Oliver Sommerfeld; Alexander Zipprich; Nikolaus Gaßler; Adrian T Press
Journal:  Mol Med       Date:  2022-07-30       Impact factor: 6.376

5.  Value of Liver Regeneration in Predicting Short-Term Prognosis for Patients with Hepatitis B-Related Acute-on-Chronic Liver Failure.

Authors:  Xiaoping Wang; Mengying Sun; Xianjun Yang; Liucun Gao; Min Weng; Dehui Yang; Hongyong Li; Xiaolei Zhou; Jiani Li; Sen Qin; Dejiang Zhou; Xiaoling Wu; Shanhong Tang; Weizheng Zeng
Journal:  Biomed Res Int       Date:  2020-08-06       Impact factor: 3.411

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